Following the white rabbit

oder: Was war vor dem Sex?

The White Rabbit put on his spectacles. „Where shall I begin, please your Majesty?“ he asked. „Begin at the beginning,“ the King said gravely, „and go on till you come to the end: then stop.“

Lewis Carroll

(Alice’s Adventures in Wonderland, Chapter 12)

Ja, die Geschichte, wie ich dem weißen Kaninchen gefolgt und ins Wunderland gefallen bin, hat einen Anfang. Dieser Anfang war nicht plötzlich, nicht überraschend, nein. Er bahnte sich an. Über Jahre. Ich wusste, es würde geschehen. Ich wusste, es würde mich – at some point – ins Wunderland ziehen. Es war, als hätte ich mein Leben lang von dem weißen Kaninchen gewusst, nach ihm Ausschau gehalten, es erwartet. Ich wusste, es würde zu mir kommen und mich mit seinem fluffigen, unschuldig wirkenden Schwänzchen in seinen Bau locken – und ich wusste, es würde nicht viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, bis ich mitgehe.

Der Schwanz, der mir dann tatsächlich begegnete, war alles andere als unschuldig und fluffig.

Aber was soll ich sagen? Ich bin trotzdem mitgegangen…

We’re all mad here…

Vielleicht entschließe ich mich irgendwann dazu, meinen anderen Blog mit diesem zu verlinken. Darin schreibe ich über meine Vergangenheit, meine Kindheit, meine Geschichte, meine Probleme. Vielleicht tut all das etwas zur Sache, vielleicht auch nicht. Kurzfassung: Einzelkind. Eltern getrennt. Sporadischer, schlechter Kontakt zum Vater. Mutter schizophren, Alkoholikerin, manisch-depressiv.

Früher Panikattacken, Alpträume, PTSD. Not anymore.

Ich habe mein Leben bis knapp 20 damit verbracht, mich um meine Mutter zu kümmern, mit ihr durch ihre Hölle zu gehen und alleine wieder aus ihr zurückzukehren. Gebrochen und gestärkt zugleich. Sie ist 2015 gestorben. Wir haben Frieden geschlossen. Ich hatte viele Jahre Alpträume und allerhand Schwierigkeiten. Jetzt nicht mehr. Jetzt tanze ich Salsa, habe mein Staatsexamen und genieße mein Leben.

Weshalb ist das wichtig?

Weil ich bis 20 keine Ahnung von Jungs hatte, dafür gab es keinen Raum in meinem Leben mit meiner Mutter. Mein erstes Mal hatte ich mit knapp 20, mit dem Kerl bin ich dann eine monogame Beziehung eingegangen bis ich 24 war. Dann bin ich in eine Großstadt gezogen und habe bei Null angefangen. Da musste noch mehr sein.

Vor vier Jahren also saß das weiße Kaninchen endlich vor mir. Ich hatte es erwartet.

Und ich war bereit, seinem Schwanz zu folgen.

2 Kommentare

    1. Ja, das geht mir selbst ähnlich 😉 Tatsächlich wird es – wie ich persönlich finde – jetzt erst richtig spannend. Aber gespannt wie es weiter geht bin ich noch immer..
      Ich wünsche dir eine wunderbare Woche 🙂

      Gefällt mir

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