Worst case scenario.

Oder: Warum ich mich frage, wie ich hier hergekommen bin

Hier sitze ich also, Sonntagabend. Das Handy an den Bildschirm gelehnt, um schnellstmöglich das kleine Licht zu sehen, wenn ich eine Nachricht erhalte.

Pathetic, right?

Ich versuche es – mal wieder – von vorn:

Ein Statement

Der Abend gestern stand irgendwie schon unter einem schlechten Stern. Zugegeben, als ich mein Outfit anlegte, kam meine Souveränität zurück und mein inneres Biest erwachte. Dieses Gefühl von „Scheiß auf Männer, scheiß drauf, was andere denken.. hab Spaß, so wie immer. Es passiert sowieso immer das, was eben passiert. Also mach das Beste draus“ stieg in mir auf und ja, ich liebe dieses Gefühl.

Als wäre alles möglich.

Nun ja, gestern Abend war auch alles möglich – ich hatte nur nicht damit gerechnet, dass sich das auch auf negative Dinge beziehen könnte.

Meine Seelenschwester beschloss im letzten Moment, zu Hause zu bleiben. Sie kränkelte und die Sache mit ihrem Freund (ich denke, ich kann jetzt Ex-Freund sagen) stresste sie. Da zuvor durch diese komplizierte Sache mit den beiden unsere Fahrgemeinschaften zersprungen waren, fuhr ich allein. Ich kam erst gegen elf los und hatte eine Stunde Fahrt vor mir – viel zu viel Zeit, wenn die eigenen Gedanken eben doch hin und wieder abschweifen.

Ich kam an, zahlte, zog mich um, ging kurz zur Toilette, um mein Outfit zu checken und betrat die Manege. Es war voll, die Musik dröhnte mir entgegen, einer krasser gekleidet als der andere. Ich liebte dieses Event und es war nicht umsonst so beliebt. Nach wenigen Minuten war ich innerlich angekommen und hielt Ausschau nach bekannten Gesichtern. Mit dem ersten Drink in der Hand begegnete ich bereits den ersten Leuten unserer Homebase-Gang, was mich erleichterte und mich kurz durchatmen ließ. Zugegeben nur kurz: meine Antennen waren derart gespannt und alle meine Sinne – so ehrlich muss ich sein – auf der Suche nach einem Anzeichen von ihm.

Am Ende meiner ersten Runde sah ich ihn. Und sie. Beide in den krassesten Outfits, sie in einem Latex-Catsuit, wunderschön, heiß, mit abgeschlossenem Metall an den Handgelenken und einem Halsband. Sie waren eine Erscheinung, die Blicke auf sich zogen und sie waren sehr offensichtlich zusammen da. Das machten die Outfits klar und die schlichte Tatsache, dass er sie an der Hand mit sich mit zog. Ein innerer Reflex gebot meinen Beinen, am anderen Ende des Ganges an ihnen vorbei zu laufen – ich war noch nicht so weit. Ich senkte unauffällig den Blick und versuchte, vorbei zu schleichen wie ein 15jähriger Teenie in der Schulmensa.

Eine Sekunde später bekam ich fast keine Luft mehr, denn seine Hand lag an meinem Hals, dreht mich zu ihm und zwang mich, ihn anzusehen. Das teuflische Grinsen in seinem Gesicht zu sehen, als er direkt vor mir stand. Er schob mich nach hinten, bis mein Rücken gegen die Wand stieß.

„Hallo Mäuschen… du siehst umwerfend aus“, raunte er.

Ganz im Ernst. Ich bin keine der Frauen, die unter Selbstwertkomplexen leidet. Ich weiß, dass ich attraktiv bin, durch das Tanzen und das viele Training bin ich zufrieden mit meiner Figur und ich weiß, dass ich Blicke auf mich ziehen kann, wenn ich es drauf anlege. Manchmal kann meine Selbstsicherheit fast in Arroganz umschlagen, wenn die falschen Leute mir gegenüber stehen. Aber in diesem Moment – mit IHR hinter ihm, als die Erscheinung, die sie war – trafen mich seine Worte so heftig, als könnten sie nur sarkastisch gemeint sein. Ich WEIß, er meinte es ernst – aber mein inneres Mädchen fühlte sich aus Prinzip so eingeschüchtert von ihr und der Situation, dass sie sich in ein Schneckenhaus verkroch. Und diese innere Reaktion wiederum machte mich umgehend so pissig, dass ich vollkommen irrational reagierte. Ich war pissig. Auf mich. Auf ihn, weil er diese Reaktionen in mir hervorrief. Und auf sie – einfach, weil sie DA war.

Also machte ich das denkbar dümmste, das ich hätte tun können:

Ich fuhr meine Krallen aus.

„Ich weiß, du bist es gewohnt, deine Hand an den Hals jeder Frau legen zu können – aber so einfach wird das heute nicht“, knurrte ich herausfordernd, lächelte dabei zuckersüß. Sein Grinsen wurde breiter, er ließ mich los.

„Zick‘ nicht, Mäuschen – das steht dir nicht.“

FICK DICH, dachte ich nur.

Ich drehte mich um, behielt mein Lächeln bei, sah sie an. Fühlte meine inneren Krallen, meine Dominanz. Und ja, es war eine Dominanz, die mit BDSM nichts zu tun hat – ich sage ja: ich reagierte falsch. Und ich wusste es. Ich hatte nicht das Bedürfnis, sie zu dominieren, weil es uns beiden Spaß machte, sondern weil ich wirklich das Bedürfnis hatte, sie zu demütigen.

Ich tat es natürlich nicht, weil ich noch in diesem Moment wusste, dass das nicht der Sinn der Sache war.

Was ich also wirklich tat, war die Hand auszustrecken und mich höflich vorzustellen. Dann machte ich ihr ein Kompliment zu ihrem Outfit. Ein ehrlich gemeintes, denn es stand ihr wirklich unglaublich gut.

Stolz auf mich und die Tatsache, dass ich sie nicht hatte darunter leiden lassen – immerhin konnte sie als letztes etwas dafür -, verabschiedete ich mich und zeigte zur Bar. Er ließ mich natürlich nicht gehen, sondern griff nach den Klammern, die von meinen Nippeln über Ketten nach unten mit meinem Schamlippen verbunden waren. Ich zuckte, packte sein Handgelenk und sah ihn herausfordernd an – keine Spur von Unterwerfung. Er – ganz der Teufel – übergab IHR die Kette und ließ sie sie halten. Ich sah sie an und war sicher, dass wir beide in diesem Moment einen inneren Kampf ausfochten. Keine Chance, dass diese Frau heute auch nur ansatzweise Macht über mich haben würde – das war eine Form der Demütigung, die keinen Spaß machte. Ich biss die Zähne zusammen in dem Wissen, dass das, was ich vorhatte, wehtun würde – und machte einen zügigen Schritt rückwärts, sodass alle Klemmen, die mit der Kette in ihrer Hand verbunden waren, sich auf einmal lösten. Innerlich krümmte ich mich, mein Lächeln blieb. Ich drehte mich um und ging zur Bar.

Ablenkung

Mit dem zweiten, dünnen Drink in der Hand machte ich mich auf den Weg zur Bar und fand tatsächlich die, die ich gesucht hatte: eine Gruppe jener Leute, die regelmäßig auf der Homebase sind und mich herzlich begrüßten. Unter ihnen der Hüne. Wir tranken zusammen, tanzten und hatten endlich Spaß – genau das, was ich brauchte. Schließlich zog der Hüne mich zu sich und begann mit den restlichen Klemmen zu spielen, die ich an mir hatte. Er packte meinen Arsch, drückte, schlug zu und ich genoss es. Ich liebe seine Art zu schlagen – ich liebe es, wenn Männer keine Hemmungen haben. Nach einer Weile gab ich ihm zu verstehen, dass ich mittlerweile deutlich offener war für ein Spiel, was er mit einem dreckigen Grinsen zur Kenntnis nahm. Wir redeten noch eine Weile, bis ich mich schließlich wieder zur Bar verabschiedete – es war Zeit für ein Wasser.

Auf dem Weg zurück, beschloss ich, mich frisch zu machen und stand vor einem Käfig, in dem getanzt wurde. Ich wandte mich nach rechts und hielt inne: Khal Drogo. Ich wandte mich schnell nach links (das war keine Begegnung, auf die ich jetzt gerade erpicht war) und hielt erneut inne: Luzifer und sie. Die Entscheidung dauerte keine Sekunde. Ich lief rechts an dem Käfig vorbei und Drogo quasi in die Arme. Wir sahen uns an, er grinste sein arrogantes Grinsen – ich bin sicher, ich wusste, was er sagen wollte. Er tat mir den Gefallen und sparte es sich. Innerlich dankte ich ihm dafür. Stattdessen zog er mich zu sich und begann mit mir zu tanzen, zog mich in eine unserer Hebefiguren, hob mich hoch und sorgte innerhalb von Sekunden dafür, dass Leute schauten. Als er mich wieder auf den Boden setzte, sah ich über seine Schultern und damit genau in den dunklen, gefährlichen Blick des Teufels. Er beobachtete uns. Natürlich weiß er, dass ich lange mit Drogo gespielt hatte und natürlich kennen die beiden sich. Ich sprach wenige Sätze mit Drogo und machte mich dann auf zu den Toiletten. Es waren genau zwei Schritte, die ich mich von ihm entfernt hatte, als sich eine Hand um mein Handgelenk schloss und mich mit sich zog. Ich zögerte. Aber… ja. Ich ging mit. Was soll ich sagen – er ist der Teufel. Er fasst mich an und ich WILL. Ich mag es nicht – aber ich kann es nicht leugnen.

Fickt euch alle.

Er zog mich in einen der Spielräume, drückte mich gegen die Wand, küsste mich und fing an das zu tun, was er am besten kann: mich so anfassen, dass ich innerhalb von Sekunden nass werde. Das kleine Miststück erschien wenige Augenblicke später neben uns. Ein Blick in den Raum zeigte mir die rund zwanzig Menschen, die bereits um uns herum standen – ja, wir waren eine ziemliche Erscheinung. Die beiden in ihren Latex-Outfits und ich in der Mitte halbnackt mit Ketten an mir.

Das, was in diesem Moment ausschlaggebend war, war das Gefühl der Öffentlichkeit. Immer wieder erkenne ich meine exhibitionistische Ader. Ich kann es nicht erklären, aber es kickt mich wie eine Droge, wenn Menschen mir zusehen. Und alles, was ich jetzt dachte, war: bevor ich mir etwas sagen lasse, werde ich mir holen, worauf ich Lust habe. Ich sah sie an, drückte Luzifer demonstrativ mein Glas in die Hand – er nahm es perplex entgegen – ich ging auf sie zu, schlang mir ihre langen Haare um das Handgelenk, zog ihren Kopf in den Nacken und küsste sie. Die Szene, die nun folgte, kann man sich sicherlich vorstellen und ja, es sorgte für Aufsehen – und JA, verdammt. Ich konnte kurz ausblenden, in welcher Situation ich mich befand und tatsächlich Spaß haben. Luzifer begann nebenbei mir zwischen die Beine zu fassen und uns beide mit der Gerte zu bespielen und fuck, ich war kurz davor zu kommen. Schließlich ließ ich von ihr ab und trank einen Schluck. Er drückte mich wieder gegen die Wand und legte seine Hand an meinen Hals. Ich liebte das Gefühl und genoss alles daran – und genau deshalb hasste ich es in diesem Moment. Ich hasste es, dass er meinen Körper so reagieren lassen konnte. Dass er mehr Kontrolle über ihn hatte, als ich selbst. Also wehrte ich mich. Es war ein (mehr oder weniger) spielerisches Hin und Her, bis:

„Was meinst du? Wie viele Schläge hat sie sich schon verdient?“ fragte er sie grinsend. Sie sah mich an, wägte ab, lächelte dabei fies. Ich lächelte zurück, souverän, ruhig. Im inneren Kampf zwischen „fuck, ich hab Spaß und bin feucht und ich will spielen“ und „fuck, das ist irgendwie… grrr. Ich werd mir einen Scheiß von dir sagen lassen“. Zur Info: Luzifer hatte eine der Gerten dabei, die enorm fies sind. Kann sein, er hat ihr den Arsch damit schwarz-blau geschlagen – keine Ahnung, was diese Frau aushält. Ich jedenfalls hatte bisher Striemen und Farben nach fünf dieser Schläge, zumal er wirklich so durchzieht, wie ich es noch nie bei einem Mann erlebt habe. Wenn ich bei ihm zu Hause war, kam ich nach zehn heftig an meine Grenze.

„Dreißig“, sagte sie grinsend.

Mein Lächeln wurde zu einem breiten, teuflischen Grinsen, ich beugte mich langsam zu ihr und flüsterte ihr liebevoll-säuselnd ins Ohr:

„Hmmm… Das war deine Chance – schade“, ich zwinkerte ihr zu, drehte mich um und streckte ihm demonstrativ meinen Arsch entgegen, Brust an der Wand, Beine perfekt gestreckt.

Verzeiht meine Ausdrucksweise, aber die Scheiße an der Sache war: Einerseits war ich innerlich so aufgewühlt und pissig und irgendwie auch gedemütigt, dass ich es hasste. Und gleichzeitig zitterte ich, war feucht und vollkommen geil auf dieses Spiel. Ich war hin und hergerissen.

Luzifer beugte sich zu mir und raunte mir zu:

„Ich geb dir fünf. Aber ich werde durchziehen wie immer.“

„Ich brauch dein Mitleid nicht“, knurrte ich, „sie hat dreißig gesagt. Mach doch.“

Er lächelte mich liebevoll an. Nachsichtig. So, dass nur ich es sehen konnte. Er verstand mich, wusste, dass ich keine dreißig wollte und er wahrte meine Grenze in diesem Moment tausend Mal besser als ich selbst es tat. Im Nachhinein bin ich dankbar für diesen Moment.

Der erste Schlag traf perfekt und zog. Ich zuckte kaum. Er sah mich verwundert an, für gewöhnlich gebe ich IMMER Geräusche von mir. Ein Stöhnen, ein Keuchen oder ein Knurren, wenn nicht sogar ein Schrei. Der zweite Schlag traf auf die selbe Stelle. Ich zuckte, aber es kam kein Ton über meine Lippen. Er beugte sich wieder zu mir:

„Mäuschen, leg’s nicht drauf an.“

Der dritte Schlag war heftig, ich hob ein Bein, verzog das Gesicht, aber nein – kein Ton. Ich hörte ihn leise lachen, schloss die Augen.

Der fünfte Schlag saß.

Ich wartete mit zusammengebissenen Zähnen, bis der Schmerz nachließ, richtete mich auf. Zog mein Outfit zurecht und griff entspannt nach meinem Glas.

„Du provozierst es heute enorm, meine Liebe“, sagte er grinsend.

Ich erwiderte sein Grinsen. Schwieg, warf ihr einen letzten Blick zu und drängte mich durch die Menge nach draußen.




Kurz mal an dieser Stelle für’s Protokoll: Ich lese meine Zeilen, die ich hier so schreibe und merke, dass sich dieses Spiel irgendwie… krank anhört? Ein bisschen ungesund und selbstzerstörerisch und demütigend und nicht nach dem BDSM, den ich sonst praktiziere. Für alle, die diese Gedanken beim Lesen auch hatten:

Stimmt, das ist nicht der BDSM, den ich sonst praktiziere und ja, es war nicht NUR sexueller Natur, sondern die Dynamik der Situation war auch der Konstellation und meinem inneren Konflikt geschuldet. Und ich würde das regelmäßig nicht so tun, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich nicht absolut angemacht hat. Ich kam raus und musste zur Toilette, um mich frisch zu machen, weil ich absolut nass war. Die Situation war schräg, aber das Provozieren war meine Art in diesem Moment damit umzugehen. Ein Gespräch wird noch folgen – ich mach das alles durchaus vernünftig. Aber das war eben der Moment. Luzifer hat es gemerkt und gebremst, so wie immer. Ich mache nichts – nie -, was ich nicht tun möchte ich hätte zu jedem Zeitpunkt nein gesagt, wenn es mir zu schräg oder zu viel geworden wäre.


Der Löwe mischt sich ein

Auf dem Rückweg von der Toilette ging ich an die kleine Bar und… lief direkt ins Drogos Arme. Er bestellte mir ein Wasser, so wie er es immer machte. Dann kamen einige typische Drogo-Sätze. Arrogant, von oben herab – ganz der verletzte Stolz, der hier sprach.

„Seit wann bist du zweite Wahl? Wieso verkaufst du dich so billig? Er ist mit einer anderen hier und er muss dich nur an der Hand nehmen und du läufst ihm hinterher.“

Ich ignorierte ihn, wartete ab – mittlerweile weiß ich, wie ihn nehmen muss. Ich habe seinen Stolz verletzt und er weiß, dass Luzifer der Grund dafür ist, dass wir beide nicht mehr spielen. Und tatsächlich – er schwieg kurz, dann:

„Im ernst mal… Du leidest, irgendwas ist mit dir. Du hast sonst viel mehr Spaß und lachst viel mehr. Ich mag das nicht. Komm mit“, sagte er und zog mich mit sich auf die Tanzfläche. Nach wenigen Sekunden tanzten wir zusammen mit ein paar sehr coolen Schwulen so ausgelassen, dass ich wieder anfing, wirklich zu lachen. Er hob mich hoch und zog eine kleine Show mit mir ab – wir hatten Spaß und er lenkte mich ab. Ich war ihm dankbar. Schließlich zog er mich in den Paar-Spielbereich, in eine der dunkelsten Ecken und legte sich auf eines der Betten. Dann zog er mich in seinen Arm.

„Ich trete hier meinen Stolz mit Füßen, das weißt du, oder? Ich mag es nicht, dich so zu sehen. Er ist überall bekannt und er nutzt das aus. Er sammelt Trophäen. Du bist doch sonst so wählerisch. Ich ertrag das nicht zu sehen, wie du dich unter Wert verkaufst. Als wir gespielt haben, warst du immer die erste. Du warst immer an meiner Seite, wenn du es sein wolltest und ich hatte nie eine andere in der Öffentlichkeit. Versprich mir, dass du nicht zu seiner Zweitfrau wirst – das hast du nicht verdient.“

Ich wollte etwas sagen wie „Du verstehst das nicht. So ist das nicht“, aber ich schwieg, weil ich mir vorkam wie eine dieser Frauen, die sich selbst belügen und in den Ohren anderer lächerlich klingen.

Belog ich mich selbst? War es vielleicht gar nicht anders? War es das, wonach es für alle aussah?

Drogo zog mich an sich, drehte mich schließlich auf den Rücken und legte sich auf mich. Packte mich am Hals, begann mich zu küssen. Dann zog er mich hoch, drückte mich auf die Knie und packte seinen Schwanz aus, den er mir grob ins Gesicht drückte. Ich drehte meinen Kopf zur Seite – das war meine Grenze für heute, ich konnte und wollte nicht und ich war gerade wirklich nicht gerade unterwürfig unterwegs. Ich wehrte mich, Drogo registrierte es und fragte verwundert, ob alles okay sei.

„Ich… ich kann nicht. Tut mir leid“, murmelte ich, stand auf und ging.

Eine Grenzüberschreitung der anderen Art

Ich war auf dem Weg zur Toilette, um mich frisch zu machen und die Situation eben zu verdauen, als ich erneut an diesem Abend am Handgelenk gepackt wurde. Glaubt mir oder lasst es, aber bereits an der Berührung wusste ich, dass ich denjenigen nicht kannte und es sich nicht gut anfühlte. Ich drehte mich ruckartig um und schon kam ein Mann auf mich zu, der etwa einen Kopf größer war und dessen Gesicht ich von unserer Homebase kannte. Einen Namen dazu hatte ich nicht mehr im Kopf. Ich trat automatisch nach hinten, zog meinen Arm weg, stieß aber im nächsten Augenblick mit dem Rücken an eine Wand.

„Endlich erwisch ich dich mal“, sagte er lächelnd und baute sich vor mir auf.

„Ich kann grad nicht“, sagte ich nur und machte Anstalten, an ihm vorbeizulaufen.

„Wieso? Luzifer ist nicht in der Gegend. Vermutlich beschäftigt“, fügte er zwinkern hinzu. Er nannte Luzifer übrigens in abwertendem Ton beim Nachnamen. In diesem Moment fiel mir ein, dass dieser Typ mich auf einer Homebase bereits angegraben hatte und ich ihm eine Abfuhr erteilt hatte. Das war schon Wochen oder gar Monate her.

„Ich dachte, du seist so wählerisch… aber anscheinend“, fuhr er fort und trat noch ein Stück näher. Auf eine sehr, sehr andere Art als zuvor spürte ich, wie ich meine inneren Krallen ausfuhr. Meine Augen verengten sich zu Schlitzen.

„Aber du stehst vermutlich einfach drauf, scheiße behandelt zu werden, was?“ kam dann, zeitgleich spürte ich seine Hand an meinem Oberarm.

Ich sah rot.

Ohne nachzudenken hob ich meinen Arm und packte mit meiner Rechten seine Kehle, um zuzudrücken und ihn zugleich von mir zu schieben. Kräftemäßig war ich den meisten Männern unterlegen – aber eine solche Geste verunsichert ein Gegenüber und es erzielt den gewünschten Effekt. Er war überrascht, ließ mich los und trat sofort zurück.

„Verschwinde lieber gleich – ich werd den nächsten, den ich sehe, der hier was zu sagen hat, auf dich ansetzen“, sagte ich und ging.

Mir war heiß. Und schlecht. Der Abend war gelaufen. Als ich die Toilette betrat, blieb ich stehen und nahm einen tiefen Atemzug.

Den Teufel aus der Fassung bringen

Ich ließ mir Zeit. Eigentlich war alles halb so wild, dachte ich irgendwann. Ich meine… klar, der Abend war nicht gerade das, was ich mir vorgestellt hatte. Aber ich hatte getanzt und viel Spaß gehabt, ein wenig gespielt und tolle Leute getroffen. Meine Emotionen waren jetzt gerade nur so ungeordnet, weil es ein wenig viel auf einmal gewesen war. Drogo war mir nahe gegangen und hatte mich am Ende aber auch überfordert. Luzifer ging mir nicht aus dem Kopf und ja, shit – es tat irgendwie weh zu sehen, wie er sie küsste und mir vorzustellen, wie er… nun ja. Dann diese ätzenden Gespräche, die Leute, die mir von allen Seiten sagen wollten, dass ich dumm bin bei dem, was ich hier tue. Und jetzt noch dieser Typ… Was, um das klarzustellen, die absolute Ausnahme ist auf solchen Events. Klar, schwarze Schafe hat es überall. Aber im Vergleich zu gewöhnlichen Clubs fühle ich mich auf solchen Events tausend Mal wohler und es gibt so gut wie nie wirklich unangenehme Situationen. Aber hey – wenn dann alles auf einmal, nicht wahr?

Schließlich trat ich wieder auf den Gang und begab mich ein letztes Mal Richtung Bar – in erster Linie um mich von den Leuten zu verabschieden, die ich eben noch treffen würde.

„Hey“, hörte ich seine Stimme hinter mir und wurde langsamer, „Mäuschen… du hast mich genau gehört. Bleib stehen“, sagte Luzifer, als er bereits bei mir war. Allein dieses Mal. Ich war froh. Als ich mich umwandte, sah er mich an – sein Lächeln verschwand.

„Was ist los?“

„Nichts.“

„Lüg‘ mich nicht an.“

Er zog mich ein Stück an den Rand, in einen leiseren Gang. Setzte sich auf einen Barhocker, die hier herumstanden und zog mich zwischen seine Beine.

„Dir geht’s nicht gut.“

Ich zögerte.

„Alles gut. Wirklich. Ich geh langsam.“

Wir sahen uns an, sagten nichts. In diesem Augenblick fühlte ich es. Und ihr dürft mich für das dümmste, naivste, kleine Ding halten, das die Welt je gesehen hat: aber er sieht mich an und ich habe das Gefühl, dass er ehrlich zu mir ist. Dass ich an erster Stelle stehe, dass ich ihm wichtig bin.

„Was machen wir hier?“ fragte er plötzlich.

„Was meinst du?“

„Ich hab das Gefühl, dass das so nicht funktioniert.“

Ich schnaubte sarkastisch.

„Ich hab nicht gezickt vorhin“, sagte ich irgendwann, „das war kein zicken. Ich will das. Ich hab Spaß an all dem. Aber… nicht so. Ich glaub, ich hab zu große Töne gespuckt.“

„Das glaub ich auch.“

Wir schwiegen wieder, sahen uns nur an. Und plötzlich war mir, als wüsste ich es. Ich fragte ihn trotzdem.

„Du hast sie gefickt gestern, oder?“

Er sah mich an. Zuckte mit den Schultern.

„Ja… Ja, hab ich. Als ich deine letzte Nachricht gelesen hab, hab ich den Gürtel abgemacht.“

Ich lächelte erschöpft. Eigentlich reagierte ich kaum. Mir wurde ein bisschen schlecht, ja. Aber was hätte ich auch sagen sollen. Dass ich selbst schuld war? Dass mein beschissener Stolz ihm im Grund nur eine hatte reinwürgen wollen? Dass er mir angeboten hatte, den Keuschheitsgürtel zu tragen und ich ihm hatte unter die Nase reiben müssen, dass ich mir dafür etwas zum Vögeln gesucht hatte – während ich eigentlich Salsa tanzen war?

Er zuckte wieder ratlos mit den Schultern und fuhr sich durchs Haar. Eine Geste, die ich nicht von ihm kannte. Sie ließ seine Souveränität bröckeln, was ich aufmerksam zur Kenntnis nahm. Andererseits brachte mir das jetzt auch nichts mehr.

„Hattest du wenigstens Spaß?“ fragte er.

Ich lächelte wieder müde.

„Ich war tanzen“, sagte ich.

Er sah mich an, als hätte ich ihn geohrfeigt. Und nein, seine Überraschung war nicht gespielt. Er war sprachlos. Ich hatte den Teufel sprachlos gemacht.

„Du… was?“

Er packte mich am Oberarm, als wolle er die Wahrheit aus mir heraus drücken.

„Das ist nicht dein verdammter scheiß ernst!?“ fluchte er plötzlich und wurde von einem Augenblick auf den anderen so aggressiv, dass ich erschrak, „was zur Hölle? Ist das dein scheiß ernst?“

Jetzt war es an mir die Schultern zu zucken.

„Hey – immerhin hatte einer von uns Spaß“, sagte ich in dem Versuch, einen Witz zu machen – mein Ton ließ ihn auf meine Kosten gehen.

„Das zwischen uns ist was Besonderes für mich. Ich spiel hier kein Spiel.“

„Sag das dem Typ von eben“, rutschte es mir raus.

„Welchem Typ?“

Ich spürte, dass ich wütend wurde. Zugegeben nur zur Hälfte auf ihn, der Rest ging auf meine eigene Kappe. Aber ja, ich war pissig. Auf alles und jeden. Hauptsächlich auf mich selbst.

„Dem Typ, der mich gerade in eine Ecke gedrückt hat und mich angefasst hat, weil er mir erzählen wollte, dass ich mich für dich zur zweiten Wahl machen lasse. Oder den anderen Leuten, die mich kennen und die mich heute alle dumm gefragt haben, was denn in mich gefahren sei, dass ich mich auf dich einlasse!“

„Wer?“ fragte er nur.

„Was?“

„Sag mir, wer dich angefasst hat…“, sein Ton wurde dunkel.

Seine Reaktion mag jetzt so pseudo-romantisch klingen, aber ich hatte gerade wirklich keinen Nerv auf beschützt und verteidigt werden. Der Typ war weg – es ging mir ums Prinzip.

„Ist doch egal, darum geht’s nicht.“

„Wieso können diese scheiß Idioten nicht zu mir kommen, wenn sie ein Problem haben?“ knurrte er, „ich mach das seit Jahren. Ich weiß, wie das ist. Es wird geredet und es wird verdammt viel Scheiß über mich erzählt. Aber Leute sind neidisch. Manche Frauen wollen Dinge, die sie nicht bekommen und Männer sind entweder neidisch oder wollen eigentlich nur dich und haben aber keine Chance. Ich kenn das alles seit Jahren – und mittlerweile is es mir egal. Ich genieß das alles trotzdem. Aber ich werd nicht daneben stehen, während die das an dir auslassen. Ich will, dass du mir das sagst.“

„Und wo bist du, wenn sowas passiert? Soll ich dich dann suchen gehen in einem der Playrooms, oder was?“ fuhr ich ihn an.

Er schwieg.

Nach einigen Sekunden atmete er erschöpft durch, nahm mein Gesicht in seine Hände und sah mich intensiv an.

„Ich will das hier, verstehst du das? Ich will das alles mit dir. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so auf eine Frau reagiert habe. Das ist kein Spiel für mich. Wir beide werden uns so bald wie möglich an einen Tisch setzen und reden. Ich hab kein gutes Gefühl bei solchen Dingen wie heute. Aber du musst ehrlich zu mir sein. Du wolltest nicht mit mir hier sein heute, sondern allein kommen. Du meintest, es sei kein Problem, wenn ich eine andere Begleitung hätte. Und du warst diejenige, die mir geschrieben hat, sie vögelt einen anderen. Das kommt immer alles von dir – das jetzt gerade ist der erste Moment, in dem ich es dir nicht abnehme. Wir beide werden reden. Nicht auf einer Party, sondern in Ruhe. Ohne Sex. Ohne Spielen. Und dann wirst du ehrlich zu mir sein und dann werden wir eine Lösung finden. Ich will das – begreifst du das?“



Zweifel

Ich glaube, dass mir nichts von allem, was ich eben geschrieben habe, schwerer fällt zuzugeben als die Tatsache, dass mir auf der Heimfahrt im Auto Tränen kamen.

Ich kenne mich so nicht. Ich bin ein enorm rationaler Mensch. Mir sind meine eigenen Reaktionen immens bewusst, ich kenne meine Ticks und weiß, wie ich worauf reagiere. Und ich lasse Männer nicht umsonst so wenig an mich heran. Nein, ich bin nicht verliebt. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob das bei mir geht – abgesehen davon mit Sicherheit nicht nach knapp zwei Monaten. Dafür kenne ich ihn zu wenig.

Aber ja, ich habe Gefühle für ihn – was auch immer das heißt. Und dieser Abend war in einer derart neuen Form demütigend und beschissen, wie ich es nicht erwartet hätte. Ich mag mich selbst nicht, wenn ich zickig und irrational werde. Wenn meine Gefühle oberhand gewinnen und ich nicht mehr klar und vernünftig denke. Das passiert mir so gut wie nie – ja, ich bin in vielerlei Hinsicht ein kleiner Kontrollfreak. Vielleicht mag ich den Kontrollverlust deshalb so sehr. Weil ich nie – NIE – die Kontrolle über mich, die Fassung verliere. Und da stand ich gestern: eifersüchtig, verletzt, eingeschüchtert, gedemütigt und zurückgewiesen. Mit all diesen irrationalen Gefühlen konfrontiert, die ich nicht gewohnt bin. Den Tag heute habe ich damit verbracht, auf mein Handy zu starren. Wie das klischeehafteste Mädchen in einem Frauenfilm, das man sich vorstellen kann.

Eine Träne wegen einem Mann zu vergießen – wie bin ich hierher gekommen? Ich meine… was zur Hölle?

Einerseits würde ich gern meiner Intuition vertrauen. Ich kann mich an kein einziges Mal erinnern, das ich mich wirklich – so richtig – in einem Menschen getäuscht habe. Klingt komisch, aber das ist eine der wenigen schlechten Erfahrungen in meinem Leben, die mir bislang erspart blieben. Ich lasse enorm wenige Menschen wirklich an mich ran – aber wenn ich es tue, dann bin ich mir eigentlich sicher und dann kann ich meiner Intuition und meiner Menschenkenntnis trauen. Deshalb zweifle ich so – mein Gefühl sagt mir, er ist ehrlich zu mir und meint Dinge so, wie er sie sagt.

Andererseits frage ich mich, was ich zu einer anderen Frau in meiner Situation sagen würde. Und wenn ich sehr ehrlich bin, glaube ich, dass ich innerlich denken würde, dass das doch genau das ist, was immer passiert: das naive Ding, das einem Mann verfällt und ihm, egal, was er macht, alles glaubt, nur weil er ihr sagt, wie besonders sie ist – weil sie es so gern glauben möchte. Ich gehöre nicht zur Sparte naiv, wirklich nicht.

Aber dann wieder – ganz ehrlich: er hat nichts getan, von dem er hätte ahnen können, dass es mir schadet! Ich habe derart große Töne gespuckt, dass es mich gewundert hätte, wenn er mir nicht geglaubt hätte. Ich war nicht wirklich ehrlich zu ihm. Vielleicht auch nicht zu mir selbst. Dann wiederum denke ich wieder: gehöre ich jetzt zu den Frauen, die die Schuld bei sich suchen, wenn sie verletzt werden?

Ach, keine Ahnung. Ihr seht mein Hin und Her.

Mein Gefühl sagt, ich kann ihm vertrauen.

Mein Verstand antwortet: Wie naiv bist du eigentlich?


1, 2 oder 3

Ich habe jetzt drei Möglichkeiten:

Ich kann es beenden.

Ich kann es zurückfahren, Spaß haben, nicht mehr übernachten, wenig Kontakt, Mauer wieder hoch.

Oder ich kann ihm glauben und vertrauen und damit das Risiko eingehen, absolut auf die Fresse zu fallen.

Was werde ich also tun? Das, was ich immer tue: mit Vernunft an die Sache rangehen. Ich werde mich so bald wie möglich in Ruhe mit ihm treffen. Werde ehrlich zu ihm sein und ihm sagen, was für mich geht und was nicht. Ich werde mir anhören, was er zu sagen hat und dann meiner Intuition vertrauen, in der Hoffnung, dass sie in eine Richtung zeigt, in die mein Verstand mitgeht und sein OK dazu gibt.


Entschuldigt den Mangel an Kopfkino in diesem Beitrag – ich verspreche euch: das wird sich wieder ändern. Wenn ich eines nicht vorhabe, dann mir wegen einem Mann den Spaß verderben zu lassen.

Ob also weiter mit dem Teufel oder mit einem anderen: es KANN nur bergauf gehen. Gebt mich also nicht auf. 😉

17 Kommentare

  1. Ich wollte mich eigentlich nicht so viel einmischen aber nun kommentiere ich doch öfter als ich es mir vorgenommen hatte. Verzeih mir meinen Egoismus, ich will ein paar Gedanken loswerden.
    Zuerst mal tut es mir Leid, dass der Abend für dich nicht gut lief. Grundsätzlich finde ich aber, dass sich an deiner Situation nicht viel geändert hat, deswegen bleibe ich bei meinem Ratschlag vom letzten Post 🙂
    Aus meiner Perspektive klingst du übrigens schon wie eine Frau, die sich verliebt hat, sich aber weigert anzuerkennen, dass ihr sowas unfassbares 😉 geschehen kann. Aus diesem Grund glaube ich, dass von deinen genannten 3 Optionen dich die 1. sehr unglücklich machen wird und die 2. nicht funktionieren kann.
    Ich kenne dich nicht gut, daher nimm meine Kommentare bitte nicht zu ernst und entschuldige, wenn ich falsch liege. Für mich wirkt es so als hättest du große Probleme damit, enge Beziehungen einzugehen. Nicht weil du nicht willst sondern weil du nicht kannst. In deiner aktuellen Situation hindert dich das vielleicht daran, mit einem besonderen Menschen glücklich zu werden.
    Ich danke dir auf jeden Fall für deinen neuesten Beitrag und warte gespannt auf den nächsten.

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    1. Also erst einmal: ich müsste nicht bloggen, wenn ich nicht offen wäre für Input, der von außen kommt. 🙂 Deshalb in jedem Fall danke dafür – und bitte: fühl dich frei, dich weiterhin einzumischen. Ich muss ja nicht mit jedem Input einig sein, aber ich bin selbstkritisch und v.a. selbstreflektiert, deshalb denke ich über jeden Gedanken nach, der mir halbwegs bedacht entgegengebracht wird. Und auf neue Gedanken zu kommen ist immer gut 🙂
      Nun ja. Dieses Thema mit dem Verliebtsein… Ich denke, ich habe zu Liebe eine etwas andere Sicht als die meisten Menschen. Und ich glaube tatsächlich nciht, dass ich verliebt bin. Allein weil ich das Gefühl habe, dass ich ihn dafür besser kennen müsste. Es sind jetzt wie viel? 7 Wochen oder so. Und wir sehen uns 1 – 2x in der Woche. Ich weiß nicht, ob ich mich wieder verlieben kann und ich bin ziemlich sicher, dass das nicht in dieser Zeit passiert. Aber – ich muss dir in gewisser Weise recht geben. Je mehr ich nachdenke, je mehr Abstand ich habe, desto mehr wird mir bewusst, wie sehr ich in der Sache drin hänge. Und ja, desto deutlicher wird mir klar, dass ich Gefühle für ihn habe, ziemlich sicher mehr als ich mir bisher eingestanden habe.

      Und ja – du magst auch hier recht haben. Ich habe eine große Schwierigkeit damit, Bindungen einzugehen. Ich weiß auch, warum – die 5 Jahre Trauma-Therapie mit Anfang 20 müssen ja für irgendwas gut gewesen sein 😛 Aber: alle meine anderen Probleme, die ich von früher hatte, habe ich auch in den Griff bekommen. Ich bin also sicher, dass ich auch irgendwann bereit sein werde, wieder jemanden an mich ranzulassen. Vielleicht nicht in einer klassischen Form, aber so, wie ich es eben für mich dann beschließen werde. Aber ja, es fällt mir schwer. Schwierigkeiten haben mich bisher aber nie davon abgehalten, Dinge zu tun bzw zu lernen.
      also sage ich mir, was ich mir immer sage: eins nach dem anderen 😉

      Und zu deinen Bedenken.. Hm. Kann sein, dass mich die erste unglücklich machen würde. Ich will eigentlich auch nicht überreagieren und gleich weglaufen. Deshalb ist das wohl meine letzte Wahl. Und Option zwei… ich denke, ich könnte es. Mit Überwindung und Selbstdisziplin. Ob es nur funktioniert oder auch trotzdem weiterhin gut bleibt, ist eine andere Frage.. Aber diese Frage stelle ich mir nach dem Gespräch…

      Ich danke dir für den Input und: immer wieder gern!

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  2. Ich wünsche dir das beste und ich persönlich hoffe ja das es mit euch beiden weiter geht.
    Denn ich glaube auch, das er es ernst meint. Das er bei manchen Aussagen erstaunt und überrascht war, wie das du nicht deinen Spaß hattest kannst nur du wissen.
    Aber vielleicht bin ich auch eine von den naiven wie du sie nanntest.
    Ich wünsche es dir wirklich sehr…
    Du solltest wenn du ja ehrlich zu ihm bist, ihm sagen das du nicht möchtest das es andere Frauen für ihn gibt. Also zumindest für den Anfang halt nicht.
    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht😙💋

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    1. Ich danke dir, meine Liebe… 🙂
      Ich hoffe es ehrlich gesagt – unabhängig davon, wie das weitergeht, wäre es kein schönes Gefühl zu erkennen, dass ich mich eben doch irgendwie getäuscht habe. Allerdings glaube ich daran nicht wirklich. Keine Ahnung, was passiert. Vielleicht funktionieren wir beide auch aus irgendeinem anderen Grund nicht zusammen. Aber ich glaube nicht, dass er ein Spiel spielt.

      Nun ja. Wir werden sehen und ich werde euch definitiv auf dem Laufenden halten.

      Schön, dich hier zu haben 🙂 :*

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  3. Ich lese deinen Blog schon eine Weile, auch wenn mir die Spielart BDSM nicht wirklich liegt, finde ich deinen Schreibstil grandios!

    Ich erkenne mich dennoch sehr gut in deiner Situation wieder und habe eine ähnliche Erfahrungen mit einem Mann gemacht. Und auch wenn es im wahrsten Sinne des Wortes ein Spiel mit dem Teufel ist, lass dich darauf ein! Lege alle Karten offen auf den Tisch, sprecht euch aus und sagt beide was ihr wollt und wie ihr es wollt. So wie sich deine Geschichten mit Lucifer lesen und wie meine eigene Erfahrung ist, kann ich nur sagen, es passiert sehr selten, dass so eine starke Anziehung zwischen zwei Menschen ist und dieses starke Gefühl sollte man nicht einfach so ziehen lassen. Selbst wenn es nicht für die Ewigkeit ist (war es bei mir leider nicht), genieß das Hier und Jetzt, verschwende nicht zu viele Gedanken an die Zukunft. Um es mit Einsteins Worten zu sagen: „Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug.“

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    1. Ich kann gar nicht beschreiben, wie es sich anfühlt, solche Kommentare wie deinen zu lesen. Zu wissen, dass jemand eigentlich schon eine ganze Weile sein Unwesen hier treibt 😉 und sich dann plötzlich eine Stimme aus dem Off meldet und man merkt, dass es andere gibt, die den eigenen Weg nachvollziehen können und sich ein wenig identifizieren. Und ja, im besten Fall sogar etwas beisteuern können. Ich danke dir dafür.
      Zu deinem Ratschlag – ja. Ich weiß. Ganz ehrlich? Ich würde jedem anderen denselben Rat geben und ich bin für gewöhnlich immer die erste, die sagt, man sollte im Moment leben. Und ich bin Grenzgänger und sich Ängsten zu stellen ist etwas, was für mich seit Jahren zum Leben, zum Wachstum und zur Entwicklung dazu gehört. Aber ja, wenn es um einen anderen Menschen geht, bin ich deutlich vorsichtiger, weil plötzlich ein unkalkulierbares Risiko dazukommt: ein anderer. Und ab dem Zeitpunkt, an dem ich mich auf jemanden einlasse, gebe ich diesem Menschen irgendwie ein Stück Kontrolle darüber, wie es mir geht. Bei anderen Herausforderungen kann ich Tempo und Fort- und Rückschritt oder Pausen selbst bestimmen. Aber in dieser Sache bin ich nicht mehr allein. Und allein meine Reaktion am Wochenende war für meine Verhältnisse überraschend intensiv – also ja, der Gedanke sich sogar NOCH mehr darauf einzulassen, macht mich enorm vorsichtig.
      Aber ja – ich weiß. Und ja. Ich würde es anderen genau so raten. Was ist es für ein Leben, wenn man auf alle intensiven und schönen Dinge verzichten würde, aus Angst, dass sie vielleihct irgendwann nicht mehr da sind?

      Du hast recht. Einstein hat recht 😉

      Ich danke dir von Herzen und hoffe, ich lese mal wieder von dir.

      PS: Wenn ich fragen darf – bei dir was diese Sache auch irgendwann vorbei? Wie bist du damit dann umgegangen? Du kannst mir, falls du überhaupt antworten möchtest, auch gern per Contact-Formular eine Mail schreiben.. Würde mich interessieren. Falls du dazu zwei Sätze verlieren möchtest. Falls nicht: ich hoffe du treibst dich weiterhin hier rum 😉

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      1. Ich schreibe vielleicht ein paar Sätze morgen oder im Laufe der Woche über die Kommentarfunktion. Jetzt wünsch ich dir aber erstmal viel „Glück“/“Erfolg“/ oder auch was auch immer man für so ein Gespräch mit dem Teufel wünscht! Vielleicht einfachen einen schönen, klärenden Abend.

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  4. Liebste Ophelia, ich fürchte Dir steht Deine eigene Ratio im Weg. Die Vorstellung wie du Dein Leben ausrichten möchtest kann sich nicht immer mit dem Decken was das Leben für uns bereit hält.
    Vieles ist nicht planbar. Du musst auch nicht immer alles Wissen was kommt.
    Gib Dir die Zeit zu ergründen was Du wirklich möchtest. Im Moment möchtest. Nicht was Du in 10 Jahren möchtest.
    Ich bedanke mich für diesen wundervollen Beitrag oder Seelenstriptease.

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    1. Ach Christian – wie oft ich höre, dass meine Ratio mir im Weg steht 😉 Ich weiß… Sie hat mir das Leben gerettet und ich verlasse mich für gewöhnlich auf sie. Aber ja, manchmal scheint sie mir im Weg zu stehen. Ich sollte einen MIttelweg finden und mcih wohl ab und an auch mal auf ein Gefühl einlassen..Und du hast recht – man kann das Leben nicht planen. Normalerweise bin ich diejenige, die auch das immer sagt.

      Mir fällt ja auf, dass ich in vielen Reaktionen und Kommentaren hier Ratschläge lese, die ich selbst sehr gern gebe. Ich sollte ganz offensichtlich anfangen, die Dinge, die ich predige, auch selbst umzusetzen… 😛 😉

      Ich danke dir.

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  5. Kein „Kopfkino“? Ganz im Gegenteil, da ist ganz viel „Kopfkino“ enthalten. Du beschreibst eine Situation die allein nur durch das Verlangen nach Unterwerfung, die Thematik „Liebe“ und all ihre damit verbundenen Probleme um ein vielfaches potenziert.
    Denn „Sex“ allein muss nicht „Liebe“ sein. Liebe bedeutet ja auch immer ein „Miteinander“, das teilen des eigenen Lebens mit einer anderen Person, das teilen von Geheimnissen, das teilen eines Alltags, den man erst mal bewältigen muss. Und nun beschreibst Du haarklein eine Situation, die ganz sicher nicht nur Du und ich im Grunde ganz genau so (oder so ähnlich) erlebt haben. Welches „Gefühl“ ist echt? Ist es „Liebe“ oder ist es doch nur das tiefe verlangen nach ..?! Allein das Abwägen; „Was ist richtig, was ist falsch?“, wird zur Tortur. Für Dich als auch für den Leser. Und Scheibenhonig noch eins, Du zelebrierst und beschreibst diese Zerrissenheit nun auf eine Atemberaubende Art und Weise. Verflixt noch eins, wenn man dieses Gefühl nicht selbst schon mal erlebt hätte, man würde an reine Phantasie glauben und das als schöne Geschichte ab tun. Du bist unglaublich …

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    1. Ich danke dir – erneut – für deine Worte. Ja, dieses Hin und Hergerissen-Sein ist etwas sehr… intensives. Und ich bin ungemein gespannt, wie es weiter geht. Wie ich mich entscheide. Wie er sich entscheidet. Was dieses Gespräch bringen wird. Es beschäftigt mich, das gebe ich zu. Allein das heißt etwas bei mir, ich lass mich für gewöhnlich nicht leicht ablenken.

      Nun ja. Du ahnst zumindest das Gefühl nicht, zu hören, dass ich hier Dinge schreibe, die andere tatsächlich nachvollziehen können… 🙂 Tut gut… Ich danke dir dafür 😉

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  6. das ist jetzt ein wenig off-topic, aber ich will es trotzdem loswerden: ich habe deinen blog vor zwei tagen entdeckt und ich LIEBE ihn! deine art zu schreiben, deine erzählungen und vor allem auch deine analysen. du hast es jedenfalls geschafft, dass ich sämtliche einträge binnen nicht einmal zwei tagen durchgelesen habe. danke! vielleicht motiviert mich das auch wieder zum schreiben. 😉

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    1. Wow – tausend Dank für diesen Kommentar!! Es ist immer wieder ein unbeschreibliches Gefühl, solche Dinge zu lesen. Es ermutigt zum Weiterschreiben und ehrt mich wirklich. Melde dich, falls du dich auch wieder zum Schreiben durchringen kannst 😉 Ich würde mich freuen, etwas von dir lesen zu dürfen. Liebe Grüße und hoffentlich höre ich mal wieder was von dir 😉

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  7. Hallo Ophelia,
    ich verfolge deinen Blog jetzt schon seit geraumer Zeit und bin total begeistert von deiner Art zu schreiben. Auch finde ich es großartig wie du deine Beiträge aufbaust, mit Zwischenüberschriften, Metaphern und ähnlichem – man sieht einfach, dass du viel Wert auf ein rundes Gesamtbild legst und ich weiß das sehr zu schätzen!
    Ich total fasziniert von deinen Erlebnissen und deiner Art davon zu berichten und dich selbst zu analysieren. Vor kurzem war ich sogar so in deine Erzählungen versunken, dass ich beinahe in den falschen Bus eingestiegen wäre… 🙈

    Aber jetzt zum Thema: ich kann deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen, da es mir selbst extrem schwer fällt mich auf jemanden einzulassen, denn jede Person die einem etwas bedeutet macht einen natürlich auch verletzlich… Allerdings kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass manche Menschen das Risiko zu fallen wert sind. Wie das bei dir und Luzifer ist, kannst letztendlich nur du selbst sagen, aber in Ruhe mit ihm darüber zu reden klingt auf jeden Fall nach einer guten Idee.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück und freue mich schon sehr auf einen weiteren Bericht von dir.🙂
    Glg Isabelle

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    1. Meine liebe Isabelle,

      ich danke dir von Herzen für diesen Kommentar! Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr es mich freut, so etwas zu lesen. Vor allem, weil du glaube ich die Erste bist, die mich darauf anspricht, wie ich meine Beiträge aufbaue. Ja, das ist mir durchaus wichtig und auch wenn es allen egal wäre: ich würde das für mich weiterhin so handhaben 😀 Ich mag runde Bilder, ich liebe Metaphern und ich genieße es, übertragbare Bedeutungen in Geschichten zu finden. 🙂 Schön, dass das jemand zu schätzen weiß 😉 Und noch schöner, dass du meine Beiträge magst und ich dir damit ein paar Minuten guten Zeitvertreibs bieten konnte 😛

      Schön zu hören übrigens, dass mich Menschen da nachvollziehen können. Es ist schwieriger, als ich vermutet hätte und ich hätte nicht gedacht, dass ich damit so zu kämpfen haben würde. Aber ja, jeder hat eben sein Päckchen zu tragen und ist auf die ein oder andere Art geprägt.
      Danke für den Kommentar – und ich hoffe sehr, du lässt mal wieder was von dir hören 😉 Schön dich hier zu haben 🙂

      Liebe Grüße
      Ophelia

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  8. Liebe Ophelia , wieder ein wunderschöner Beitrag, offen und ehrlich wie ein Seelenstriptease.
    stehst du dir im Augenblick nicht etwas selbst im Wege. Man kann nicht wissen, was Morgen oder in 10 Jahren sein wird. Wichtig ist das heute und das was ich heute will. …und du mußt nicht immer alles wissen und acu du bist nicht immer die erste Geige. Fresch und unvernüftig aber so bin ich mal. letztendlich mußt du und wirst du auch deinen Weg finden und gehen.

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    1. Ich danke dir für den Kommentar – bzw. alle davon 😉
      Ja mit manchen Dingen steh ich mir selbst im Weg, das hab ich an besagtem Wochenende ebenfalls festgestellt.
      Zur zweiten Geige: ich weiß, das bin ich nicht immer. Aber ehrlich gesagt… Für einen Mann, auf den ich mich derart einlasse, möchte ich tatsächlich die erste Geige spielen. 😉 das ist durchaus ein Anspruch, den ich habe. Aber darüber haben wir ja anschließend geredet.

      Nun ja. Der Rest folgt 😉

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