Wenn BDSM zum Psychothriller wird

NACHTRAG/STATEMENT am 26.04.2018, den ich heute VOR den ursprünglichen, unveränderten Beitrag setze, nachdem das Interesse auf Facebook sehr präsent zu sein scheint: 

Man darf mich jederzeit kontaktieren – mit vernünftig gestellten Fragen und wenn möglich erst nach gründlichem Lesen (vielleicht auch des Folgebeitrags). Ich antworte sehr gern.
Ich habe diese Beiträge NICHT geschrieben, um jemanden in der Öffentlichkeit bloßzustellen – sein Name/seine Identität ist NIRGENDS erkennbar, die Details zu seiner Person sind so verfälscht, dass der Inhalt der Geschichte stimmt, seine Identität aber geschützt bleibt. Wenn auf Facebook Damen behaupten, sie kennen ihn, ist das NICHT möglich. Allein das sollte beweisen, dass es mir nicht darum geht, ihn vorzuführen, weil ich „betrogen“ wurde. Es weiß ja niemand, um wen es geht.
Der Beitrag soll aufklären – soll jungen, in BDSM unerfahrenen Frauen zeigen, wie es NICHT geht. DAS ist die Absicht in Hinsicht auf den Blog.

Abgesehen davon breite ich selbstverständlich nicht jedes Detail über das, was hinter den Kulissen geschieht, hier im Netz aus. Zudem kann ICH keine Anzeige erstatten, da er mir nichts strafrechtlich Falsches getan hat.

Um jemanden zur Rede zu stellen und ihm Vorwürfe zu machen, brauche ich kein Internet. Der Blog möchte aufklären und anderen die Antennen schärfen.
Die konkrete Handhabe hingegen mache ich selbstverständlich privat und in der direkten Kommunikation. Vielleicht möchten das einige der Herrschaften bei Facebook auch einmal ausprobieren? 😉

 

 




 

Vorab:

Um das klar zu stellen: Dieser Blog – das, was ich schreibe – ist KEINE Fiktion, so sehr ich es mir gerade wünschen würde. Meine bisherigen Beiträge waren real erlebte Erfahrungsberichte, bei denen einzelne Sequenzen, Äußerungen und Details geändert oder stilistisch angepasst wurden, um Identitäten zu schützen, ohne an der Geschichte – meiner Geschichte – etwas zu ändern. Ich habe nichts erfunden, ich habe nicht gelogen und ich spiele hier nicht mit Illusionen und Fantasien.
Auch dieser Beitrag ist KEINE Fiktion, keine erfundenen Story, um Aufmerksamkeit und Follower zu bekommen. Im Gegenteil. Ich war kurz davor, meinen gesamten Blog offline zu nehmen und abzutauchen.

Ich habe mich dagegen entschieden. Vielleicht sollte es so sein, vielleicht musste ich mir erst einen Follower-Stamm aneignen, eine Masse an Menschen um mich scharen, die sehen, dass ich real und authentisch bin. Vielleicht hat das Universum mir erst eine Stimme geben wollen, damit ich jetzt schreien kann.

Ein Exempel statuieren kann an mir selbst. Für alle Frauen – Vanillas und vor allem die, die BDSM praktizieren – als Beispiel voran gehen, damit jede von euch begreift, WIE VERDAMMT wichtig es ist, Grenzen zu ziehen. Einen Mann nicht zum Mittelpunkt des Lebens zu machen. Vorsichtig zu sein. Mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und Aussagen zu hinterfragen.

BDSM ist eine wunderbare Sache, aber er bietet eine fatale Basis für jene mit den falschen Intentionen – und für Menschen mit narzisstischen, dissozialen oder anderen Persönlichkeitsstörungen.

Ich wollte mit diesem Blog unterhalten. Gedanken teilen. Erfahrungen weiter geben. Euch ein gutes Gefühl geben. Fantasien schenken. Und hin und wieder kritisch reflektieren, zu neuen Gedanken anreizen. Verzeiht, wenn das, was jetzt folgt, unangenehm wird. Aber die Wahrheit steht über allem. Die Alternative wäre Schweigen und den Blog offline nehmen.

Stattdessen teile ich heute eine andere Erfahrung mit euch. Anscheinend gehört auch das dazu.

Zum Leben.

Zu mir.

Die Erfahrung einer jungen Frau, die sich auf einen dominanten, bekannten Mann einlässt und schließlich herausfindet, dass sie zum Opfer eines kriminellen, psychopathisch veranlagten Menschen wurde, der sie brechen wollte, wie er andere Frauen vor ihr gebrochen hat.

Es tut mir leid für alle, die an Happy Ends glauben. Die meine Geschichte verfolgt haben und glaubten, darin ein „Wenn es ihr passiert, dann kann mir das auch passieren“ herauszulesen.

Ich wünsche NIEMANDEM das, was mir passiert ist und noch passiert. Ich würde auf jede einzelne Erfahrung verzichten, wenn ich jetzt nicht durch diesen Alptraum wandeln müsste. Ich weiß nicht, was geschehen wird. Ich weiß nicht, was ich hier mache. Ich weiß nicht, ob es richtig ist. Aber es ist mir egal, der Hass macht mich blind.

Ich schreibe.

Lest es.

Verdaut es.

Teilt es.


Hinweis:

Ich werde den Namen Luzifers nicht outen, werde seine Identität nirgends veröffentlichen – solange der meine ebenso geschützt wird.

Sollten Dinge aus dem Ruder laufen, mit meiner Identität gespielt werden oder mir gedroht, bin ich bereit zum Äußersten zu gehen.

Unterschätzt mich nicht.


Wie der Stein ins Rollen kam

Ich saß am Ostermontag am Schreibtisch und schrieb über den Samstag, als ich auf Joy eine Nachricht bekam. Ihr erinnert euch an das „kleine Miststück„? Ich werde sie in Zukunft die Kleine nennen, weil sie jung ist und ich das „Miststück“ in Zusammenhang mit ihr nicht mehr aussprechen möchte. Die Kleine schrieb mir auf Joy, ob ich in den letzten Tagen von Luzifer gehört hätte. Ich bejahte. Sie bat mich, ihm zu sagen, er solle sich doch bitte bei ihr melden oder ihr wenigstens ihre Sachen zurückschicken.

„Deine Sachen?“ fragte ich.

„Ja, meine Sachen, die ich extra bei ihm gelassen hatte für das Wochenende. Hat ja leider nicht geklappt, weil er arbeiten musste.“

„Welches Wochenende?“

„Na, dieses Osterwochenende. Ich hab mir ja extra Urlaub genommen, aber er musste arbeiten.“

„Das muss ein Missverständnis gewesen sein.“

„Wieso? Er hat mich noch gedrückt und gesagt, wir sehen uns am Wochenende.“

„Er hat dich gedrückt? Ihr habt euch gesehen?“

„Ja. Das ganze letzte Wochenende. Ich hatte Geburtstag.“

„Das letzte Wochenende?“

„Ja. Wieso fragst du so?“

„…hat er dich gedrückt? Du warst bei ihm?“

„Ja… ich hatte Montag Geburtstag und hab mir extra frei genommen. Er sich auch. Und seit ein paar Tagen höre ich nichts mehr von ihm. Bisher lief es so gut, deshalb verstehe ich das nicht.“

„Was lief gut…?“

„Na, alles. Wir haben über Urlaub geredet und so.“

Ich wurde still. Das Fenster mit dem Beitrag über das Wochenende schloss ich nebenbei. Ich nahm mein Telefon und schrieb Luzifer eine Nachricht:

„Hey.. Ich will jetzt nicht überreagieren. Es gibt immer zwei Seiten. Aber die Kleine hat mich eben angeschrieben und mir Dinge gesagt, die mich extrem irritieren. Aber.. vielleicht kannst du mir das ja alles ganz leicht erklären. Ich bin ruhig und hör mir deine Seite an. Kannst du mich anrufen?“

Genau das schrieb ich. Versteht mich nicht falsch oder haltet mich für naiv. Ich wusste die Wahrheit. Aber ich handle nach Prinzipien. Ich will mir nichts vorwerfen lassen müssen. Ich wusste, ich würde meine Krallen ausfahren – aber ich würde ihm nicht die Genugtuung geben, sagen zu können „Du hast mir nicht einmal die Chance zur Erklärung gegeben.“
Ich gab sie ihm. Präsentierte sie ihm auf einem Silbertablett. Seine Antwort per Whatsapp:

„Melde mich später.“

Die Kleine und ich telefonierten. Es war ein hartes Gespräch, für uns beide. Ich blieb relativ ruhig, gefasst und nüchtern, wie ich es immer bin. Sie brach zusammen, heulte. Es zerschnitt mir das Herz sie zu hören. Zu spüren, wie sich ihr Schmerz mit meiner eigenen Übelkeit vermischte. Meine Tränen kamen schließlich, als sie verzweifelt schluchzend sagte, dass sie sein verdammtes, abgeschlossenes Stahl-Halsband trägt und nicht weiß, wie sie das Ding jetzt wieder weg bekommt. Es dauerte nicht lang, dann fasste ich mich wieder. Ich nahm mein Handy. Schrieb ihm nebenbei:

„Ich reiß mich gerade extrem zusammen. Weil ich immer alles von zwei Seiten hören möchte. Wenn du reden willst, ruf mich an.“

Seine Antwort:

„Ich denk drüber nach. Ich komme mir vor wie im falschen Film. Ich weiß nicht, ob ich mich für so einen Bullshit überhaupt rechtfertigen will.“

Okay.
Ich verstand nicht, was hier gerade geschah, wer mir hier gerade schrieb, seine Worte wirkten fremd.. Ich verließ mich auf meinen Verstand und schrieb eine letzte Nachricht:

„Ich weiß nicht, ob du verstehst, was hier gerade passiert. Sie hat mich angerufen und mir alles erzählt. Ich hoffe auf das eine Prozent, dass es dafür eine Erklärung gibt. Gib mir diese Erklärung oder sag mir, dass sie die Wahrheit sagt.“

„Ich schreib dir später eine Mail.“

Das war’s. Diese Nachrichten schrieb ich, während ich dieses 22jährige, junge Mädchen am Hörer hatte und mir Dinge anhörte, bei denen mir schlecht wurde. Vom Teufel hörte ich erst abends etwas, die Mail sollte noch kommen. Ich möchte euch erst eine Geschichte erzählen.

Nein, meine Lieben. Nicht die langweilige Standard-Geschichte einer jungen Frau, die sich nach Jahren wieder auf einen Mann einlässt und schließlich leider doch erfährt, dass er eine Affäre hatte.

Ich wünschte, es wäre so. Ich wünschte, DAS wäre die Geschichte, die ich euch jetzt erzähle.

Das hier ist KEINE traurig endende Liebesgeschichte, sondern ein Psychothriller. Es ist die Hölle auf Erden, die ich gerade erlebe und ich möchte euch ein Bild davon zeichnen – weil ich nicht will, dass jemals eine andere Frau auf dem Weg in das wunderbare BDSM-Wunderland vom Weg abkommt und sich hierher verirrt. Ich werde sie verlassen und dabei versuchen, den Weg zu dieser Hölle hinter mir zu sprengen.

 

Ich bin nicht gebrochen.
Ich stehe – aufrechter als je zuvor. 

Luzifer ist nicht der Lichtbringer, sondern Satan persönlich.

Aber der Scheiterhaufen, den ich bereitet habe,
wird sein Fegefeuer in den Schatten stellen. 

Sammelt euch auf dem Marktplatz, meine Lieben. 

Ich habe Luft geholt.

 

Und mein Atem ist ein Feuerstrahl,
der den Scheiterhaufen entfacht.

 

Die Wahrheit

Meine Lieben, es ist Zeit euch ein paar Details zu verraten, die ich bislang für mich behielt.

Die Gründe waren unterschiedliche.
Von Beginn an waren mir Details aufgefallen an Luzifer, die meine Antennen scharf stellten. Ich hakte sie ab als Eigenheiten eines Mannes, der eben ein Freak ist, genau wie ich. Auch ich habe Eigenheiten, die andere nicht verstehen. Ich bin bei anderen nachsichtig, aber sie fielen mir auf. Waren nicht wichtig genug, um erwähnenswert zu sein. Ich merkte sie mir, schrieb eine innerliche Liste, blieb aufmerksam. Als sie sich summierten, spürte ich meine Intuition immer deutlicher. Es ist bezeichnend, dass ich in den letzten Tagen vor dem Ende mit einem mir sehr wichtigen Menschen schrieb und es schwarz auf weiß nachzulesen ist:

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Am Ostermontag – ich war dabei, den Beitrag zum Samstag zu schreiben – schrieb ich Folgendes:

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Meine Sicht war klar.

Es gab Dinge, die mir erst als sie zu einer anwachsenden Liste wurden, als ungewöhnlich auffielen. Ich weiß, viele von euch waren davon überzeugt, dass ich mich dagegen wehre, Gefühle zuzulassen. Dass ich nicht vertrauen kann, zu misstrauisch bin, ich wieder „Liebe zulassen“ sollte. Ich wollte nicht diskutieren, weil ich nicht wusste, ob es vielleicht stimmte, ich mir etwas einredete. Ich nicht doch zu misstrauisch war.

Ich möchte euch heute sagen: Bindungsangst ist mir sicherlich nicht unbekannt, aber sie ist bei weitem nicht mein größtes Problem. Ich konnte es nie beschreiben, nie in Worte fassen – aber meine Intuition riet mir, vorsichtig zu sein. Es gab Züge an diesem Mann, die ich nicht ganz fassen konnte, aber die meine Antennen schärften. Die dazu führten, dass ich mich innerlich wehrte, meine Gefühle nicht zulassen konnte. Und die mich irgendwann mit einer relativ hohen Sicherheit wissen ließen, dass er nicht der Richtige ist.
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich habe keine Gefühle für ihn entwickelt. Ich schlief bei ihm, machte Dinge mit ihm, die seit Jahren mit keinem Mann möglich waren. Aber es gab eine letzte Grenze, eine letzte Mauer, die ich nicht fallen ließ. Ich schrieb weiter, beschränkte mich auf die aufregenden, wunderbaren Teile, weil ich mich weiterhin darauf einlassen wollte. Erfahrungen machen wollte und herausfinden, ob ich nur misstrauisch und von Bindungsangst geprägt war, oder meine Intuition richtig lag.

Ich genoss 98% meiner Beziehung zu Luzifer und ich war bereit für dieses wunderbare Gefühl ein Risiko einzugehen.

Das Problem war: Ich dachte, das Risiko lag darin, dass wir beide am Ende des Tages feststellten, dass sein Art der Dominanz, seine Erwartungen in Bezug auf BDSM, sein Wunsch 24/7 sein Halsband zu tragen einfach nicht zu dem passte, was ich ihm geben konnte und wollte und wir deshalb irgendwann eben doch getrennte Wege gehen würden.

DIESES Risiko sah ich, kein anderes.

Ich erkannte eine Strategie in seinem Handeln.

Aber sein Ziel, seine kranke Intention, sein perverses Spiel offenbarte sich mir erst jetzt.


Ein Statement

Vergesst meine Beiträge, vergesst alles, was ich hier schrieb. Ich muss es auch tun. Am liebsten würde ich alles davon löschen, aber es ist ein Teil der Geschichte und es ist wichtig für Menschen, sie im Ganzen zu lesen. Am Höhepunkt mitzuschmachten, um schließlich die Augen geöffnet zu bekommen.

Seit die Kleine mich am Montag angerufen hatte, haben wir Kontakt. Der Rest des Montags war die Hölle, aber auch in den letzten Tagen führten wir stundenlange Gespräche, redeten und schrieben viel und durchlitten einen gemeinsamen Schmerz, den ich nie wieder erleben möchte. Sie ist 22, hat eine schreckliche Vergangenheit und war ein leichtes Opfer – sie war kurz davor, auf dumme Gedanken zu kommen, von denen ich sie abhielt und sie versprechen ließ, sich bei mir zu melden, Tag und Nacht. Sie nimmt Beruhigungs- und Schlaftabletten, ist diese Woche krank geschrieben und es geht ihr wirklich, wirklich schlecht. In den Gesprächen mit ihr kam Stück für Stück, Messerstich für Messerstich die Wahrheit heraus, kamen Details an Licht, die jeweils einer von uns und am Ende immer uns beiden tiefe Wunden zufügten.

Bevor jemand fragt: Nein, es gibt keine Zweifel. Ich habe Beweise. Mehr als genug. Screenshots, abgeglichene Details, Gespräche, Bilder, alles. Es gibt keine Zweifel daran, dass diese Geschichte wahr ist und glaubt mir wenn ich sage, dass ich nie in meinem Leben so lange und akribisch, beinahe zwanghaft nach etwas IRGENDeinem Beweis gesucht habe, der all das erklärt. Jede Suche führte zu mehr Wahrheit, mehr Schmerz, mehr Dunkelheit.

Lest selbst. Ich erzähle euch die Geschichte, die die Kleine und ich gemeinsam aufdeckten, von Anfang an. Urteilt zum Schluss, mit dem Wissen, dass ich alles davon schriftlich habe. Und lasst euch gesagt sein: das hier ist ein Teil. Ich erfahre täglich neue perverse Details, täglich decken wir neue Lügen auf. Ich könnte ein Buch schreiben – es würde den Rahmen sprengen. Der Beitrag wird lang, verzeiht – ich bin in einem Ausnahmezustand. Ich bitte euch: lest ihn. Zur Not überspringt die Mitte. Aber lest ihn.

Ich gehe meine Beiträge mit euch gemeinsam durch, um euch einen Eindruck des Ausmaßes zu geben. Im Folgenden zitiere ich mich selbst, ihr könnt auf meinem Blog nachlesen. Jene, die meine Geschichte verfolgt haben, werden sprachlos sein.

Wenn Satan seine Fäden spinnt

Erkennt ihr, so wie ich, die Ironie in dem Namen, dem ich ihm gab? Seht es als Beweis meiner Intuition. Wie passend dieser Name tatsächlich ist, erfuhr ich zu spät.

Wer genau gelesen hat, der hat gemerkt, dass meine Antennen von Beginn an scharf waren.

Fest steht: Ich schreibe seit Samstag täglich mit Luzifer und er weiß definitiv, was er macht. Fest steht auch: ich habe eine enorm gute Menschenkenntnis und ungemein feine Antennen.

(…)

Er spielt ein bisschen den Psychologen, analysiert, gibt seine Erkenntnisse, die vermutlich bei den meisten Frauen zutreffen, preis und erntet dann überraschte und erregte Reaktionen von den Damen.

(…)

Der Unterschied ist allerdings: Ich ticke nicht wie die meisten Frauen.

 

Die ersten vier Wochen – ich ließ euch daran teilhaben – waren wunderbar, schienen perfekt.

Der erste Einbruch – den ihr vermutlich genauso wie ich unterm Strich einfach nur als einen romantischen Höhepunkt einer besonders spannenden Liebesgeschichte wahrgenommen habt – kam im Februar, als ich die Kleine zum ersten Mal erwähnte.

Am Freitagnachmittag schrieb ich mit dem Teufel, fragte, ob wir uns sehen würden. Seine Ansage:

„Ich hätte dich schon längst zu mir bestellt für heute Abend – aber eine Freundin hat mir heute Morgen ein paar mysteriöse Nachrichten geschickt. Ich hab so eine Ahnung, dass sie heute Abend vor meiner Tür steht.“

Die Wahrheit: Er hatte die Kleine zwei Wochen davor über Joy angeschrieben, täglichen Kontakt, das Wochenende war ihr erstes Treffen.

Ihr erinnert euch an das Foto des Peniskäfig? Ich erzählte euch:

„Der kommt jetzt hin, wird abgeschlossen und der Schlüssel kommt weg. Ich werd ihr sagen, dass wir spielen können aber dass mein Schwanz nicht zugänglich ist, und dass ich den Schlüssel nicht hab.“

„Warum solltest du das tun?“

„Weil ich den Gedanken liebe, mich nur an dir auszutoben. Weil mich das Vögeln mit anderen zurzeit nicht reizt. Und weil ich dir zeigen will, was du für einen Platz bei mir hast.“

Kurz darauf kam tatsächlich noch ein Bild von seinem eingeschlossenen Schwanz.

Die Wahrheit: Die Kleine hatte sich den Peniskäfig an ihm gewünscht, weil sie das geil fand. Geschickterweise hatte das Stoff für eine weitere Lüge für ihn ergeben, sogar inklusive Beweisbild.

Als ich nach dem Event fragte, kam:

„Na, sie weiß, was zwischen uns läuft, wie besonders das ist und welchen Stellenwert du hast.“

Die Wahrheit: Er hat ihr exakt dasselbe erzählt.

Nachmittags schrieb er, er wolle meinen Arsch. Auf mein: „Du hast einen neben dir liegen.“, folgte:

„Der ist schon kaputt 😦 Deiner hält viel mehr aus..“

Die Wahrheit…… werde ich euch am Ende erzählen. Mir ist schlecht, während ich diese Zeilen schreibe.

In der Mitte des Beitrags schrieb ich:

Und nein, ich werde sicher kein Halsband anlegen – und für die Fesseln wird der Schlüssel demonstrativ um meinen eigenen Hals hängen und auch dort bleiben.

Ich gehöre mir und das wird sich nicht ändern.

Der Beitrag „Worst case scenario“ folgte. Ich war auf dem Event, stellte überrascht fest, dass die beiden gemeinsam da waren. Unser romantisches „Was machen wir hier? Wir wollen doch beide eigentlich etwas anderes“- Gespräch fand statt.

Mein Beitrag „All In“ folgte – der Höhepunkt, der euch allen (mir auch) als die romantische Auflösung vorkam. Ich schrieb:

Meine Vermutung den Sonntag über (ja, ich geb’s zu – es machte mich wahnsinnig) war, dass er eben das restliche Wochenende seinen Spaß mit seinem kleinen Miststück hatte. Die Wahrheit war, dass er sie früh morgens hinaus komplimentiert hatte und den Tag allein verbracht hatte, sich allerdings für 24 Stunden zurückziehen wollte, um nachzudenken.

Die Wahrheit: Meine Vermutung hatte natürlich gestimmt. Der Gürtel war ihr Wunsch. Dass ich ihn provoziert hatte, kam ihm gelegen, weil er darauf seine Lüge aufbauen konnte, er sei eifersüchtig und habe sie deshalb gefickt. Den Gürtel trug er natürlich auch abends nicht wie angekündigt – das hätte er ihr nicht erklären können.

Er erzählte mir, dass er seine Ruhe brauchte, weil es ihn so fertig gemacht habe, dass ich die Hater-Kommentare abbekommen hatte wegen ihm. Er erzählte mir aus seiner Vergangenheit.

Nur so viel: er hat enorm üble Erfahrungen gemacht was Verleumdung angeht. In zwei wirklich krassen Fällen kam später die Wahrheit heraus, aber solche Dinge prägen und zum anderen bleiben Gerüchte in den Köpfen der Menschen eben doch oft länger erhalten als die Wahrheit.

Die Wahrheit: Die zwei „wirklich krassen Fälle“ sind versuchte Vergewaltigung und andere Dinge. Ich lag in seinem Arm und er erzählte mir davon. Spann die großartigsten Geschichten um diese Begriffe, die komplexesten Erklärungen.
Verurteilt mich, verachtet mich, lacht mich aus – ich glaubte ihm noch im selben Moment.

Ich überfliege hier nebenbei den Beitrag, der die Erinnerung an diesen Abend hervorruft. Seine Worte. Seine Berührungen, seine Sätze. Und meine Tränen fließen. Gleichzeitig widere ich mich selbst an. Und gleichzeitig fühle ich Hass. So viel Hass…

Es ist gut. Ich verarbeite gerade. Im Schreiben. Es ist gut…

Perfekte zwei Wochen folgten, am 10. März folgte die Homebase mit meinem „Unleash„-Beitrag. Ein Abend, der Ketten sprengte, der mir so viel bedeutete… Erinnert ihr euch an den Tweet, in dem ich spoilerte und schrieb, dass die Kleine sich auf die nächsten vier Events angemeldet hatte, auf denen ich und der Teufel bei Joy auch angemeldet waren? Natürlich hatte sie das – er hatte ihr ja auch gesagt, sie würden auf jedes Event gemeinsam gehen. Als ich ihn darauf ansprach, wurde er pissig und unterstellte mir Misstrauen und Eifersucht, dass ich „rumstöbere“. Ich ließ das Thema.

Es vergingen zwei Wochen, bis ich ihn wiedersehen sollte. Am 26. März. Das war mein letzter Beitrag. Es war ein Montag, denn das Wochenende über war er „arbeiten“. Er begann mit:

Ich hatte Luzifer seit zwei Wochen nicht gesehen – nennen wir es höhere Gewalt. Ich war krank, er war weg und überhaupt war Fortuna mir wohl einfach nicht wohl gesonnen. Am Montag bestellte er mich zu sich und ich zögerte nicht.

Wir schrieben durchaus, aber weniger. Wunderte mich nicht, er war ja „arbeiten“. Montagnachmittag schrieben wir sporadisch, die Kommunikation war merkwürdig – ich sparte mir das in meinem Beitrag, hielt es für einen „Mädchen-Tick“ meinerseits. Ich fragte ihn, ob wir uns sehen könnten. Er druckste rum, deutete an, zog zurück. Erst gegen 17 Uhr folgte eine Ansage.
Erinnert ihr euch an den Beitrag?
Latexkleidung, Heels und ein krasser Teufel, der pushte und eine schief gegangene Session. Sein Wutausbruch, der mich zum Weinen brachte. Seine blutende Hand (merkt euch diesen Punkt!) weil er an mein Halsband mit Spikes griff.

 

Und das Gespräch über den Blog…

Ihr wisst noch, wie erleichtert ich war? Wie er mich gepusht hat? Er bot mir an, eine Amazon Wishlist zu erstellen und seinen Namen und seine Adresse als Bezug darunter zu setzen, damit ich meine eigene verwenden müsse. Das schrieb ich hier nicht rein, weil ich – für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich das in Erwägung zog – nicht gleich ankündigen wollte, dass der Name der seine ist. Ich wollte ihn schützen. Ihr erinnert euch an die Bilder auf Twitter, die er mir geschickt hatte? Um euch zu spoilern? Die Idee mit dem Gangbang, für den er einer Location hatte, für den er 15 bis 25 Männer aussuchen würde, die er zahlen ließ? Er pushte mich, war stolz, fand es großartig.

Die kranke Wahrheit: Die Kleine war das ganze Wochenende über bei ihm gewesen. Am Montag hatte sie Geburtstag, er und sie hatten sich freigenommen. Sonntag waren sie auf einem Bondage-Treffen gewesen. Montag war sie bis Nachmittag bei ihm, hatte sich erst spontan entschieden, wann sie gehen würde – deshalb hatte er so lange warten müssen, bis er mir eine Uhrzeit nennen konnte. In einem – mehr für sie – grausamen Gespräch musste sie von mir erfahren, dass er an ihrem Geburtstag zwei Stunden nach ihr eine andere eingeladen hatte. Dass er dieser anderen – mir – ein Halsband mit Spikes angelegt hatte, das mir deshalb ein Stück zu eng war, weil er es auf ihren Hals abgemessen hatte, immerhin war das ihr Geburtstagsgeschenk. Ich wünschte, er hätte sich die Hand daran aufgeschlitzt. Das Wochenende mit den beiden war nicht gut gelaufen, dazu später mehr – vermutlich war er deshalb an dem Abend so heftig drauf gewesen. Vermutlich hatte ich auch deshalb seinen ganzen Zorn abbekommen, als eine Kleinigkeit schief ging.

Es ist so unheimlich, dass mir komisch wird, wenn ich meinen Beitrag lese und dessen letzte Zeilen, die ich im Spaß schrieb:

Ich fürchte, es wird einiges geschehen in nächster Zeit.

Der Teufel weiß nun von euch – also seht euch vor.

Das Osterwochenende stand an. Das Event war unglaublich – es zerreißt mich zu wissen, dass nichts davon wahr war, dass ich all das mit einem Mann erlebt habe, von dem ihr am Ende dieses Beitrags so angewidert sein werdet wie ich. Ich twitterte seine Spoiler-Bilder und mittags kündigte ich an, dass ich heute Abend einem Follower begegnen würde, dieser aber nichts wisse. Abgefahrene Tatsache: der Teufel kannte eben diese Person, wir sprachen sogar darüber. Als der denjenigen sah, zog er mich dorthin und stellte mich vor. Es war eine wirklich merkwürdige, zugleich tolle und auch schräge Situation. Ja, es hatte einen immensen Reiz, dieser Person meinen virtuellen Namen zu verraten – immerhin gehörte sie zu jenen Followern, mit denen ich auch schon über DM Kontakt hatte und die ich wirklich schätze. Wenige Meter entfernt, pushte mich der Teufel, drängte mich dazu, mich vorzustellen. Ich war kurz davor und ich hätte es beinahe getan. Meine Vernunft hielt mich zurück und vor allem die Tatsache, dass ich damit nicht nur mich, sondern auch ihn outen würde. Das wollte ich nicht – ich wollte ihn schützen, wollte es weiterhin trennen.

Er sagte mir am Wochenende, dass er mich liebt.

Ich schwieg.

Das Wochenende war vorbei, Ostersonntag und -montag verbrachte ich mit Schreiben. Ich war fast fertig, als mich Montagnachmittag die Kleine anschrieb.

Den Rest des Nachmittags (die Gespräche und Nachrichten mit Luzifer) habe ich oben erwähnt. Er hatte eine Mail angekündigt. Sie kam. Ja… Eine fünfseitige Mail von ihm kam. Es waren fünf Seiten mit fadenscheinigen, abstrusen Erklärungen. Keinerlei Rechtfertigung und in erster Linie Vorwürfe.

Ich würde gern direkt zitieren – allerdings bewege ich mich damit in einer Grauzone des Persönlichkeitsrechts und des Briefgeheimnisses, auch wenn nirgends hier ein Name steht. Ich will euch also den Inhalt erzählen und zusammenfassen.

Im ersten Teil der Mail erzählte er mir davon, dass er die Kleine angeschrieben hatte, interessant fand und sie kennen lernen wollte, sich die Sache aber in eine zu enge Richtung entwickelt hatte, vor allem nach dem ersten Event, auf dem ich ja ebenfalls war. Sie sei ständig eifersüchtig gewesen und habe Druck aufgebaut. Es lief in eine falsche Richtung und überhaupt sei sie ihm viel zu jung.

(Zu der Lüge, die beiden seien alte Freunde oder schlicht der Tatsache, dass es SIE ÜBERHAUPT GAB kam kein Wort. Nicht ein einziges)

Der nächste Teil war reiner Vorwurf: ich sei an dem ersten Wochenende bei dem Event eifersüchtig gewesen und er kam sich vor wie im falschen Film, immerhin gab es auf beiden Seiten klare Ansagen. Ich hätte ihm das Gefühl gegeben, nur jemand zu sein, mit dem ich spiele. Er hätte mir so viel gegeben, so viel für mich getan, aber was ihm gefehlt hat, waren Fragen wie „Wie geht’s dir?“, „Wir fühlst du dich dabei?“

HÄ?!

Und sie sei ja auch noch da gewesen, die Druck aufgebaut und zudem psychische Probleme habe. Sei eifersüchtig gewesen und habe ihm ständig unterstellt, er habe etwas mit einer anderen.

(Was eine paranoide Zicke, die Kleine, nicht wahr?)

Dann kam der große Knall, nämlich die Tatsache, dass ich über ihn schreibe. Was hätte er auch anderes sagen sollen, als „ist ok“, denn da war es eh schon zu spät. Einerseits war er stolz, andererseits geschockt, fühlte sich benutzt, sei nur Story-Futter gewesen. Er dürfe mit mir spielen, aber nur in dem Rahmen, in dem es erlaubt sei – alles andere sei tabu.

Ähm…. GANZ GENAU?

Er warf mir vor, mir alles zu geben, was ich verlange, Dinge zu akzeptieren, die er anderen nicht durchgehen lassen würde und doch nur der Idiot zu sein, mit dem ich spiele. Aus diesem Grund habe er mir nicht gesagt, dass sie an dem Wochenende bei ihm war – aus Angst, ich würde darüber schreiben und es würde Stress geben.

Von dem Blog wusste er erst seit Montag, dem Abend ihres Geburtstags – als sie bereits weg war. Nur so nebenbei.

Der Psychoterror beginnt

Ich hatte die Mail gelesen, ich glaube viermal. Und nichts von dem verstanden, was dort stand. Es war… konfus. Absurd. Ich verstand die Welt nicht mehr. Dieser völlige Zusammenbruch meiner angenommen Realität ließ mich in einem Schockzustand zurück. Ich nahm es nicht an, es konnte nicht wahr sein. Ich wollte diese Worte von seiner Stimme hören. Ich schrieb ihm:

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Dumm eigentlich, ich weiß. Mir war bewusst, dass es vorbei war – versteht mich nicht falsch. Aber mir fehlte die Erklärung. Irgendetwas, das an dieser ganzen Sache Sinn machte.

Er sei spazieren, um runterzukommen. Vielleicht später.

Es war etwa 20:30 Uhr.

Dann begann der Terror.

Er schickte mir ein erstes Bild von seinem Handgelenk, aufgeschnitten, blutverschmiert. Der Boden darunter bedeckt mit Tropfen von Blut, daneben ein mit Blut bedecktes Tuch. Kurz darauf noch ein Bild, aus einer anderen Perspektive. Ich würde sie so gern hier veröffentlichen, damit ihr seht, wie krank das alles ist.

Ich sah den Schnitt, es war kein Drama – einige Zentimeter, relativ tief, aber nicht ansatzweise gefährlich. Das Blut auf seinem Arm war offensichtlich verschmiert und die Tropfen auf dem Boden waren ebenfalls schön verteilt. Das Taschentuch passte natürlich rein zufällig auch noch ins Bild und überhaupt hatte man ja Zeit für Fotos. Ein Witz.

Er kennt meine Trigger – ich hatte ihm meine Schwierigkeiten, meine Geschichte, unter anderem meine Erfahrungen mit Suizidversuchen ja auf einem Silbertablett serviert. Er wusste um diesen Punkt, kannte meinen Schuldkomplex und nutzte dieses Wissen. Und ja, es triggerte mich – ich fühlte es. Deutlich. Zu deutlich. Aber mein Verstand war da und hielt das Gefühl einfach aus.

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Ich schrieb nebenbei mit der Kleinen – wir waren beide allein zu Hause und stützten uns gegenseitig. Auf seine Bilder reagierte ich nicht – es kamen noch mehr von Bluttropfen auf verschiedenen Böden. Das ging eine Weile so, ich ignorierte alles.

Irgendwann schien er zumindest zu begreifen, dass ich keine Angst um ihn hatte, denn es kam der Hinweis, er sei ausgerutscht. Später dann ein Bild aus dem Krankenhaus und weitere Bilder von Stichen und Verband. Das Spektakel hielt eine Weile an. Er hatte begriffen, dass er mit Mitleid nicht mehr rechnen musste und wechselte die Strategie:

„Ich nerv dich jetzt nicht mehr.“

Ich antwortete ihm, dass ich morgen noch einmal mit ihm telefonieren würde. Ich begriff noch immer nichts, stand unter Schock, wollte ein letztes Gespräch – diese Dinge persönlich hören. Er schrieb von seinen Schmerzen und meinte „nein, passt schon“. Ich:

„Passt schon? Das war’s? Über WhatsApp?“

Der Satz, der mich hat durchdrehen lassen, war schließlich:

„Reicht doch noch für eine Story.“

Ich schrieb, dass ich nichts von dem verstehe, was hier gerade passiert. Begann irgendwie doch, mich zu rechtfertigen – sagte ihm, dass ich immer ehrlich war, dass ich nicht verstand, wie er mir den Blog vorwerfen könne, obwohl ER ihn doch gepusht hatte. Seinen Namen nutzen wollte, mich vorstellen, uns beide outen. Dass ich tausend Mal nachgehakt hatte. Schließlich nagelte ich ihn darauf fest, dass er in dieser ganzen Mail nicht in einem Satz erklärt hatte, dass es sie überhaupt gab. Dass er ständig gelogen hatte. Zwei Frauen hatte. Dass er einer anderen Frau ein Halsband abgeschlossen hatte.

Der Terror breitete sich aus und endete in Sprachnachrichten in kurzen Abständen. Er war… pissig. Wirklich pissig. Aggressiv. Fuhr mich an. Sagte, das hier sei eine Freakshow, er wisse nicht, was der ganze Scheiß soll. Dass er frei war und sich nicht für so einen Bullshit rechtfertigen würde. Dass er sie schließlich ja eingeladen hatte, um es zu beenden und dieses kleine, junge Mädchen es halt nicht verstanden hatte. Dass er sie abgeschlossen hat nach Hause fahren lassen, erwähnte er nicht. Er wich jeder Frage aus, die ich ihm stellte. Und erklärte mir Dinge, die völlig konfus und zusammenhanglos waren. Ich hörte die Nachrichten an und…

…wurde stiller.

Schließlich antwortete ich nicht mehr. Ignorierte alles, was kam. Und es kam noch einiges in dieser Nacht. Das Ende seiner letzten Sprachnachricht war die Aussage, dass er immer nur gibt und gibt und jetzt wieder allein war. Wieder ausgenutzt.

Dass niemand danach fragt, wie es IHM geht.

Ich saß allein in meinem Bett, es war dunkel und ich starrte auf das Display. Las diese Nachrichten, hörte die völlig wirre Art zu Argumentieren und das zelebrierte Selbstmitleid, als ich es endlich begriff:

Dieser Mann ist krank.

Lest den Rest, wenn ich glaubt, dass ich übertreibe. Ich bin mit bipolar, schizophren, Suchtkrankheiten, Narzissmus und anderen Persönlichkeitsstörungen in meinem engsten Umfeld aufgewachsen. Sein Spiel wurde aufgedeckt, er stand mit dem Rücken zur Wand und war dabei, seine beiden Lieblingsbeschäftigungen auf einmal zu verlieren. Er verlor die Kontrolle über die Situation, dachte nicht mehr ausführlich genug nach. Er begann, Fehler zu machen, sich zu verzetteln.

Ich sah es. Ich merkte, dass nichts von dem, was ich sagte, ihn erreichte. Er lebte in seiner eigenen Realität und er glaubte sie. Nichts, was ich sagen konnte, würde das ändern. Es war zwecklos. Die Erklärung, auf die ich gehofft hatte – und sei es nur ein „du hast mir eben nicht gereicht“ – würde nie kommen. Es war das Spiel, um das es ging. Immer gewesen.

Ein Psychopath braucht keine Erklärung für sein gestörtes Handeln.

Ich schlief nicht in dieser Nacht. Am nächsten Morgen aß ich nichts, zwang mich zur Arbeit, die zum Glück nur ein paar Stunden dauerte an dem Tag. Es ist heute Freitag und die letzten vier Tage haben mich zermürbt. Ich habe 3kg abgenommen, das Essen fällt mir schwer – ich zwinge mich dazu. Vor 3 oder 4 Uhr schlafe ich nicht ein, wache von Alpträumen auf und bin morgens ab 7 wieder wach, obwohl meine Augen vor Müdigkeit brennen. Ich hatte noch in der ersten Nacht einen kleinen Zusammenbruch, als meine Seelenschwester und ihr Freund nach Hause kamen. Alles danach waren einfache Tränen des Schmerzes. Gleich darauf verlor ich mich wieder in Hass und wurde anschließend apathisch, spürte dieses übermächtige „was passiert hier? Das kann nicht sein.“

Am Dienstag quälte ich mich noch selbst – ich denke, das ist menschlich. Ich las mir den Verlauf mit ihm durch. Sah mir Bilder an. Wenige meiner Blogbeiträge öffnete ich und begann zu lesen, aber spätestens an diesem Punkt, brach ich weinend ab. Das ließ ich schnell, merkte, dass es zu viel war und nichts brachte. Es gab noch wenige Augenblicke, in denen ein kleiner Teil von mir ihn irgendwie… vermisste. Grotesk, ich weiß. Aber auch das ist vermutlich menschlich. Und es hielt nicht lang.

Denn in diesen Tagen hatten die Kleine und ich regen Kontakt, sprachen und schrieben sehr viel. Und das, was sich mir hier enthüllte, war keine schiefgegangene Liebesgeschichte. Kein altbekanntes Spielchen eines Arschlochs, das zwei Frauen verarscht. Das was sich enthüllte, war mehr.

Das Spiel eines kriminellen Psychopathen

Die Kleine und ich deckten in Gesprächen und regem Austausch Stück für Stück auf, was die letzten Monate geschehen war. Und lasst euch gesagt sein: ich war froh, dass ich ich war und nicht sie. Ich hatte Glück. Denn nicht ich bin es, die eine Geschichte erzählen kann von der abartigsten Form von Missbrauch auf allen Ebenen, sondern dieses 22jährige Mädchen, das ohnehin schon nicht ganz stabil war. Dieser Mann hat meiner Ansicht nach eine narzisstische oder dissoziative Persönlichkeitsstörung. Er hatte nicht einfach nur zwei Frauen. Er spielte ein Spiel, inszenierte ein ganzes Konstrukt, dessen Basis zwei verschiedene Persönlichkeiten waren – in ein und demselben Körper.

Ich erzählte von den beiden Events, auf denen er mit mir war. Davon, dass er nur Augen für mich hatte, stolz auf mich war, mich vorgestellt hat. Beim kleinsten Anzeichen von Kreislaufschwäche sich sofort kümmerte.

Sie brach heulend zusammen. Erzählte mir davon, wie sie am Sonntag vor ihrem Geburtstag auf einem Bondage-Treff gewesen seien. Sie hatte sich fesseln lassen, bis ihr Kreislauf versagt hatte. Er hat sie fertig gemacht „Na, hast dich doch überschätzt?“, „Das hast jetzt halt doch nicht geschafft, war ja klar.“ Hat ihr das Gefühl gegeben, sie wäre ihm peinlich vor anderen. Zu Hause wollte er sie bestrafen dafür, dass sie ihn blamiert hatte. Mit der Metallgerte, obwohl ihr Kreislauf ohnehin am Ende war. Sie wollte sich wehren..

Ich erinnere mich, dass er mich immer gepusht hat, mir tolle Outfits und noch höhere Schuhe anziehen wollte und mich auch auf beiden Events so angezogen an seiner Seite haben wollte. Ich hatte ihm bei der Homebase klar gemacht, dass ich beim ersten Mal mit ihm in der Öffentlichkeit meine eigenen Sachen tragen würde. Wenn ihm das zu langweilig war, konnte er zu Hause bleiben. Beim zweiten Event ließ ich mich auf die Schuhe ein – zog mir auch mittags verschiedene Heels an. Aber (ihr erinnert euch, dass ich immer einen Beitrag ankündigte zu dem Thema?) es war nicht mehr als eine interessante Erfahrung. Meine Beine sahen toll darin aus, aber ich würde nie eine Frau werden, die sich viel daraus machte.

Sie erzählte, dass sie vor der Party, auf der ich sie kennen gelernt hatte, geheult hatte, weil er ihr eine Maske übergezogen hatte, in der sie nicht richtig hatte atmen können. Sie wollte nicht, hatte sich gewehrt. Er hat sie beschimpft.

Ich erinnere mich, wie ich erst am Samstag vor seinem Spiegel stand und im Spaß an meine Hüfte fasste: „Ich muss wieder mehr trainieren. Zwei Kilo dürfen wieder weg.“ Er hatte mich in seinen Arm gezogen: „Du bist perfekt wie du bist. Ich liebe dich genau so.“

Sie erzählte mir, wie er ihr befahl, 8kg abzunehmen (bei derselben Kleidergröße und ähnlicher Größe wie ich), damit sie in die Outfits passe, in denen er sie sehen wollte. Machte sie fertig, wenn etwas zu eng saß, wollte, dass sie sich die Brüste vergrößern lässt.

Ich erinnere mich, wie er mich Stück für Stück mit Metall an mir und abgeschlossenen Dingen konfrontierte. Mir ständig sagte, wie stolz ich ihn mache, wenn ich mich diesen Ängsten stelle.

Sie erzählte mir, wie er ihr am ersten Wochenende ein Stahlhalsband um den Hals legte und abschloss. Den Schlüssel behielt und sie mehrere Stunden hat nach Hause fahren lassen. Sie schickte mir am Montagabend ein Bild davon, mit Gewalt aufgebogen, weil sie es nicht aushielt, es weiter zu tragen. Da er ihr gegenüber nicht reagierte, riet ich ihr am Mittwoch, mit einer Anzeige zu drohen, wenn er ihr ihre Sachen nicht schickte. Einige Stunden später schickte sie mir einen Screenshot: Ein Bild von dem Sendungsbeleg und eine kalte Nachricht, er habe ihr trotz seiner Schmerzen und anderer Probleme ihre Sachen geschickt. Der Schlüssel zu dem Ring liege auch darin.

Mir war schlecht.

Und doch. Das Schlimmste kam noch.

Schließlich kamen wir auf Sex. Auf BDSM. Auf das Spiel, das nie ein Spiel war. Auf das Spiel, von dem er behauptete, keine Grenzen zu haben.

Und ich las Nachrichten über einen Mann, den ich nicht kannte. Der mir fremd war. Den ich verachtete. Für den ich einen Hass entwickelte, der mich brennen lässt. Bis jetzt.

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Ich sitze hier, tippe, meine Hände mit Tränen benetzt. Ich halte es alles kaum mehr aus. Es hat mich Stunden gekostet, bis ich ihr die Augen öffnen konnte. Ihr erklären konnte, dass er sie manipuliert hat, bis er sie so weit hatte, dass er sie vergewaltigen konnte und sie sich noch nicht einmal darüber beschwert. Sie erkannte es, wurde sehr still. Ich weinte über die gesamte Zeit dieses Gesprächs. Der Schmerz, der Hass, den ich an diesem Abend empfand war mein Tiefpunkt. Der Betrug, der Montagabend, das Aufdecken dieser perversen Spiels, die Erkenntnis, dass dieser Mann mir direkt aus der Hölle geschickt worden war, hat gesessen. Hat mein Weltbild ins Wanken gebracht. Ein Gefühl in mir ausgelöst, als würde ich nie wieder einem Menschen irgendetwas glauben können. Brachte mich dazu, seither hinter jeder Ecke das Böse zu vermuten und löste einen Schmerz in mir aus, der mir den Atem nahm.

All das würde ich für Monate ertragen, wenn sich wenigstens dieses Gespräch als unwahr herausstellen würde.

All das war nichts im Vergleich zu dem unerträglichen Schmerz und der Übelkeit, die ich in diesen Stunden empfand und die zurückkehren, sobald ich mich zu intensiv damit beschäftige.

So wie jetzt.

Gaslighting, Manipulation und Selbstschutz

Ich bin dankbar – nein, keinem Gott, nicht dem Universum, keinem anderen Menschen. Sondern mir selbst. Meine Seelenschwester tröstete mich am ersten Abend und von ihr und ihrem Freund kamen schnell Kommentare wie: „Mach dir bloß keine Vorwürfe. Das hättest du nicht ahnen können.“

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich hätte nicht Augenblicke gehabt – aufgrund einzelner Details – die eine Form des Selbsthasses, der Verachtung für mein eigenes Handeln, meine Blindheit, meine Dummheit hervorriefen, die ich nicht von mir kannte. Vielleicht ist es eine normale Reaktion. Aber was ich sagen kann ist: Es waren einzelne Augenblicke. Unterm Strich überwiegt das Gegenteil:

Stolz.

Das, war hier gerade geschieht, ist mir unbegreiflich und ich weiß, dass es mein ohnehin gering vorhandenes Vertrauen auf ein mickriges Stück schrumpfen lassen wird. Es wird wieder kommen, wenn ich den richtigen Menschen im Leben begegnen werde. Hatte ich damit gerechnet, dass ich an den falschen geraten könnte, dass er mit mir spielen könnte, mich belügen könnte oder eine andere haben könnte – so wäre das in Ordnung gewesen. Es hätte gegessen, aber ich wusste um das Risiko. Ich bin es eingegangen.

DAS HIER… keine Chance, dass ich das hatte kommen sehen. Das ist mir bewusst, also nein: ich mache mir keine Vorwürfe. Ich fühle mich nicht schlecht. Ich schäme mich nicht. Im Gegenteil. All die Mechanismen, die ich mir über so viele Jahre hinweg antrainiert hatte, führten dazu, dass mir jeder riet, ich solle mich doch endlich öffnen und all die mir nahe stehenden Menschen mich für verschlossen hielten, wenn es um Gefühle ging. Als wäre Bindungsangst meine größte Schwierigkeit.

Aber sie führten auch dazu, dass ich jetzt noch stehe. Aufrecht. Geleitet von brennendem Hass.

Gaslighting 

…ist eine Form des psychischen Missbrauchs, bei dem der Täter sich das Vertrauen des Opfers erschleicht und dann regelmäßig durch die Wiederholung bestimmter Dinge die Wahrnehmung der Realität des Opfers in Frage stellt.

Es ist mir ein absolutes Grauen zu sehen, wie schnell und wie grenzenlos es diesem Mann gelang, dieses junge Mädchen zu beeinflussen, zu manipulieren und sich hörig zu machen. Vielleicht – um es zu verarbeiten, aber vor allem, um deutlicher, konkreter und beispielhafter zu werden – werde ich einen zweiten Beitrag verfassen über all die Dinge, bei denen Frauen aufmerksam werden sollten. Ich kann nicht in Worte fassen, wie es sich anfühlt zu sehen, dass all die Jahre der Dunkelheit mich so stabil gemacht haben, dass er mich nicht gebrochen hat.
Denn ja, er hat genau das – und andere Dinge – bei mir versucht. Ich habe es in eine andere, weniger gefährliche Kategorie eingeordnet. Das Ziel habe ich nicht durchschaut, aber die Methode hat bei mir nicht funktioniert.

Wenn er also beinahe täglich bestimmte Sätze wiederholte, sie bei jeder passenden Gelegenheit von sich gab, so war das eine Form der Manipulation.

„In dir steckt so viel Potential.“

„Du weißt gar nicht, was du alles könntest, wenn du es zulassen würdest.“

„Ich bin so stolz auf dich. Und ich weiß, du kannst noch so viel mehr.“

„Irgendwann kannst du das alles.“

Ich hatte ihm meine wichtigsten Punkte und Knöpfe in unserem ersten Gespräch auf dem Silbertablett serviert. Den Rest studierte er akribisch.
Er erkannte, dass ich es liebte, ihn stolz zu machen.
Er erkannte, dass ich einen überdurchschnittlich ausgeprägten Ehrgeiz habe.
Er erkannte, dass ich ein fast schon zwanghaftes Bedürfnis habe, mich Ängsten zu stellen.

Und er drückte die entsprechenden Knöpfe. Das Problem war, ich habe über zwei Jahrzehnte eine Sache für mich gelernt:

Ich bin für mich selbst verantwortlich. Ich darf Grenzen ziehen. Ich muss nicht der Mensch sein, den mein Gegenüber möchte, wenn ich das nicht will. 

Ständig sprach der den Wunsch aus, dass ich sein Halsband tragen soll. Dass ich ständig abgeschlossen in Metall herumlaufen soll. Dass ich so heiß aussehe in bestimmten Outfits. Dass er mir die Nippel und die Pussy piercen möchte, ihr erinnert euch? All das hat er ihr auch gesagt – und weil sie ihn nicht verlieren wollte, weil sie ihm alles geben wollte, um ihn zu halten, hat sie es ihm gegeben, unabhängig davon, ob sie wollte oder nicht.

Ich trug Ringe am Handgelenk für eine Nacht – stellte aber klar, dass das unter der Woche nicht in Frage kam.
Ich probierte mich in extremen Schuhen, testete zwei Outfits – stellte aber klar, dass ich auf so etwas nie Wert legen würde, egal wie geil er mich darin fand.
Ich hätte über einen Ring in den Nippeln nachgedacht, weil ich das ohnehin schon immer machen wollte – stellte aber klar, dass das das Höchste der Gefühle war.

Sie ließ sich manipulieren, indem er ihr erzählte, wie krass ich sei – er hätte einmal fast einen Krankenwagen rufen müssen. Sie wollte mit der Illusion von mir mithalten. Und ja. Sie ließ sich vergewaltigen, ließ ihn jegliche Grenzen aller Menschlichkeit und Empathie überschreiten, weinte, schrie, wehrte sich – und fühlte sich anschließend zurecht so behandelt, schließlich hatte sie ihm kein „Verbot“ ausgesprochen. Hatte es ja zugelassen.
Mich hingegen beruhigte er eher, hatte gemeint, sie sei versaut, aber sie halte nicht mehr aus als ich. Er wusste, wenn er mir von einem krassen Kaliber von Frau erzählte, würde ich mich eher zurückziehen.
Er spielte uns gegeneinander aus, manipulierte und lenkte mit dem Ziel uns beide zu brechen.

Ich hatte meine Grenzen kommuniziert und klargestellt. Ich war nicht bereit, mich für ihn zu verändern. Auf sein „Du könntest das alles“ antwortete ich immer mit:

„Ich weiß. Ich könnte das alles. Aber vielleicht will ich nicht alles davon.“

Die Kleine weinte viel, ein schmerzhafter Punkt für sie war, dass er scheinbar alles auf mich ausgerichtet hatte und sie nur ein Zeitvertreib war für Dinge, die er mit mir nicht tun konnte.
Ich erklärte ihr das Prinzip:

„Das hat nichts mit Bedeutung zu tun oder gar mit Liebe. Dieser Mann kennt keine Liebe, entwickelt keine Gefühle, empfindet keine Empathie. Es geht ihm um das Ausleben von Macht. Um das Spiel der Manipulation, bis er einen gebrochen hat, versklavt, man 24/7 trägt, wiegt und isst, was er will, man keine eigenen Grenzen mehr kennt und er einen zwangsprostituieren kann. Ich war lediglich die größere Herausforderung – nicht mehr und nicht weniger.“

Genau das, meine Lieben, war ich: eine Herausforderung. Und zwar eine, die er nicht gemeistert hat. Hätte er mir gesagt, ich solle abnehmen, hätte ich ihn ausgelacht. Hätte er mich mehr gedrängt, weiterzugehen, hätte ich gebremst. Hätte er mich vor anderen schlecht behandelt, wäre ich gegangen. Hätte er mich zu Dingen gezwungen, mich angefasst, mich ansatzweise missbraucht, hätte ich ihn angezeigt.
Am Samstag hatte er dreimal mit mir gespielt. Ich war ein Highlight – er auch. Am Ende war ich durch, körperlich. Und erschöpft. Er wollte mir einen Teil meines Outfits ausziehen, sodass ich untenrum ganz nackt war. Ich wollte nicht. Hielt seine Hände fest, diskutierte. Nach der Party kam ein Vorwurf:

„Ich kann nur dann mit dir spielen, wenn es für dich in Ordnung ist – aber sonst nicht. Wenn du gerade nicht willst, wird diskutiert. Vor anderen, in der Öffentlichkeit. Das kann demütigend sein für einen dominanten Mann.“

Ja, ihr Lieben. Genau das ist es. Er hat es selbst gesagt.
Ein Mantra, dass sich jede – VERDAMMT NOCHMAL JEDE – Frau auf die Stirn tätowieren lassen sollte.

Man kann mit mir spielen, wenn ich es zulasse. 

Wer versucht, mich darüber hinaus zu etwas zu zwingen,
bekommt das, was er verdient. 

Und er wird sich glücklich schätzen können,
wenn es bei einer Demütigung bleibt.


Ein letztes Statement

Der Beitrag ist lang, ihn zu schreiben hat mich meine letzte Kraft gekostet. Luzifer schreibt mir, wirr, zusammenhanglos. Er will nicht, dass das zwischen uns ein Ende findet.
Ich bin froh, dass ich meine Grenzen gewahrt habe, dass ich bei mir geblieben bin, mich nicht verloren habe. Und doch: ich bin so ehrlich zuzugeben, dass ich nicht weiß, was geschehen wäre, wenn die Sache noch ein halbes Jahr angedauert hätte. Ich bin sicher, dass bestimmte Dinge nie in Frage gekommen wäre. Aber ich wäre deutlich mehr in der Sache drin gewesen als jetzt noch. Und ja, ich war aufmerksam und meine Antennen geschärft – aber nicht einmal das war genug, um mich vor dieser Erfahrung zu schützen. Der Schmerz sitzt tief, ich fühle ein Misstrauen in die Welt, die Realität, das ich nicht kenne. Und doch wird alles überwogen von einem verzehrenden Hass. Er hat mich nicht gebrochen. Und auch die Kleine nicht – sie kommt wieder zu Kräften. Aber er war kurz davor und er hat ihr Dinge angetan, die Konsequenzen haben sollten.

Ich schreibe diese Geschichte nicht für mich, nicht nur. Ich will und brauche kein Mitleid, denn dieser Mann hat mir nichts angetan. Nüchtern betrachtet habe ich tolle Erfahrungen gemacht, mich anders kennen gelernt und wurde fast immer gut von ihm behandelt. Glaubt mir, der kranke, perverse Beigeschmack ist gerade deshalb umso heftiger.

Also nein, vorwerfen könnte ich ihm nichts als Lügen, Verrat, Betrug und Manipulation, die nicht oder zumindest nicht so funktionierte, wie er wollte.

Was er ihr aber angetan hat, hat er auch anderen angetan und er wird es weiteren Frauen wieder antun.

Für sie spreche ich. Nicht für mich, wenn ich Folgendes sage:

Ich liebe – oder besser: ich dachte, ich liebe diese Szene. Die Menschen, die Freaks, die Spiele, die Events, die Toleranz. Ich weiß nicht mehr, was ich von ihr halten soll, wenn sie Menschen wie ihn in ihrem Kreis duldet. Ich hörte die Gerüchte. Die Kleine wohnt vier Stunden von mir entfernt – selbst bei ihr hörte man Gerüchte über ihn, wie sie mir gestand. Er ist vorbestraft. Die Gerüchte sind präsent. Es gibt Warnungen. Aber niemand traut sich, konkret zu werden. Er hat kein enges, soziales Umfeld – natürlich nicht: er braucht seine Zeit für seine Frauen.


Frauen, die er entweder bricht, die anschließend zerstört sind, schweigen.
Frauen, die er sich so hörig macht, die er so systematisch manipuliert, dass sie gar nicht sehen, was mit ihnen geschehen ist. Die anschließend Sätze sagen wie „Aber ich habe es ihm ja vorher nicht verboten“ oder „ich wusste ja in etwa, worauf ich mich einlasse – dann kann ich mich ja im Nachhinein nicht beschweren“. 

Frauen, die er glauben macht, BDSM bedeutet, sich Schmerzen zufügen lassen zu müssen, sich dominieren und wie Dreck behandeln lassen zu müssen, sich nicht beschweren zu dürfen, weil man ja wusste, worauf man sich einlässt.

 

Die glauben, eine Vergewaltigung ist in unserer Szene keine Vergewaltigung, weil man als Frau die Grenzen nicht klar genug kommuniziert hat.

 

Erinnert ihr euch an die Frau, mit der er auf der Homebase war, als ich ihn kennenlernte? Komplett in Maske? Er erzählte mir, sie sei eine alte Freundin, die diese krasse Erfahrung einmal machen wollte und er – selbstlos – schenkte sie ihr. Er hatte mir geschrieben, am Sonntagnachmittag, sie liege noch gefesselt, geknebelt im Käfig und genießt. Später erzählte er mir ausführlich, sie sei danach zusammengebrochen und habe sich entschieden, in eine Klinik zu gehen – sei ihm dankbar gewesen, weil er ihr einen Spiegel vorgehalten habe. Ihr durch diese Erfahrung „so viel über sich selbst bewusst wurde“ und sie die Notwendigkeit einer Einweisung erkannte.

Er zerstört.
Manipuliert.
Bricht.
Bis sie schweigen oder sich einweisen lassen.

Ich zerfließe vor Hass, wenn ich diese Zeilen schreibe.

 

 

Ich möchte, dass dieser Beitrag Grenzen sprengt. 

Ich möchte, dass ihr ihn teilt. Dass er kommentiert wird. Dass sich jene melden, die etwas zu sagen haben.

Hater, willkommen: Werft mich vor, eine „metoo-Frau zu sein, die jetzt durchdreht, weil ein Mann sie einfach betrogen hat“. Ich bitte darum. Unterhaltet mich mit eurer Fantasie und euren Gründen, die ich angeblich haben könnte. Es kümmert mich einen Scheißdreck.

Dieser Blog bleibt. Ich bleibe. An alle, die mich lesen: Ich bitte euch, bleibt ebenfalls. Ihr bedeutet mir viel. Gebt mir eine Woche oder zwei, dann bin ich wieder die Alte. Denn nein, ich werde einen TEUFEL tun und mein Wunderland verlassen. Ich weiß – auch wenn es sich nicht so anfühlt – dass es Männer gibt, die mir das geben können, was ich suche. Ich werde weiter in Kaninchenbauten stolpern. Der weiße Hase hat mich so lange gelockt, bis ich ihm gefolgt bin. Er wird schon seine Gründe gehabt haben, mich dorthin zu führen, wo ich jetzt bin.
Und ich wusste um die Herzkönigin, die hier herrscht und Köpfe rollen sehen möchte. Meinen hat sie nicht gekriegt.

Also bleibt bei mir – es wird ab nächster Woche wieder getwittert. Auch die nächsten Beiträge werden folgen – solche, wie ihr sie von mir kennt. Ich habe mich nicht verändert. Ich bin geprägt, ja. Und noch werde ich dominiert von Schmerz und Hass.

Aber dieser Schmerz und dieser Hass treiben mich dazu an, meine Stimme zu nutzen, sie zu erheben und lauter als jemals zuvor in die Welt hinaus zu schreien, dass jeder, verdammt nochmal JEDER VON UNS dafür verantwortlich ist, gerade diese Szene rein zu halten. Sie zu schützen vor Menschen, die der Gesellschaft Nährboden geben für Aussagen wie „Bei BDSM geht es eben so zu“ oder „Sie wollte doch scheiße behandelt werden“. 

Hört ihr mich? 

Ich bin nicht 24 Jahre durch die Hölle gegangen, habe endlich mein strahlendes Wunderland entdeckt, um jetzt zuzusehen, wie es von Menschen niedergebrannt wird, die Menschlichkeit, Empathie, Respekt und vor allem Frauen mit Füßen treten.

 

Macht eure Augen auf. 

Seht diesen Menschen ins Gesicht. 

 

Und holt Luft… 

 

65 Kommentare

  1. Ich bin gerade so sprachlos und zornig und gleichzeitig so dankbar, daß Du Worte gefunden hast, diesen kranken Scheiß, den er betrieben hat, zu beschreiben und ihn so zu entlarven!
    Du wirst an der Erfahrung wachsen und Dich weiterentwickeln und dadurch andere ermutigen! Schau weiter gut auf Dich!!!

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  2. Fühl dich fest umarmt. Mehr kann ich nicht schreiben gerade.
    Vielleicht noch: Eventuell dauert es mehr als ein, zwei Wochen, bis du wieder die Alte bist. Nimm dir die Zeit, die es braucht.

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  3. Am Anfang deiner Geschichten dachte ich mir , Wow, was für ein Mann..
    Später dachte ich mir, das ist alles zu perfekt, da stimmt was nicht..
    Jetzt denke ich mir, Gott sei Dank bist du da einigermaßen heil rausgekommen..

    Als ich laß, wie schnell er diesen Gang Bang wahr machen wollte und das er dafür von den Männern Geld verlangen würde, kam mir nur in den Sinn, er macht aus ihr eine Hure (entschuldige diesen Ausdruck)

    Mir tut die kleine Leid, ich weiß was eine Vergewaltigung bedeutet, aus erster Hand. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen das sie das alles gut übersteht.

    Ich wünsche euch alles gute und bitte passt auf euch auf.. ich glaube dass das noch nicht zu Ende ist, ich hoffe ich irre mich ❤

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    1. Ich weiß…. Tatsächlich war es nie „wirklich perfekt“. Es waren die Details, die ich selten mit euch teilte. Ich war aufmerksam, aber wollte auch nicht die Pferde scheu machen, weil ich dachte, vielleicht bin ich zu skeptisch. Im Nachhinein könnte ich nicht stolzer auf mich sein. Und der Kleinen habe ich viele Dinge gesagt, viel mit ihr geredet. Ihr versichert, dass ich einige Jahre Vorsprung habe und um ein paar Erfahrungen reicher bin, sie sich keine Vorwürfe machen soll, dass sie nicht reagiert hat wie ich. Ich denke, sie wird sich fassen. Langsam aber sicher. Dinge verstehen, begreifen und… ja, sicherlich daraus lernen.
      Es sind vier Stunden Fahrt zwischen uns, aber wir stehen uns sehr nah zurzeit. Es ist gut.

      Und es wird.
      Danke für den Kommentar. Tut sehr, sehr gut.

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  4. Liebe Ophelia,
    ich weiß nicht was ich sagen soll… Ich habe während ich diesen Beitrag gelesen habe regelrecht gezittert, hatte Tränen in den Augen und mir wurde schlecht als ich las was er mit der Kleinen gemacht hat. Es tut mir so, so leid für dich und für die Kleine… Ich kann gerade schwer ausdrücken was ich empfinden, deswegen sage ich dir nur: ich bin froh, dass du das mit uns geteilt hast, dass du dich nach wie vor nicht unterkriegen lässt. Bitte nimm dir so viel Zeit wie du brauchst um das alles zu verarbeiten, pass auf dich und auf die Kleine auf, denn ich mache mir, wenn ich deinen Bericht lese, wirklich Sorgen um sie.
    Ich bleibe und stehe nach wie vor hinter dir, deine Isabelle

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    1. Meine liebe Isabelle,
      ich danke dir – wirklich. Ich habe jetzt sehr oft gelesen, dass der Beitrag Menschen hat zittern lassen oder zu Tränen gerührt hat. Eigentlich war das nicht meine Absicht. Ich bin ein positiver Mensch. Ich will schöne Gedanken in die Welt hinaustragen und andere an meinen schönen Erfahrungen teilhaben lassen.
      Ich verspreche, dass das sehr bald wieder geschieht. Aber das Thema ist präsent, das Leben ist nicht immer schön und vielleicht ist es gut, dass einige beim Lesen ein bisschen wachgerüttelt werden. Es ist wichtig, aufmerksam zu sein, um die schlechten Erfahrungen zu meiden.
      Eben damit dann die schönen möglich sind. 🙂
      Danke, dass du da bist und bleibst. :*

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  5. Liebe Ophelia,

    ich schreibe Dir nun hier nochmal in Ruhe. Dieser Beitrag arbeitet in mir gerade sehr nach. Ich bin beim Lesen immer wieder zwischen Wut, Entsetzen und Verachtung geschwankt. Es schockiert mich einfach und tut mir unsagbar leid, dass jemand wie die Kleine, die ihm scheinbar unbedingt gefallen wollte, an einen Mann wie ihn geraten ist. An jemanden, der sie so manipuliert, dass er sie zu allem bringen kann. Das ist ein heftiges Gefühl, dass so negativ prägt und ich hoffe sehr, dass sie einen Weg findet damit umgehen zu lernen.
    Bitte hör niemals auf deine Antennen ernst zu nehmen, ich bin sehr froh, dass er Dich nicht brechen konnte.
    Egal, wie viel Zeit Du brauchst – nimm sie Dir! Wenn deswegen jemand entfolgt, ist es nicht schade um die Person. Es geht absolut vor, dass es DIR besser geht – pass auf Dich auf, lass Dich nicht unterkriegen.
    Ich freue mich wieder mehr von Dir zu lesen & ich werde bleiben ♥

    PS: Ich hoffe, dass sich dieser Blogeintrag noch mehr verbreitet und vor allem Subs, die neu in der Szene sind, vor sowas gewarnt werden und von Anfang an anders auf sich achten können.

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    1. Ich hoffe dasselbe. Es hat mich absolut erschreckt, wie viele Subs mir über DMs und Mails geschrieben haben. Wie viele ihre devote Seite gerade erst entdecken und mir schrieben von Zweifeln. Von „ich hab mich immer gefragt, wie weit man als Sub gehen muss“ und „ich hab ja keine Erfahrung – deshalb war ich nicht sicher, ob das eben so sein muss, wenn man devot ist“ und von „ich hab mich oft gefragt, ob ich manche Sachen einfach aushalten muss, weil das dazu gehört.“

      Das ist…. ich weiß nicht. Ich finde keine Worte dafür, was sich da draußen anscheinend abspielt. Und es macht mich krank und schürt einen Hass in mir, den ich nicht kenne. BDSM ist eine so verdammt wunderbare Sache – aber anscheinend liefert er so viel Nährboden für Ausnutzung, Manipulation und Missbrauch.
      Es ist wichtiger, darüber zu sprechen als ich jemals vermutet habe.
      Also ja, vielleicht werde ich einen Kreuzzug antreten – ich will, dass mehr darüber gesprochen wird. Ich werde nicht nur mahnen, man wird bald auch wieder lustige, schöne und angenehme Dinge von mir lesen. Aber es gehört immer beides zum Leben. Zu BDSM anscheinend auch. Licht und Schatten.
      Ich schreibe über beides.

      Ich danke dir – wirklich, es tut gut, Menschen hier zu haben. :*

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  6. Heftige Geschichte. Hab erst vor kurzem angefangen deinen Blog zu lesen und bin auch noch nicht mal so richtig weit zurück gegangen… dass nun so schnell das bittere Ende (zumindest dieses Kapitels) kommt, tut mir sehr leid – für dich, und natürlich mindestens genauso sehr für „die Kleine“. Ich habe in diesem Wunderland wie du es nennst auch schon viele intensive Emotionen erlebt, und genau das macht es ja auch so spannend – aber grade deswegen ist der Absturz auch meist umso brutaler. Ich bin sehr erleichtert, dass du keine „blöden Gedanken“ hast und dabei auch noch genug Energie aufbringst um nach der Kleinen zu sehen.
    Leider haben dominante Personen oft dunkle Seiten, da will ich mich selber auch gar nicht ausnehmen, ich hab im Lauf der Zeit auch genug Scheiße gebaut… aber auch wenn nur die Hälfte von dem das du da oben schreibst stimmen würde, dann ist das immer noch viel zu viel. Starke Entscheidung, dass du da die Notbremse gezogen hast und dich da auf keine Spielchen eingelassen hast bzw. da keine blinde Hörigkeit aufgebaut hast.

    Wünsche dir, dass du bald wen findest, mit dem es besser passt bzw. der dein Vertrauen verdient und dich da weiter führen kann. Im Wunderland warten bestimmt noch viele spannende Erlebnisse auf dich!

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    1. Danke für den Kommentar. Ja, du hast. Und nein, keiner von uns wird sich unterkriegen lassen. Ich weiß, dass es Männer gibt, die es so handhaben, wie man das tun sollte. Ich bleibe im Wunderland, auch wenn ich erstmal für eine Weile im Schatten unter einem Baum sitze und meine Wunden lecke. Dann werde ich aufstehen, und mich weiter umsehen.
      Und ihr werdet umgehend darüber lesen. 😉

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  7. So schlägt der Blitz ein, und das Donnern ward über Kontinente hörbar.

    Als jemand der schon mit Schizophrenikern und Personen mit massiven manisch-depressiven Schüben konfrontiert war, und daraus leider auch Leid gezogen hat: Die eigenen Antennen fühlen. Und sie fühlen so verdammt gut, wenn man ein einigeraßen rational denkender Mensch mit einem grundsätzlichen Empathie-Verständnis ist. Und sie täuschen sich kaum. Leider sieht man es manchmal auch erst nachher, dass das Bauchgefühl eigentlich exakt richtig lag.

    Und als jemand der gerade anfänglich dem weißen Hasen in den Bau folgt… Ich lernte als Erstes: Es gibt Regeln. Safe, Sane, Consensual: The Key to everything. Dass BDSM keine sture Ausübung von Macht ist, sondern: Durch ein Machtgefälle die Bedürfnisse aller Beteiligten zu befriedigen. Dass es eben harte Grenzen gibt, mit denen eventuell und mit Einverständis gespielt wird, für den Kick… Aber dass diese Grenzen auf Dauer auch Grenzen bleiben, sonst wird es garantiert einseitig. Dass emotionaler, psychischer, physicher – generell jedweder Missbrauch nachwievor verabscheuenswürdig ist. Dass Macht ausspielen eben auch bedeutet: Den anderen zu schätzen, ihn zu respektieren, die Grundsätze seiner Würde zu wahren.

    Was soll man sagen: Er scheint die Grundsätze eines sicheren Auslebens von Macht außer Acht zu setzen. Höchstwahrscheinlich – aus eigenen Erfahrungen: Weil er entweder ein sehr, sehr, seeeehr kleines Selbstvertrauen hat welches er vielleicht relativ gut kaschieren kann, oder weil er sich selbst nicht genug und quasi nach Macht süchtig ist… Oder beides. „Beides!“ klingt in dem Fall eher nach einem Grund.
    Von dieser irrsinnigen Suche nach den Gründen seinerseits mal abgesehen: Es ist abartig welche Auswirkungen es hatte – Ohne Einschränkungen. Genauso wie man es aus Meldungen hören würde, die diese Szene in Verruf bringen: eine grenzenlose, perverse Ausnahmesituation, voller Streben nach Macht, Ausübung von Macht, Konsequenzen außer Acht lassend, frei drehend, ohne Regeln oder Beschränkungen. (Luzifer würde gut in die neueste „Sexmonster!!1!1!!“-Meldung der Bildzeitung passen. Und ganz ehrlich – so hart es klingt: Wer Suizid ernsthaft in Betracht zieht, der zieht es auch durch – ohne damit andere passiv-aggressiv in Zugzwang zu bringen.)
    Die Gründe dafür sind verdammt noch mal egal, denn auch wenn die Gründe klarer sind: Es entschuldigt nicht was man anderen antut, auch wenn man nicht Herr seiner selbst war – das ist nur der Versuch des Herausziehens des eigenen Kopfes aus der Schlinge… und nichts weiter. Hier mit psychischen Abnormalitäten zu argumentieren ist nur ein weiterer Grund dafür, dass wenn man sich der kompletten Verantwortung nicht bewusst ist, man das gefälligst bleiben lassen soll. Sonst kommt es zu Szenarien die man in aller Auswirkung nicht mal auszudenken vermag. Es war nicht safe, sane oder consensual. Es war sture Ausübung von Macht, mit vollkommener Missachtung der Partner. Es war ein Ausspielen der Partner untereinander um alle eine Spirale der Unterwerfung zu führen. Es war kein Machtgefälle um Bedürfnisse aller Beteiligten zu befriedigen, sondern nur um kompromisslos seine eigenen zu befriedigen, das Netz weiter zu spinnen, immer höher zu pokern. Es war keine Schätzung, kein Respekt, keine Wahrung der Grundsätze. Und das war nur die Wertung anhand der Kenntnisse welche ich als BDSM-Neuling gerade mal im Vorraum des Kaninchenbaus kennengelernt habe.

    Das alles liest sich wie „Zu schnell die Leiter aufgestiegen, und dann tief gefallen“ – ohne das in irgendeiner Form zu werten, denn schließlich legt jeder sein eigenes Tempo fest. Ganz davon abgesehen: Die Leiter führte offenbar in ein Spinnennest, mit geplantem Einweben, Paralyse und dem Gefügigmachen. Ohne weiter Ahnung von den Tiefen des Kaninchenbaus zu haben: Bestimmt eine Sackgasse im Kaninchenbau – zumindest hoffe ich das.

    Obgleich sich bestimmt jeder deiner Leser ein Happy End gewünscht hätte: Ein Glück, dass das nicht weiterging. Und wirklich ein noch schlimmeres Unglück für alle anderen Beteiligten. Nichts desto trotz: Deine Antennen fühlten doch gut! Ich denke das würde ich aus dieser Geschichte an Positivem mitnehmen, wenn ich in einer solchen Situation wäre. Gestärkt aus diesem Mist hervor gehen. Mit Sinnen so scharf wie die schärfste Klinge. Sich in keine Paranoia reinsteigern, um sich nicht selbst den Weg zu verbauen – aber dennoch immer die Augen offen haltend. Feinfühlig, auf den eigenen Bauch hörend. „Hier stimmt doch was nicht…“ ernst nehmen. Rational denken, obwohl das Herz pumpt und brüllt und ohne Ende schreit, und die Ratio kaum dagegen ankommt. „Es klingt wie ein Traum!“ sollte immer hinterfragt werden.

    Schade, dass das alles so eine Wendung genommen hat. Eine erneute Bestätigung meines am meisten pessimistischen Weltbildes, welches Gutes nicht ohne Bedingung existieren lässt – mit teils widerlichen Untiefen was die Bedingungen selbst angeht. Und wie auch immer die Bedingung genau aussieht: Mit etwas Pech läuft man hinterher und erfährt Genaueres erst wenn es schon zu zuspät ist.
    Das im Hinterkopf behaltend: Ich wünsche allen Beteiligten, der Masken-Frau, der Kleinen, natürlich dir selbst und auch allen die da noch in die Nähe der Falle oder auch noch weiter gelockt wurden: Alles, wirklich alles nur erdenlich Gute. Mögen sich alle angemessen schnell, aber am Wichtigsten vollständig von diesen Erfahrungen erholen, Lehren daraus ziehen, ihre Sinne witer schärfen und Antennen noch sensibler kalibrieren.
    Was Luzifer selbst angeht, nun… Du hast es bereits passend angedeutet.

    Ich bin froh, dass du trotz allem aus dieser Sache heil rausgekommen bist und dass es dir gut geht – Umständen entsprechend.
    Nimm dir die Zeit die du brauchst um zu verarbeiten. Alle Zeit der Welt. Ich für meinen Teil bleibe. Sehe dem Brand noch etwas zu, welcher durch deinen feurigen Atem entfacht wurde. Zünde mir an der brennenden Glut zwei, drei Zigaretten an, trinke meine Flasche Wein aus, und denke mir „Hach, was fürn Schlachtfeld.“ und warte danach noch.
    Denn: Wenn Sie Sonne wieder scheint könnte sich ein wunderschöner Phoenix aus der Asche erheben. Breite Schwingen, ein heller Schrei, stark durch Erfahrung aber doch den Balast der Asche abwerfend. Sein majestätischer Abflug wird wunderschön sein, und seine Reise wird weitergehen. Und es ist das Warten auf jeden Fall wert.

    Alles Gute.

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    1. Ich danke dir für den langen Kommentar. Ich habe ihn mehrmals gelesen mittlerweile – fühle mich einer angemessen Antwort jedes Mal nicht „kräftig“ genug und schiebe es vor mir her.
      Bevor der Eindruck entsteht, ich hätte ihn nicht gelesen oder wüsste ihn nicht zu schätzen, schreibe ich jetzt zumindest das hier. Und ein: Danke..

      Der Phönix ist mein Motiv, seit Jahren. Ich dachte noch darüber nach, ihn einzubringen – will euch aber nicht mit zu vielen Metaphern und Symbolen erschlagen 😉 Bezeichnend aber, dass ihn hier jemand nennt.

      Denn ja – ich brenne gerade, das Feuer schmerzt. Aber die Transformation ist immer reinigend, immer stärkend, ist es immer wert.

      Ich danke dir.

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  8. Wow😔, jetzt mal ohne Witz, ich bin echt sprachlos gewesen, geschockt und erwischte mich beim Kopf schütteln.
    Das las sich alles doch immer so toll in deinen Beiträgen und ich wünschte dir so sehr, das es ein gutes Ende nimmt.
    Das ist so unfassbar und so unglaublich. Irgendwie wie eine gespaltene Persönlichkeit. Es ist, als wenn du von einem anderen Typen erzählst. Ich kann dich durchaus verstehen das du der kleinen geschrieben hast, sie beschreibt einen Mann den du nicht kennst. Mir und ich glaub auch anderen die deinen Blog gelesen und auch verschlungen haben geht es nach deinen Beiträgen nicht anders.

    Du warst die Herausforderung die er wohl brauchte und bei der kleinen war es alles so viel einfacher. Sie fügte sich und ließ ihn quasi machen.

    Selbst ich, kann einfach nicht begreifen wie verschieden er bei euch war. Bei ihr immer einfach drauf, sie zerstören und bei dir ja doch so fürsorglich, besorgt und immer so verständnisvoll. Also so kam es in den Beiträgen von dir rüber.

    Er sollte nie nie nie nie wieder die Chance bekommen, so mit Frauen umzugehen. Vor so einem muss gewarnt werden, damit es nicht mehr dazu kommt.

    Lass bitte deinen Blog unbedingt bestehen, er ist großartig. Ich denke gerade danach nun, haben die Damen im Hinterkopf, wenn es Gerüchte über einen Typen gibt oder er einen schlechten Ruf hat. Das dann da doch was dran sein könnte und es mit Vorsicht zu genießen ist.
    Klar sind manche Gerüchte einfach nur Gerüchte, aber nicht immer.

    Auch wenn ich nun doch viel schrieb, bin ich noch immer irgendwie sprachlos und kann es nicht fassen. Selbst ich hatte Tränen in den Augen, das er sowas mit euch abgezogen hat. Hatte ich mich doch so gefreut und war irgendwie immer mittendrin.

    Ich wünsche dir und der kleinen alles gute. Das ihr stark seid und es hoffentlich schnell hinter euch lasst. 💋💋
    Beware dir deine Intuition, sie hat dich gerettet. Ich wünschte mir, ich hätte auch so eine.
    So nun iss aber gut, sonst schreibe ich immer weiter *kopfschüttelgeräusch*

    Man man man… krasser Scheiß

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    1. Meine Liebe, danke fürs Kommentieren – wie immer. Ich dachte zwischendurch an dich. Ich weiß, du hast du denen gehört, die sich ein Happy End gewünscht haben und daran geglaubt. Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen. Aber: ich bin sicher, dass es anders geht. Dass es gut geht. Dass es funktionieren kann.
      Ich bleibe – keine Sorge. Ich gehe nirgendwohin. Ich werde weiterhin das Wunderland erkunden – sobald ich mich etwas gesammelt habe – und euch berichten, sobald ich etwas Spannendes gefunden habe. 😉

      Schön, dass du auch dann bleibst, wenn es weniger schön ist. Ich verspreche dir: es lohnt sich. :*

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      1. Ohh, na selbstverständlich bleibe ich, auch wenn es leider weniger schön ist.
        Ich glaube von deiner Erfahrung, können wir alle was lernen.
        Klar hätte ich dir und auch der kleinen diese Erfahrung gerne erspart, aber ich glaube fest daran das ihr gestärkt und mit erhobenem Haupt aus der Sache wieder herauskommt.

        Ja, ich hätte dir so gerne dieses Happy End gewünscht. Vielleicht auch weil ich mir selber eines Wünsche. Denn insgeheim, auch wenn es nicht jeder zugeben mag, wünscht sich das doch jeder. Nun hab ich beim Lesen meines und deines Kommentars echt wieder Tränen in den Augen. Es ist einfach unfassbar und ich hoffe eure Hölle hat schnell ein Ende und Luzifer wird das Handwerk gelegt.
        💋💋

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  9. Bei jedem Wort, bei jeder Zeile, die ich las, wurde mir ein wenig übler. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich bin geschockt, wütend, traurig, aber auch unendlich froh, dass du dich nicht unterkriegen lässt von so jemandem. Ich denke wir alle hier sind dem Teufel aufgesessen und glaubten, er sei ein Mann von Anstand und vor allem Verstand. Doch wir alle haben uns getäuscht. Es tut mir so schrecklich leid, dass du und die Kleine so einen Mist durchmachen müsst. Dieser Artikel führt mir selbst vor Augen, wie gefährlich unsere Reise durch das Wunderland des BDSM ist (und erinnert mich an eine Situation, welche ich selbst vor kurzem erlebte). Es ist nicht immer einfach und leider kann man niemandem hinter die Stirn schauen.
    Sei vorsichtig, wenn du dem Kaninchen weiter folgst, und lies bitte gut den Zettel an der Flasche, bevor du den Trank trinkst. ♥️

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    1. Du hast recht – mit allem, was du sagst. Es tut mir leid, dass ihr – in gewisser Weise, ja: wir alle mehr oder weniger enttäuscht wurden an dieser Stelle. Aber ich kann es nur oft genug betonen: Ich gehe nirgendwohin.
      Zurzeit merke ich deutlich, dass ich bei jedem Annäherungsversuch die Krallen ausfahre. Aber ich bin sicher, dass das eine Frage der Zeit ist.
      Ich sammle mich und werde das Wunderland weiter erkunden und weiterhin berichten von den Dingen, die ich hier so entdecke. 😉

      Danke für den Hinweis – ich werde ihn im Hinterkopf behalten und mir die Etiketten der Fläschchen ganz genau ansehen. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass der weiße Hase es eigentlich gut mit mir meint. 😉
      Schön, dass du auch weiterhin hier bist. Wirklich – das bedeutet mir viel. 🙂

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      1. Ich werde auch nirgendwohin gehen, dafür lese ich deinen Blog viel zu gerne und, ja, irgendwie habe ich dich mit deinen Beiträgen lieb gewonnen.
        Also: weiter so! 😘♥️

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  10. Ophelia…. Dafür gibt es keine Worte. Ich habe bereits bei „Unleash“ kommentiert, dass ich alles verschlinge, was du an Lesematerial bietest, auch wenn ich es teilweise nicht nachvollziehen kann, weil ich die „Szene“ per se nicht begreife. Und ich gebe zu, ich dachte mir wirklich „ach, hoffentlich verbaut sie sich aufgrund schlechter Erfahrungen nicht diese Chance“. (Auch wenn er recht früh erwähnte, dass er dich „verkaufen“ will… Und mein Vanilla-Hirn kann in keinster Weise nachvollziehen, wie ein Mann, der liebt, seine Partnerin für Geld anderen Männern anbietet… Aber nachdem es dich nicht aus der Fassung gebracht hat, dachte ich, OK, scheint in dieser Szene wohl nicht unüblich zu sein… )
    Chance, haha. Ich bereue jeden Moment, in dem ich dachte, dass du deinem „Glück“ womöglich selbst im Weg stehst… Ein Hoch auf deinen Instinkt. Natürlich tut es mir unendlich leid, dass sich deine Bedenken nicht nur bewahrheitet haben, sondern das Ganze derartig aus dem Ruder läuft wie selten etwas. Solche Erfahrungen wünscht man nicht mal seinen Feinden.
    Kraft und Stärke besitzt du zwar Unmengen, trotzdem wünsche ich dir noch viel davon. Und dass die Narben heilen mögen.
    Ich bleibe hier, am Blog und auf Twitter. Mein Postfach ist offen für dich, wenn du es brauchst.
    Eine stumme, sprachlose Umarmung…

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    1. Meine liebe Doris,
      danke für deine Worte – sie kommen an. Wirklich.
      Ja, ich weiß – ich habe viele Nachrichten bekommen, auch private mit dem Hinweis, ich möge mich doch fallen lassen. Mich öffnen. Ihm endlich „ganz“ vertrauen und nicht immer so misstrauisch sein. Ich konnte es nie richtig in Worte fassen. Meine Intuition war da, ich bin unendlich dankbar. Das Ausmaß hat auch sie nicht erahnt – im Nachhinein werden mir tausend Dinge klar. Heute noch. Täglich kommen mir – manchmal im Schlaf und ich wache davon auf – neue Detail. Es ist wie es ist – ich werde daraus lernen.
      Es gilt nicht für alle Frauen, ich weiß – ich persönlich bin weiterhin liebe ein wenig zu misstrauisch, als zu offen. Brauche lieber ein wenig zu lang, als dass ich zu schnell vertraue. Wenn ich es einem Mann wert bin zu warten, langsame Schritte zu gehen (und ich rede nicht von BDSM, von dem Spiel, sondern dem Zwischenmenschlichen), dann wird er es tun. Wenn nicht, soll er mich gern überholen und weiterlaufen. Ich brauche niemanden, der mich stützt oder tatsächlich führt. Ich gehe wunderbar allein aufrecht – auch wenn es so viel schöner ist, jemanden neben sich zu haben. Aber wenn es mir solche Erfahrungen erspart, wenn es mich schützt davor, mich selbst zu verlieren, dann ja: dann werde ich auch in Zukunft lieber einmal zu viel zögern.

      Das Verkaufen – ich weiß, damit hatten viele von euch Schwierigkeiten. Ich weiß nicht, wie viele von euch mir glauben, wenn ich jetzt im Nachhinein sage: ich hätte es nicht getan. Ich verurteile niemanden, ich veröffentlichte selbst schon Blogposts über das Thema, die Gedanken. Es ist irgendwie… eine Fantasie. Sie reizt. Sie ist verrucht. Aber ich kenne mich, ich bin enorm sensibel. Am Ende des Tages hätte ich es nicht getan. Ich könnte euch Screenshots zeigen – er hat mich ständig getriezt mit dem Thema, ich weiß, er hat nur darauf gewartet. Ich dachte (wie bei Vielem) er provoziert mich, stichelt. Ich habe ihn belächelt. Habe Lachsmileys geschickt, ihn gar nicht wirklich ernst genommen. Ich wollte mit ihm in Fantasien schwelgen und mich damit gegenseitig heiß machen. Dass er alles ernst meinte, was er zu mir sagte, wusste ich nicht. Wie bei vielem anderen.
      Nun ja.

      Schön, dass du bleibst – wirklich. Ich weiß, gerade bei dir ist das nicht selbstverständlich und ich freue mich umso mehr, dich hier zu haben. 🙂

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  11. Ich bin gerade wach geworden und hab direkt wieder an dich gedacht… Es ist echt unfassbar – wie gut, dass du die 2% Abstand aufrecht erhalten hast. Das sind wohl die 2-Psychopathen-%, die man bei jedem Menschen, den man neu kennenlernt, erstmal im Hinterkopf behalten muss.
    Eigentlich finde ich immer noch keine Worte. Wie gut, dass die Kleine an dich geraten ist… Wie gut, dass du du bist.

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  12. Das kann ich nicht kommentieren. Ich bin einfach fassungslos was es für Arschlöcher auf der Welt gibt. Auch ich bin hin und wieder misstrauisch geworden während Deiner Beiträge. Dann überwog aber oft, dass er sich in erster Linie um Deine Bedürfnisse kümmert. Alle falsch! Das ist schade.
    Ophelia, Du wirst bestimmt daran wachsen. Ich bewundere Deinen Mut, Deinen Optimismus.
    Es tut gut zu lesen wie sehr Du Dich auch um die „Kleine“ kümmerst.
    Ich ziehe meinen Hut Madame.

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    1. Vielen Dank, Monsegnieur,
      wie immer, Christian, schön von dir zu lesen, wenn auch der Anlass kein schöner ist.
      Natürlich werde ich wachsen – so wie immer, an allen Schwierigkeiten. Ich bin noch nicht so weit – aber es wird. Eins nach dem anderen. Die Resonanz hier ist unglaublich. Sie tut wirklich gut.
      Danke dir.

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  13. Ich hatte zu Anfangs mal einen Beitrag von dir kommentiert und dir auch eine Mail „versprochen“. Dann habe ich nur mehr still mitgelesen und mich entschieden dir keine Mail zu schreiben, weil mir Lucifer mit jeder Geschichte mehr „psycho“ erschien. Erschreckend, dass jetzt alles so schwarz auf weiß zu lesen. Er klingt wie die dämonische Version von Dr. Jeykell und Mr. Hide.
    Und so „dumm“ es klingt: du hattest im Gegensatz zu der Kleinen, wirklich noch Glück zum Unglück. Was ihr passiert, dafür kann ich als Juristin nur sagen: dem Mann muss das Handweg gelegt werden! Die „Kleine“ muss (!) ihn anzeigen! Ich weiß, dass ist ein harter und ja auch langer Weg und ich verstehe persönlich auch jedes Opfer, dass damit einfach nur abschließen will und eine lange Vernehmungen, eine Hauptverhandlung denkt nicht durchzustehen. ABER solche Psychos dürfen mit so etwas nicht durchkommen! Gerade, wenn du weißt, dass er bereits zwei Verfahren (?) wegen (versuchter) Vergewaltigung am Laufen hatte, dann muss sie ihn jetzt anzeigen. Mit dir im Rücken scheint sie ja eine gute Stütze zu haben und ihr könnt den Prozess gemeinsam durchstehen. Bitte sprich wirklich nochmal mit ihr, ob sie ihn nicht anzeigen will! Ich kann dir auch gerne eine E-Mail schreiben, falls du Fragen zum rechtlichen Prozedere hast. Sag einfach kurz Bescheid!

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    1. Danke dir, meine Liebe für die Worte.
      Ich weiß – einiges an den Beiträgen war sehr extrem. Aber ja, ich wollte ja meine Grenzen testen und herausfinden, wie extrem ich bin. Naja.
      Möchtest du mir eine E-Mail schreiben, wenn es dir keine Umstände macht?
      Ich danke dir. :*

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  14. Bleib so stark wie Du bist – und such Dir (vllt. unter Deinen Followern?) jemand, den Du jederzeit kontaktieren und bei dem Du Dich auch aussprechen und zur Not auch ausheulten kannst. Und der Dich zu abgesprochenen Zeiten selbst kontaktiert.
    Die Art von Erotik, die Du praktiziert hast (BDSM) und vielleicht auch weiter praktizieren willst ist leider geeignet, Psychopathen und sonstige Verrückte anzuziehen – Menschen, die für sich selbst auf körperliche „Machtspielchen“ und Dominanzgehabe angewiesen sind.
    Wenn Du „aus der Szene“ jemand brauchst – auf http://www.sklavenzentrale.com ist fast jede/r angemeldet, und dort bieten einzelne Mitglieder auch entsprechenden Schutz an.

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    1. Danke dir, Stephan. Ich habe tatsächlich wunderbare Kontakte. Real, Vanillas, auch aus der Szene in meiner näheren Umgebung. Und – mehr als ich jemals erwartet hatte – online-Kontakte, an denen mir ungemein viel liegt.
      Dennoch danke für den Hinweis – und den Kommentar 🙂

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  15. Puh … ich bin erschrocken und sprachlos … was bei mir eher selten vorkommt.
    Eine schreckliche Geschichte. Ich muss sie aufteilen, um meine eigenen Gedanken dazu sortieren zu können.Sorry, das wird lang. Ich kann mich nicht gut kurzfassen.
    Da ist einmal das Emotionale:
    Der Betrug, der Vertrauensmissbrauch – ok das ist leider normal, kommt so häufig vor. Dazu kommt die emotionale Manipulation. Luzifer steht darauf, Frauen zu manipulieren. Bei der Kleinen hat es mit „emotionaler Gewalt“ funktioniert. Die war leider eine leichte Beute. Du warst die größere Herausforderung und damit der größere Reiz. Wenn er die Frauen irgendwann gebrochen hat und sie reif für die Klapse sind, fühlt er sich toll, weil er sie über das Äußerste hinaus getrieben hat. Er denkt nicht weiter drüber nach, was er ihnen angetan hat. Er sucht die nächste Herausforderung.
    Das Andere ist der körperliche Missbrauch. Die Kleine hat das alles mit sich machen lassen. Du gottseidank nicht. Du hast recht, eigentlich gehört das angezeigt … aber selbst das Gesetz tut sich schwer, wenn das Opfer nicht laut genug NEIN gesagt hat, sondern sogar einverstanden war.
    Und jetzt kommt die Frage, was hat das alles mit BDSM zu tun? Meine Meinung: NICHTS!
    Das, was du vorher mit ihm erlebt hast, das war BDSM, ja. Aber da ist er auf das eingegangen, was dich triggert, auf dein BDSM … mit dem Ziel über deine Grenzen hinauszugehen und dich zu Sachen zu treiben, die nichts mehr mit BDSM zu tun haben. Er bewegt sich in der Szene, weil sie leider die Plattform und die Möglichkeiten für krankhaften Sadismus und Narzissmus bietet.
    Das liegt gar nicht mal so sehr an der Szene selbst, sondern an den falschen Leuten, die sich dort tummeln. Es gibt genug Buttoms, Frauen wie Männer, die schwach sind, weil sie innerlich kaputt sind. Von Selbsthass getrieben, oder mit so viel Bedürfnis, sich anzulehnen an einen starken Part, dass sie leichtes Opfer für kranke Sadisten und selbstverliebte Kriminelle sind.
    Sub sein bedeutet:
    – Grenzen zu setzen
    – sich mit Stolz zu unterwerfen
    – sich mit Stärke hinzugeben
    – Schmerzen in einem Level zu ertragen, das triggert
    – Respekt und Hingabe, dem zu geben, der sie anzunehmen und zu schätzen weiß und der sie verdient hat.
    Dom sein bedeutet:
    – Grenzen zu respektieren
    – Emphatisch zu sein
    – zu Führen, nicht Niederzutrampeln
    – FÜRSORGE
    – Hingabe und Respekt anzunehmen
    – zu triggern, sowohl mit Schmerz, als auch mit Lust, aber dabei niemals zu missbrauchen
    BDSM bedeutet meiner Meinung nach trotz Machtgefälle eigentlich Augenhöhe. Der Buttom legt die Grenzen fest, in deren Rahmen Topp sich bewegen darf. In diesem abgesteckten Rahmen hat Dom die Macht und darf sie ausleben.
    Wenn das passt und zwei Menschen sich in ihrem Geben und Nehmen ergänzen, wenn das für beide Seiten befriedigend ist und beide Seiten die Grenzen respektieren, dann haben zwei Menschen ihr ganz persönliches BDSM gefunden. Dann ist es perfekt.
    Schwache, psychisch kaputte Subs bieten sich kranken, selbstverliebten Sadisten leider nur zu bereitwillig als Opfer an. Das ist kein BDSM!

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    1. Meine liebe, liebe Tanja,
      schön, dass du wieder zurück bist. Schön, von dir zu lesen – auch wenn der Anlass kein schöner ist. Ich hab noch nicht die Kraft, deinen Kommentar wirklich angemessen zu kommentieren. Vielleicht genügt es aber auch, wenn ich sage:
      Ja.
      Du hast recht.
      Und:
      Deine Worte erreichen mich und ich danke dir dafür.

      :*

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  16. Ich muss noch hinzufügen, wie bekloppt ich mich gefühlt habe als ich den gefällt mir Button gedrückt habe. Du gefällst mir mit Deinem Mut und Deiner Offenheit. Der Beitrag gefällt mir natürlich gar nicht. Also der Beitrag schon, das was er mit Euch gemacht hat gefällt mir gar nicht. Ich denke eine Menge Menschen sind zur Zeit ganz nah bei Dir mit ihren Gedanken und Wünschen.

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  17. Ich hab den Beitrag jetzt zum zweiten Mal gelesen und bin geschockt und stinksauer.
    Ich denke mal, Satan (nein, ich nenn ihn nicht Luzifer, dass alles hat nichts mit der Figur des Lichtbringers zu tun) ist deutlich älter als die Kleine? Ich schätz mal doppelt so alt.
    Prinzipiell ist‘s egal wie groß der Altersunterschied ist, solange beide aus Augenhöhe sind. Das ist hier definitiv nicht der Fall. Er hat sich ihrer Unerfahrenheit bedient um sie auszunutzen.
    Sie MUSS! Ihn anzeigen, eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
    Ich wünsche euch beiden viel Kraft.

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    1. Etwa doppelt so alt, ja – wobei ich persönlich das nicht unbedingt als Kriterium sehe. Ich selbst tendiere auch stark zu älteren, manchmal auch zu „deutlich“ älteren Männern, was auch immer das heißen mag. Habe damit nie schlechte Erfahrungen gemacht. Meine Seelenschwester hält es ähnlich, auch ihr habe ich nie von jemandem aufgrund des Alters abgeraten. Aber ich weiß, was du meinst – und mit dem Rest gebe ich dir recht.
      Danke, dass du hier bist.

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  18. Liebe Ophelia, danke, dass Du damit an die Öffentlichkeit gehst, dass Du laut und deutlich Deine Stimme erhebst. Nein, Du – und wir alle – können nichts dafür. WIR haben vertraut, haben versucht zu verstehen, zu lieben und zu leben. Die Männer, die Menschen, die uns so behandeln – sie sollten sich schämen und verstecken müssen.
    Ich war selber 1 Jahr mit einem Mann zusammen, der ein Narzist ist. Frage mich nicht warum, aber es hat lange gedauert, bis ich das alles verstanden habe, was Du so treffend und schmerzhaft auf den Punkt gebracht hast.
    Du / ihr werdet darüber hinweg kommen, ja. Glaubt an euch, ich tue es auch.

    Umarmung (wenn Du das möchtest)
    Dilara

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    1. Ich glaube an mir, meine Liebe. Und an die Kleine. Und ich bin sicher, auch sie spürt ihre innere Stärke zurzeit deutlicher als sonst, obwohl sie erschöpfter ist. Sind wir beide.

      Danke, dass du das sagst – und ja, es ist wichtig, wie ich finde, Menschen damit zu erreichen und die Wahrheit auszusprechen.
      Schön, dass du da bist. Die Umarmung nehme ich sehr gern an.
      :*

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  19. Ich habe jetzt zwei Tage über diesen Beitrag nachgedacht. Tanja Russ hat in vielem, was sie sagt, Recht. „Luzifer“ ist ein ausgeprägter Narzisst mit soziopathischen Zügen. Das wäre er auch, wenn er nicht in der BDSM-Szene unterwegs wäre.
    Ich glaube, dass er Frauen gleichzeitig hasst und fürchtet – weil er nicht daran glaubt, dass sie ihn lieben können. Um nun irgendwie damit umgehen zu können, hat er seine Persönlichkeit und seine Gefühle aufgeteilt: Eine – die Schwächere – quält er mit all der Aggression, die aus dem Frust seiner Lebenserfahrung erwachsen ist. auf diese Weise davon befreit, ist er in der Lage, die Andere so lieben zu können, wie er sich Liebe vorstellt.

    BDSM ist ein Bereich, in dem sich Sadismus leichter verstecken lässt als andernorts. Ich denke, es gibt genauso wenig „ideale“ dominante Männer, wie Frauen, die sich ihrer Wünsche als Subs wirklich bewusst sind – aber das ist ein anderes Thema. Dass ein dominanter Mann narzisstische Züge haben muss, scheint mir selbstverständlich. Kombiniert mit ethischen Werten kann sich daraus eine gute Führungsperson ergeben.

    Aber wo ist die Grenze zum negativen Narzissmus, und wo zum kriminellen Sadismus? Was „Luzifer“ mit der „Kleinen“ gemacht hat, gehört vor Gericht. Aber was er teilweise mit dir gemacht hat, war für meine Begriffe kaum weniger sadistisch, auch wenn es körperlich weniger schmerzhaft gewesen sein mag. Die Grenzen sind Gratwanderungen, und jed/r setzt sie anders.

    Auf jeden Fall ist emotionale Manipulation, auch sadistisch geprägte, genauso oft außerhalb der BDSM-Szene zu finden. Nimmt man die körperlichen Aspekte aus deinem Erleben heraus, haben wir es ganz klar mit einem vermutlich nicht therapierbaren, zu einem großen Teil soziopathisch geprägten Mann zu tun. Dessen „Verwandte“ bewegen sich gleichermaßen in der Vanilla-Welt, traumatisieren und brechen reihenweise Frauen.

    Wenn wir also verhindern wollen, auf einer solchen Leimrute kleben zu bleiben, brauchen wir Frauen in beiden Welten das gleiche: Ein starkes Bewusstsein von Selbstwert. Daran zu arbeiten ist eine Lebensaufgabe.

    Noch eine Anmerkung zu deinem „grenzenlosen Hass“, den du nach den Gesprächen mit der „Kleinen“ entwickelt hast. Hass ist der Bruder der Liebe. Er kann nur so stark werden, wenn du vorher sehr geliebt hast.
    Du hast einen Mann geliebt, von dem du wusstest, dass er alle Grenzen überschreiten will, die ihm eine Frau setzen könnte. Was bedeutet das für deine Persönlichkeit?

    Um einen Teil der Antwort vorweg zu nehmen: Ich glaube nicht, dass frau Männern nur mit großer Distanz entgegen treten sollte, so wie du es für dich beschrieben hast. Aber ich glaube, dass frau sich selbst SEHR gut kennen sollte. Wenn wir dieses Grummeln im Bauch bemerken und anfangen, innerliche Listen von Ungereimtheiten zu erstellen, muss die Ampel auf rot springen.

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    1. Liebe Gudrun,
      ich danke dir für den langen Kommentar. Zurzeit kämpfe ich wenig verschiedenen Fronten, weshalb mir manche Dinge recht nahe gehen und ich mich erst zu gegebener Stunde mit ihnen beschäftigen kann.
      Du hast recht mit vielem, was du sagst. Auch deine Vermutungen zu seiner Persönlichkeit liegen in vielen Punkten richtig – ich selbst kann natürlich auch nur vermuten, kenne ihn aber gut und kann ihn mittlerweile auch einschätzen. Das, was ich schrieb, ist ein Bruchteil, von dem, was ich weiß und was hier geschieht.
      Du hast auch recht, wenn du sagst, dass frau (übrigens wie ich finde jeder Mensch) sich selbst sehr gut kennen sollte und auf die innere Stimme hören sollte, EGAL, wie gut sich etwas anfühlt. Dein wichtigster Satz: Es ist wichtig ein starkes Bewusstsein von Selbstwert zu haben. Und ja, ich weiß, es kann Jahre kosten, dieses Bewusstsein zu erreichen – vielleicht kann es zur Lebensaufgabe werden. Umso wichtiger ist es.
      Ich selbst bin bei dieser Aufgabe längst nicht am Ziel, bin aber mit meinen Schritten zufrieden und genau das hat mich gerettet.

      In einem Punkte widerspreche ich dir und ich muss zugeben, dass ich es nicht mag, dass mir das häufiger unterstellt wird, obwohl man mich nicht kennt (ich bin aber zurzeit auch ungemein empfindlich und fahre da schnell die Krallen aus, nimm das also bitte nicht persönlich):

      Ich liebe ihn nicht und ich habe ihn nie geliebt.

      Ich habe Andeutungen gemacht, dass ich eine andere Vorstellung von dem Konzept „Liebe“ im Allgemeinen habe, als die meisten Menschen. Luzifer hat mir bereits nach wenigen Wochen unterstellt, ich wehre mich gegen meine Gefühle. Sagte „das, was du empfindest, ist Liebe“. Ich konnte nur den Kopf schütteln, wollte ihn auch nicht verletzten. An Ostern sagte er, er liebt mich. Ich meine es so, wenn ich schrieb, dass ich geschwiegen habe. Es ist mir ehrlich gesagt unvorstellbar, wie Menschen von Liebe sprechen können nach wenigen Wochen. Er kannte mich nicht. Nicht wirklich. Ich hatte Gefühle für ihn, ja – ich ließ mich auf ihn ein, ließ zu, dass ich entspannt war bei ihm, dass ich übernachtete. Das sind große Schritte für mich. Aber nein – ich habe diesen Mann nicht geliebt.
      Und auch er – mit Verlaub – hat mich nie geliebt. Ich werde dazu noch etwas sagen, zu gegebener Stunde, in größerem Rahmen.

      Der Hass, den ich empfand. Manchmal noch empfinde (es schwankt, denn Hass kostet sehr viel Kraft, die man nicht immer hat). Dieser Hass war echt. Und er hatte nichts mit Liebe zu tun. Es ist – zugegeben – ein neues Gefühl für mich. Ich habe andere Erfahrungen im Leben gemacht, die zu jahrelangen Therapien führten. Hass war nie ein Gefühl, mit dem ich zu kämpfen hatte. Die schlechten Erfahrungen, die mir widerfahren sind, geschahen nicht bösartig, sondern aufgrund von Unfähigkeit, von Krankheit, von Leid anderer. Ich habe in meinem Leben sehr oft verziehen. Frieden geschlossen. Habe all jene Dinge verziehen, die mich kaputt gemacht haben, die mich haben leiden lassen und mich durch die Hölle gehen ließen. Ich habe nie gehasst.

      Dieses Gefühl, das an diesem Abend aufkam, war mir neu. Wirklich. Aber es war echt und es entstand nicht, weil ich geliebt habe.
      Ich bin davon überzeugt, dass dieser Mann nicht therapierbar ist. Ich bekomme bis heute, Tage, eine Woche danach, die volle Breitseite des Psychoterrors ab. Es ist nicht vorbei – ich bin mittendrin. In den Nachrichten stehen Vorwürfe an mich, sie schließen mit Sätzen wie „Dein Verhalten war im Grunde die Ursache für die Fehler, die ich gemacht habe.“

      Psychopathisch, krankhaft narzisstisch. Mindestens.
      Null Selbstreflexion. Alle Fehler bei anderen. Er glaubt sich das. Ich bin sicher.

      Deshalb: in gewisser kann auch er „nichts“ für sein Handeln. Einerseits also sehe ich, dass mein Hass ins Leere geht – dass es ohnehin ein Gefühl ist, das man lieber früher als später wieder gehen lassen sollte. Andererseits ist es Zeichen meines inneren Sinns für Gerechtigkeit. Nur weil er sich Dinge glaubt, wie er sie sieht, legitimiert das nicht die Tatsache, dass er auf der Welt Schmerz verbreitet.
      In manchen Augenblicken habe ich Mitleid mit ihm – so grotesk das klingt. Ich will mich nicht entscheiden zwischen Mitleid und Hass.
      Mitleid mit solchen Menschen macht die Welt nicht besser, schützt andere nicht.
      Hass frisst mich früher oder später selbst auf und verbessert die Welt ebenso wenig. Ich weiß das.

      Deshalb:

      Ich lasse den Hass zu, so wie alle Gefühle. Sehe ihn aber klar und erkenne ihn. Ich werde ihn wieder gehen lassen. Das, was übrig bleibt, ist das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und nach einem Weg, der anderen diesen Schmerz und diesen Hass erspart.

      Ich gehe diesen Weg. Er ist steinig und anstrengend. Aber ich gehe ihn. Nicht getrieben von Hass, auch nicht von Mitleid. Am wenigsten von Liebe.
      Sondern gesteuert von meinem klaren, rationalen Verstand, unabhängig von jedem Gefühl – der mir sagt:

      Es ist schlicht und ergreifend das Richtige.

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  20. Die vielen Kommentare veranlassen mich, nun doch einmal zur Tastatur zu greifen.

    BDSM ist so vielfältig wie es Menschen gibt. Es kann nur funktionieren, wenn beide Seiten in ihren Vorstellungen harmonieren. Und dann ist alles erlaubt, was für beide (!) Beteiligten akzeptabel ist, auch wenn es an die Grenzen herangeht. Der submissive Part kann sich nur fallen lassen, wenn er auch vertrauen kann, dass er nicht missbraucht wird.
    Leider ist diese Art von Erotik zugleich ein Tummelplatz von psychisch gestörten „Pseudo-Doms“, die eben nicht die nötige Empathie für den anderen Teil aufbringen sondern nur ihre eigenen Lustgewinne im Kopf haben. Gerade wer psychisch gestört ist, holt sich seine „egozentrische Bestätigung“, seinen „kick“ in der Manipulation des anderen bis hin zu dessen psychischer und physischer Zerstörung. Aus solchen Charakteren – man verzeihe mir die Ausdrucksweise – sind die KZ-Aufseher(innen) rekrutiert worden: reine Sadisten ohne jede Empathie, ohne das „Mit-Leid“, das eine Zerstörung des anderen verhindert. Deren Weg ist mit zerstörten Subs gepflastert.

    Ja, auch ich bin dominant veranlagt. Aber ich priorisiere die „stolze Sub“, diejenige, die sich und ihren Körper mir freiwillig anvertraut. Die ihre Rolle nicht genötigt, manipuliert oder gar gezwungen „notgedrungen“ einnimmt. Wie ein Freund von mir gesagt hat: der Dom ist eine arme Sau, weil er sich immer wieder neue „Spiele“ ausdenken muss, die der/dem Sub auch noch gefallen sollen.
    Wer meint, „Psychospielchen“ anwenden zu müssen, ist ein „Pseudo-Dom“, dem es an wirklicher Stärke und Selbstvertrauen fehlt. Wie soll da ein submissiver Partner vertrauen können?

    Das kann nicht gut gehen. Und auf dieser Basis wünsche ich Euch, Dir und der „Kleinen“ von Herzen den richtigen Partner.

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    1. Ich danke dir, Stephan. Du hast mit sehr vielen Dingen recht, die du sagst. Ich habe deinen anderen Kommentar bereits kommentiert und ich würde mich wünschen, es gäbe mehr dominante Männer mit dieser Einstellung. Sie sind wichtig – sie geben Frauen wie mir die Möglichkeit, das auszuleben, was uns erfüllt.

      Danke für deine Wünsche – und die Präsenz hier. 🙂

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      1. Nichts zu danken – und die Präsenz ist auch für mich ein Gewinn.

        Ich bin übrigens mit „meiner“ ehem. Sub Lara immer noch befreundet – ich denke, so soll es sein; ich genieße die Gefühle meines Gegenübers im Spiel, auch wenn es keine Liebe ist – und da „die Sub“ jederzeit „nein“ sagen und abbrechen / beenden könnte (ein nein ist ultimativ ein nein) muss der Umgang immer so sein, dass man sich hinterher „in die Augen sehen kann“.

        Es gäbe noch viel zu sagen. Meldet Euch doch einfach mal per Mail.

        LG
        v.S.

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      2. Ich kann mich hier nicht per Mail melden, das kannst nur du umgekehrt über mein Kontaktformular. Das du gern nutzen darfst 🙂
        Bei der SZ bin ich seit einiger Zeit abgemeldet.

        Wie du möchtest.
        😉

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  21. Ich bin erschüttert, sprachlos und es schwillt ein Zorn in mir, den ich noch nicht einordnen kann. Richtet sich der Zorn gegen dieses Schwein (sorry, es ist normalerweise nicht meine Art, aber jede andere Titulierung wäre Hohn und zu milde), gegen Dich und die Kleine, oder steckt da noch etwas anderes.
    Gefühlvoll, offen und selbstreflektiert von Dir geschrieben, weswegen ich glaube, mir um Dich keine Sorge machen zu müssen. Es ist ein großer Schritt über so eine persönliche und intime Erfahrung zu erzählen. Aber „nur“ zu schreiben ist zu wenig!!!! Der Kerl muss aus dem Verkehr gezogen werden….er ist psychisch Krank, da stimme ich Dir zu. Er ist dadurch aber auch unfähig zu reflektieren, wird es wieder tun, getrieben von seinen inneren Zwängen wieder zuschlagen.

    Es war nicht Zufall, Du und die Kleine. Nein, diese Konstellation braucht er für dieses perfide Spiel. Du warst die Nuss, die es zu knacken galt und die Kleine war sein Werkzeug dazu.

    Nehmt euren ganzen Mut und geht zur Polizei, das seid ihr nicht nur Euch, sondern den vergangenen und zukünftigen Opfern schuldig.

    Stell Dir vor, in Monaten oder auch Jahren erfährst Du von einem seiner nächsten Opfer, wer weiß wie es dann endet….wie fühlst Du Dich dann? Kannst Du dann reinen Gewissens eine Mitschuld von Dir weisen?

    Zugegeben, rechtlich dünnes Eis und kein leichter Schritt, aber Du / Ihr müsst es versuchen und nicht die Hände in den Schoß legen.

    Ich komme aus einer anderen Welt und persönlich ist mir die Szene suspekt, besser gesagt Leute wie Luzifer, die sich darin geschickt tarnen. Ohne Zweifel, das Spiel hat seinen Reiz, nur eben nicht diese erschreckend dunkle Manipulation.

    Selbst habe ich in der Vergangenheit zwei Erlebnisse gehabt, in einer anderen Art und Weise, aber ich bin froh, rechtliche Schritte unternommen zu haben. Mir hat es weder Genugtuung noch etwas Anderes gebracht, aber vielleicht habe ich jemanden ähnliches erspart.

    Ich muss Deine Erzählung noch sacken lassen und Gedanken ordnen. Vielleicht melde ich mich ja nochmal dazu.

    Dir wünsche ich alles Liebe und hoffe Du machst das für Dich Richtige.

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    1. Lieber „Hans Wurst“,

      ich habe lange überlegt, ob ich den Kommentar überhaupt genehmigen möchte – glaube aber, dass er ein Exempel statuiert für andere, die ähnlich denken.

      Vorab: ich danke dir für den Kommentar. Viele deiner Aussagen sind richtig und ich merke, dass deine Intention keine schlechte ist. Dennoch möchte ich dich auf ein paar deiner Aussagen aufmerksam machen, in der Hoffnung, du überlegst dir bei weiteren solcher Kommentare, vielleicht bei anderen Leuten, in Zukunft zweimal, was du in welcher Form kommunizierst.

      1. Dass dein Zorn sich in teilweise auch gegen mich und die Kleine richtet, verstehe ich nicht. Du erklärst es nicht. Ich lass das deshalb so stehen.

      2. „Schuld“ sind wir niemandem gar nichts. Ich verstehe den Gedanken: er wird wieder ähnliches tun. Man sollte es verhindern. Verstanden. Einig.
      SCHULDIG sind wir aber niemandem etwas.
      SCHULDIG sind wir UNS SELBST, dass wir wieder auf die Beine kommen, vor allem die Kleine. Sie ist FÜR SICH verantwortlich, für niemanden sonst.
      SCHULDIG ist er – niemand anderes – an dem Leid, das er verursacht.

      3. Von MITSCHULD zu sprechen ist VERMESSEN und ANMAßEND, solange du nicht in genau – und zwar EXAKT – derselben Situation steckst. Als Mann – mit Verlaub – ohnehin.
      Selbst dann hast du dazu kein Recht.
      Wenn ich gesund und stabil bin und auf der Straße sehe, wie jemand angegriffen wird und nichts unternehme, bin ich in gewisser Weise mitschuldig – weil ich etwas TUN KÖNNTE, aber es nicht tue. Mag sein.
      Wenn man aber selbst am Boden liegt und kaum ein Auge öffnen kann vor Schmerz und Erschöpfung, ist es ERSTMAL meine einzige Aufgabe, NACH MIR SELBST zu sehen. MITSCHULDIG bin ich in dieser Situation an gar nichts.

      4. Von „die Hände in den Schoß legen“ zu sprechen, weil man sich eine Woche gönnt, um zu Kräften zu kommen, ist ebenso vermessen und absolut unverschämt. Abgesehen davon stelle ich hier die Frage:

      WEIßT DU DENN, OB ICH ETWAS MACHE?
      Hast du denn GEFRAGT? Glaubst du, ich breite hier in der Öffentlichkeit jeden Schritt im Detail aus, den ich gerade gehe?

      Ich schätze nicht.

      Ich danke dir dennoch für deine guten Wünsche.

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  22. Danke für diesen Blog – nachdem ich hier deine Zeilen gelesen habe fühle ich mich mit meinen Erfahrungen nicht mehr ganz so alleine. Du machst mir damit Mut, vielleicht auch eines Tages ebenfalls meine Erfahrungen mit anderen Menschen mit Hilfe eines Blogs teilen zu wollen/zu können. Momentan fehlt mir jedoch (noch) die Kraft dazu. Seelisch und vor allem auch körperlich deutlich sichtbar bin ich schwer von dem Erlebten durch in meinem Fall zwei bestimmte Personen (im Zusammenhang mit BDSM) gezeichnet. Körperlich werde ich es auch immer bleiben wurde mir gesagt.
    Ich wünsche allen, die ähnliches erleben mussten auf diesem Weg viel Kraft. Lasst euch durch solche Menschen nicht zerstören, gebt ihnen nicht diese Macht über euer Leben.
    Inzwischen sind zwei Jahre vergangen – meine Hoffnung ist es, irgendwann wieder ein halbwegs normales Leben führen zu können – ich arbeite hart daran!

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    1. Ehrliche Nachfrage zum Verständnis der Frage: Hast du die Beiträge gelesen, die alten? Die Geschichte zwischen ihm und mir und diesen Beitrag hier? Also du hast inhaltlich alles gelesen?

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      1. Na schön. Auch wenn ich finde, dass es auf der Hand liegt:

        Ich werfe ihm Lügen vor. Etliche, etliche Lügen. Das Vorspielen einer falschen Realität. Berechnende Manipulation. Das Spiel mit Gefühlen und die Tatsache, dass er meine Schwächen ausgenutzt hat und versucht hat, über sie gezielt an mich ranzukommen. Diese Dinge werfe ich ihm vor, was mich angeht.

        Zudem die Tatsache, dass er Frauen missbraucht, die nicht so stabil sind wie ich. Dass er Grenzen überschreitet, manipuliert und sich Frauen hörig machen möchte. Dass er BDSM falsch und missbräuchlich lebt und Frauen darunter leiden lässt. Selbstwerte zerstört und… schlicht und ergreifend ein in meinen Augen moralisch absolut verwerfliches Leben führt und sich um nichts kümmert als seine eigenen, narzisstischen Absichten.

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      2. Was andere Frauen betrifft ist ja nicht der Punkt du-er.
        Wolltest du denn nicht, dass er an dich herankommt? (Ehrlich Frage, nicht provozieren) und sind es nicht die Schwächen, die man in Stärken umwandeln möchte?
        Lügen: Bedeutet, du bist davon ausgegangen, dass er keine anderen Frauen trifft, weil ihr das vereinbart habt? Und in der Folge Lügen, weil er woanders war als er dir sagte? Trifft es das in etwas?

        Was bedeutet moralisch verwerflich in deinen Augen?

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      3. Schwächen in Stärken umzuwandeln ist nicht Aufgabe meines Gegenübers, sondern meine eigene. Ich gehe keine Beziehung ein, damit mein Partner an mir rumtherapieren kann. Wo meine Schwächen und Grenzen sind, entscheide ich allein. Schwächen in Stärken umwandeln ist das eine – Schwächen gezielt auszunutzen ist etwas ganz anderes.

        Lügen. Ja. Wenn du den All-In Beitrag gelesen hast, hast du im Kopf, dass es sein Vorschlag war, die Sache eine Zeit lang monogam zu versuchen. Wir haben lang geredet und der Deal war, wir versuchen das monogam solange bis einer von uns beiden etwas anderes will, dann reden wir. Parallel über mehrere Wochen hinweg mit einer zweiten Frau dasselbe (nur in tausend Mal schlimmer) zu tun, ist mE. jenseits von Lügen. Das ist ein Doppelleben. Ein Konstrukt zweier Realitäten, die so durchplant sind, dass man das schon gar nicht mehr als einfaches Lügen bezeichnen kann.
        Und er war nicht nur „woanders als mir sagte“. Er hat täglich gelogen, jedes Wochenende konstruiert. Uns manchmal beide am selben Tag zu sich bestellt, mir Dinge gegeben, die für sie bestimmt waren, uns beiden dieselben Bilder geschickt. Mit mir über uns gesprochen und ihr versprochen, Urlaub zu planen. Das ist perfide und krank und jenseits normaler Lügen.

        Moralisch verwerflich zu definieren führt mir hier zu weit. Anderen Menschen wissentlich zu schaden, vor allem zum eigenen Nutzen, ist wohl der Kern der Sache. Darüber gibt es allerdings Bücher und ich kann mir hier nicht die Mühe machen, meine Moralkonzepte auszubreiten. Wer meine Beiträge liest, hat eine Ahnung meiner moralischen Ansprüche. Jene an mich selbst sind sehr hoch. Die moralischen Ansprüche an andere sind nicht hoch wie die an mich selbst – aber wie könnte ich mit jemandem eine Verbindung (Beziehung, Freundschaft, was auch immer) eingehen, dessen Moral ich für verwerflich halte? Wie könnte man jemanden in sein Leben lassen, der sagt „ich bin zu anderen Menschen schlecht, ich lüge, betrüge und missbrauche – aber zu DIR bin ich immer gut und ehrlich“. Selbst wenn DAS der Fall gewesen wäre. Selbst wenn ich ihm mir selbst gegenüber keine Vorwürfe machen könnte (und das kann ich) – wie könnte ich mit einem solchen Menschen engen Kontakt haben wollen? Also nein, das ich-er und das ich-andere ist nicht in letzter Instanz zu trennen. Es gehört zu seinem Charakter, wie er mit Menschen umgeht. Mit mir und mit anderen.
        Und die Art wie er es tut, ist in meinen Augen in höchstem Maß verwerflich.

        So und jetzt: weshalb stellst du mir solche Fragen?

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