Vom Scheiterhaufen zum Flächenbrand

 

Ich stehe noch immer hier, meine Lieben, aufrecht und Feuer speiend. Der Scheiterhaufen brennt noch – höher und eindrucksvoller als je zuvor. Denn ich bin nicht mehr allein hier, bin nicht mehr die Einzige, die Luft geholt hat.

Die Resonanz, die mein letzter Beitrag hervorgerufen hat, war überwältigend. Die öffentlichen Reaktionen haben mich sprachlos gemacht – jene, allerdings, die auf privatem Wege zu mir gefunden haben, bewirkten noch mehr.
Sie beeindruckten mich. Sie trösteten mich. Sie rührten mich zu Tränen. Und sie schürten das Feuer des Hasses in mir.

Versteht mich nicht falsch. Ich werde nun keinen endlosen, verbitterten Kreuzzug beginnen, mich dem Hass ergeben und von nun an nur noch #metoo-Kampagnen posten. Aber das, was hier geschieht – schon so lange in dieser Szene geschieht, die ich so zu lieben begonnen habe – kann ich nicht stehen lassen.
#metoo ist eine wichtige Sache. Eine Sache, die niemals unterschätzt oder ins Lächerliche gezogen werden sollte.
Ich werde mich dennoch nicht in ihre klassischen Reihen stellen mit meinem Feuerstrahl. Ich werde am Ende erklären, weshalb.

Vorab vielleicht so viel:
Es erreichte mich auch eine Handvoll Nachrichten aus einem anderen Lager. Keine 5% insgesamt, wenige – dafür umso beunruhigender.

Nachrichten von Frauen, die mit BDSM nichts anfangen können – ihn verurteilen.
Nachrichten von Vanillas, die mir deutlich zu verstehen geben wollten, dass BDSM ungesund und prädestiniert sei, Psychopathen anzuziehen und sich „Frauen nicht wundern müssen.“
Nachrichten von Stinos, um mich aufzuklären: ich solle es einfach akzeptieren, dass „perverse Praktiken wie Sadomaso“ strafrechtlich eben nicht ernst genommen werden können.

Immerhin:

 

Wenn man anfinge, von „Sadomaso-Frauen“ jede Stimme ernst zu nehmen,
was sollen dann „normale Frauen“ sagen,
die WIRKLICH nicht vergewaltigt werden wollen?

 

Ich lächle.

Meine Lieben.

Könnt ihr mir das glauben? Ich sitze hier und schreibe. Durchaus fühle ich den Hass, versteht mich nicht falsch. Aber ja, ich lächle. Ein Lächeln, so leise und mit zu drohenden, dunklen Schlitzen verengten Augen, als würden mir in diesem Augenblick die Schwingen meiner Bestie an meinem eigenen Rücken wachsen. Als würden meine Augen beginnen, rot zu leuchten.
Als könnte ich meine Fänge wachsen spüren, scharf wie Rasierklingen und bereit, Unwissenheit, Intoleranz, Engstirnigkeit, Respektlosigkeit und Ungerechtigkeit zwischen ihren Kiefern zu zermalmen.

 

„Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.“

J. Müller (1921-1985)

 

Ich werde meine Luft nicht damit verschwenden, jene Menschen zu berichtigen, deren Köpfe voll sind von eben jenem Stroh. Von Intoleranz und der Unfähigkeit, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Sie interessieren mich nicht. Es ist verschwendete Energie, jenen ein Licht aufgehen lassen zu wollen, die die schönen Dinge des Lebens aus Prinzip nur im Dunkeln machen. Ich mache mir nicht die Mühe, mit Vorurteil und Intoleranz ins Gespräch zu kommen.

Die Energie, die ich habe, stecke ich in jene Dinge, die ich damit zu einem Perpetuum Mobile machen kann. Ihr versteht?

Einmal Energie zugeführt, einmal in Gang gesetzt – läuft das Ganze von allein.

Einmal ein Feuer entfacht, einmal den Weg zum Wunderland in Flammen gesteckt – und jene, die WOLLEN, werden sich Fackeln daran anzünden, werden in der Lage sein, Luft zu holen um das Feuer am Leben zu halten, das anderen, jüngeren, neueren, unerfahreneren den richtigen Weg leuchtet.

Ich ignoriere das Stroh. 
Denn der Funke der Wahrheit, mein Atem aus Feuer, hat den Scheiterhaufen bereits entfacht.
Und jetzt will ich euch zeigen, was geschieht, wenn andere sich erheben, hinter mich stellen, Luft holen…

 

…und aus einem Scheiterhaufen einen Flächenbrand machen. 

 

Hinweis:

Die Screenshots in diesem Beitrag sind wahllos ausgesuchte Auszüge aus einer Masse an Nachrichten, die mich nach meinem letzten Beitrag von Frauen erreicht haben. Ich bin mit jeder davon in Kontakt getreten und habe die Erlaubnis jeder einzelnen davon, Sätze oder Auszüge anonymisiert zu verwenden. Alle, die ich gefragt habe, haben zugestimmt. Ich habe NICHT alle verwendet, weil es den Rahmen sprengen würde. Die Auswahl erfolgte per Zufall – das meine ich so. Es wäre anmaßend gewesen, eine bewusste „Auswahl“ zu treffen – nach welchen Kriterien auch? 
Ich hoffe, dieses Prinzip ist in Ordnung.

Dazu erreichten mich Fragen und Bitten um Erklärungen, Beispiele und Tipps. Ich habe versucht, alles, was ich mit gutem Gewissen sagen und weitergeben kann, jene Dinge, die mir persönlich halfen, in diesen Beitrag einzubauen. Jene, die es betrifft, wissen Bescheid. Die Screenshots aus Whatsapp sind meine eigenen aus Gesprächen mit dem Teufel – ich werde mich outen, in vielem.
Es wird unangenehm. Das ist in Ordnung.
Die Wahrheit tut weh – aber sie hilft.

Ich verneige also – das meine ich so – demütig mein Haupt vor all den Frauen, mit denen ich diese Woche Kontakt hatte und denen seelisch und körperlich durch Männer in unserem wunderbaren Wunderland ähnliche oder schlimmere Dinge widerfahren sind als mir. 

Ich danke euch für euren Mut.
Ich bewundere euch für eure Stärke.
Jedes einzelne Gespräch ging mir nahe und schenkte mir einen Teil eurer Kraft.
Ich hoffe, jede von euch erkennt, wozu sie fähig ist. 

 

Ich habe keine Erfahrung mit solchen Kreuzzügen – ich bin kein Richter, keine höhere Instanz, keine Exekutive.

 

Ich bin kein Schwert.
Und ich bin NICHT das Feuer, das hier entfacht wurde. 

Ich bin lediglich der Wind, der es weiter verbreitet. 

 

Der Wind, der zu einem Sturm anwächst und jetzt seine Worte nicht an jene richtet,
die nie verstehen werden. 
Sondern an alle Frauen, die sich auf dem Weg ins oder mitten im Wunderland befinden. 
An jene, denen Regeln auferlegt wurden, die es nie gab.
An jene, die unerfahren sind. 
An jene, die unsicher sind, wem sie glauben sollen. 
An jene, denen ein Wegweiser in dieser verwirrend bunten Welt fehlt.
An jene, die zur Teeparty des Hutmachers wollten – aber in den Fängen der Herzkönigin gelandet sind.

 

An jene, die dieses warme Gefühl in sich spüren,
wenn sie an Fesseln und eine feste Hand denken –
die aber Gefahr laufen, sich diese Fesseln zu eng anlegen zu lassen. 

 

 

An jene, die auch nur EIN EINZIGES MAL einen Satz gehört haben, der beginnt mit: 

„Du musst…“

 

 

Setzt euch zu mir ans Feuer, meine Lieben –
und hört sehr gut zu,
wenn nun meine Stimme in einem vielfachen Echo widerhallt. 

 

 

 




 

„Je mehr ein Mensch sich schämt,
desto anständiger ist er.“

G. B. Shaw (1856 – 1959)

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Scham.

BDSM handelt von Kontrollverlust. Es geht um Vertrauen und darum, in einem gewissen Rahmen, die Kontrolle abzugeben. Wenn dieser eigentlich gewollte Kontrollverlust, der sich so unglaublich gut anfühlen kann, dazu führt, dass Dinge mit einem geschehen, die man nicht wollte, denen man nicht zugestimmt hat, kann das schlimmere Auswirkungen haben als unter Vanillas. Denn das ist die Basis der Vorurteile gegenüber devoten Frauen, die ihre Neigung ausleben: „Du WILLST doch eigentlich, dass Dinge mit dir geschehen, die dich demütigen, die dir wehtun.“

Nach einer solchen Erfahrung, schämt man sich dafür, es laut auszusprechen. Weil man sich fühlt, als hätte man SELBST versagt. Als sei man SELBST schuld. Weil man SELBST es zugelassen hat – es ja vielleicht irgendwie doch wollte?

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FALSCH.

Ich will, dass es mir gut geht.
Ich will, dass Dinge mit mir geschehen, die mir Spaß machen.
Ich will gedemütigt werden, weil es die Rolle des dominanten Parts deutlicher macht.
Ich will Schmerz spüren, weil ich masochistisch veranlagt bin und mich Schmerzen erregen.
Und vielleicht will ich andere Dinge aus verschiedensten Gründen.

Der gemeinsame Nenner?

ICH WILL.

Ich will alles davon. Auch das Unangenehm-Angenehme – weil die kleinen (in abgestimmtem Rahmen) unangenehmen Dinge dazu führen, dass diese größere, höhere, intensivere Fantasie zur Realität wird:

Hingabe. Unterwerfung. Kontrollverlust. Leidenschaft. Dominanz und Submission.

BDSM

Statt Scham also:

Stolz.

Weil du bereit bist, dich selbst kennen zu lernen und dabei diese Neigung entdeckt hast.
Weil du mutig genug bist, sie zu akzeptieren.
Weil du tolerant und offen für neue Dinge bist.
Weil du dich nicht an das anpasst, was die Gesellschaft als „normal“ definiert.
Weil du dir die Freiheit nimmst, dich auszuleben.
Weil dein Verstand klar genug ist zu sehen, dass etwas nicht schlecht ist, nur weil andere es nicht verstehen.
Weil du dir nimmst, was dir gut tut.

 

Stolz sollten jene sein, die den Mut haben, auf dem Tellerrand zu tanzen.
Schämen sollten sich jene, die diese Menschen aus dem Gleichgewicht bringen.


Stolz sollten jene sein, die bereit sind für Grenzgänge. 
Schämen sollten sich jene, die diese Bereitschaft ausnutzen. 

 




 

 

„Es wird immer gleich ein wenig anders,
wenn man es ausspricht.“

Hermann Hesse (1877 – 1967)

 

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Zu manchen Dingen kann ich nicht viel sagen. Jeder dieser Sätze – oft von jungen oder unerfahrenen Frauen, die diese Sache gerade erst für sich entdecken – schneidet mir in die Seele. Ich kann nicht zählen, wie oft ich „Danke, dass endlich jemand auch in dieser Szene darüber spricht“ gelesen habe.

 

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Redet darüber.
Teilt eure Gedanken.
Sprecht über eure Geschichten.

 

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Keine von euch ist allein und jene, die bereits mehr Erfahrung haben, können jüngeren oder unerfahreneren eine Stütze sein.

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Es ist mir unbegreiflich, wie OFT ich Nachrichten bekam, in denen stand, dass jemand sich allein fühlt und endlich EINE ZWEITE davon spricht. Ich würde gerade alles dafür geben, euch meine gesamten Postfächer  – DM, Kommentare, Replies und Mails – zur Verfügung stellen zu können. Ich bin nur durch Zufall ein Angelpunkt, an dem alles sich trifft – unzählige Nachrichten, die sich allein fühlen, aber nicht sehen können, dass sie in einem überfüllten Korb unter anderen landen.

Ich wiederhole mich:

 

REDET.
TEILT.

HOLT LUFT.

 




 

„Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen,
ist der erste Schritt zur Freiheit.“

Nicolas Chamfort (1741 – 1794)

 

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„Na gut.“

Das Bedürfnis nach Akzeptanz und Liebe kann einen überwältigen. Ich selbst hatte Zeiten, in denen ich keinerlei Abgrenzungsfähigkeit hatte. Die ersten zwanzig Jahre meines Lebens lebte ich für meine schizophrene Mutter, verzichtete auf Freunde, eine Meinung, Sozialkontakte, oft auch auf die Schule selbst, auf ein eigenes Bett – weil sie mich brauchte. Zweimal – als Kind – machte ich Anstalten, ein Bedürfnis zu kommunizieren. Im besten Fall brach sie weinend zusammen, weil ich sie „nicht mehr liebte“. Im schlimmsten Fall… versuchte sie schlimmeres.

 

Es brauchte viele Jahre und eine lange Trauma-Therapie, bis ich etwas gelernt habe, das mir das Leben nicht nur gerettet hat, sondern mich vor vielen schlimmen Dingen schützt und zudem zu Freiheit und Glück geführt hat:

Die innere Erkenntnis, dass ich MIR SELBST schuldig bin, Grenzen zu ziehen. Und zwar unter allen Umständen. Es gibt kein „Überreden“, wenn sich etwas nicht gut anfühlt. Es gibt kein „ach komm schon“. Es gibt kein langes Nachdenken und ein „na gut“ am Ende. Es gibt eine Grenze, hinter der ich stehe und die ich im Ernstfall verteidige.

Versteht mich nicht falsch: ich strauchle auch noch. Ich bin nur ein Mensch. Nur eine Frau. Manchmal nur ein kleines, naives Mädchen – so wie viele von euch – mit dem Bedürfnis geliebt zu werden. Beschützt zu werden. Oder gefickt zu werden.
Was auch immer es ist: manchmal führen Bedürfnisse nach Reaktionen und Gefühlen von anderen dazu, dass man eigene Grenzen ausdehnt oder im schlimmsten Fall ignoriert.

 

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Ein Auszug aus einer Unterhaltung mit dem Teufel. Ich strauchelte auch. Ich hasste das Gefühl, nicht tun zu KÖNNEN, was er wollte. Ich bin froh, dass in Grenzfällen immer der Selbstschutz Überhand gewann.
Es geht nicht nur darum zu können – ich muss es auch wollen. Wenn jemand an Grenzen kratzt – zu lang, zu aufdringlich -, dann werden die Krallen ausgefahren.

 

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Kein „Na gut“
Nur „NEIN“

Ich muss mich selbst kennen lernen. Meine Grenzen ertasten, ausloten. Bereit sein, sie zu erweitern – falls ich es WILL. Falls nicht, wird „Nein“ gesagt.

24/7 war für mich immer ein Hard Limit. Ich gehöre niemandem, außer mir selbst. Für mich persönlich kam das nicht in Frage (ich kenne 24/7-Beziehungen, die wunderbar sind! Jedem das Seine – für mich ist es nichts).

Er wollte Metall an mir, immer. Mich besitzen. Mich als sein Eigentum.

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Ich testete gern die Fesseln über Nacht. Aber hin und wieder wollte er, dass ich sie ständig trage. Immer. Beim Schlafen, Arbeiten, Tanzen. Ich solle ihn um Erlaubnis fragen, wenn ich sie ablegen will – mit Begründung und Zeitangabe für wie lange. So wie es sich für sein Eigentum gehöre. Ich hielt so viele Dinge für ein Necken, für einen Spaß… schmunzelte. Antwortete:

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Manche Frauen haben mir geschrieben und von der Schwierigkeit erzählt, dass bestimmte Dinge aus persönlichen Gründen nicht gehen. Dinge, die aber für viele andere Frauen keine große Sache sind. Sie sich deshalb immer denken „Stell dich nicht so an„.

Für diese Frauen oute ich mich jetzt erneut – mit einer Sache, die mir schwer fällt:

Wenn du mit einer schizophrenen und dazu alkoholkranken Mutter aufwächst, die täglich durchschnittlich 2 Flaschen Cognac trinkt, sodass sie sich mehrmals übergeben muss. Immer. Täglich. Über Jahre hinweg. Dann wird das Geräusch des Würgens zu einem Trigger. Also:
Deep Throat ist ein Hard Limit für mich. Vielleicht in 10 Jahren nicht mehr – ich sage nicht „nie“. Zurzeit aber definitiv ja.
Ich weiß, Männer stehen drauf. Ich weiß, viele Frauen können es. Ich kann nicht mal Pornos anschauen, in denen Frauen das machen.
Ich höre das Würgen – Trigger – Erregung weg.

Eure Nachrichten haben mir gezeigt, dass es viele von euch gibt, die diese Hard Limits auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten haben.

Was ich dazu mit Sicherheit sagen kann: Es gibt kein „Stell dich nicht so an„. Wenn mir Kleinigkeiten Schwierigkeiten machen, wenn ich vermeintlich einfache Dinge nicht will – aus welchem Grund auch immer.

 

DANN WILL ICH EBEN NICHT. 

Er erzählte von Fantasien. Angekettet am Bett, gefickt, geschlagen, geplugged, einen Gummischwanz in den Hals, Packband drüber, damit er tief drin bleibt. Gerte, Schmerz und dann liegen lassen, während er zur Arbeit geht, um sich abends erneut an seinem Eigentum vergehen zu können.
Ich stempelte es als mich triezende Fantasie ab, nahm es nicht ernst…

 

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Es gibt mehrere dieser Diskussionen. Ich habe viele meiner Grenzen erweitert, habe mich zu vielen Dinge auch ein bisschen pushen lassen. Aber bestimmte letzte Grenzen standen immer. Diese letzten Grenzen sind die wichtigsten, die es gibt. 

Nein sagen können ist die Basis.

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Als er sagte, es gehe darum, was ER will, nicht darum, was ich will, war meine schlichte Antwort:

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Ich DARF nicht nur „nein“ sagen. Ich MUSS. Ich bin es mir selbst schuldig. Denn was ich in all den Jahren auch gelernt habe, ist folgendes:

Es gibt GENAU einen Menschen, der von meiner Geburt bis zu meinen Tod bei mir ist.
Der mit jeder Entscheidung leben muss, die ich jemals treffe.
Der JEDEN Abend vor dem Einschlafen fragt „Alles gut bei dir?“.
Der mich besser kennt und einschätzen kann, als jeder andere.
Der in JEDER Minute, in jedem glücklichen und in jedem harten Augenblick da ist, von Anfang bis zum Ende:

Und das bin ich selbst. 

Wenn ich also irgendwann entscheide, meine Grenzen zu erweitern, jemanden näher zu lassen, für jemanden über Schatten zu springen, dann nur aus einem Grund:

Weil ICH es WILL – nicht, weil jemand es verlangt. 

 

 





 

„Sich selbst zu lieben ist der Beginn
einer lebenslangen Romanze.“

Oscar Wilde (1854 – 1900)

 

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Ein Teil von mir schämt sich dafür, dass ich selbst heute noch unsicher bin. Dass auch ich bei diesem Thema Schwachpunkte habe, einzelne Achillesfersen. Dass ein Mann einen gewissen Knopf finden muss und ich beginne, ein wenig zu straucheln. Ich ignoriere diese Scham jetzt – eben weil ich weiß, ich bin nicht die Einzige. Stellvertretend für alle Frauen hier zeige ich euch Auszüge meiner Schwachstellen.

Eine davon war, wenn er ständig behauptete, ich überfordere die meisten „Hobbydoms“.

 

Auf seinem Maßstab war ich – bin ich – „harmlos“, bin mir nie „extrem genug“ vorgekommen. Ich weiß andererseits, dass es nicht unrealistisch ist, zu sagen, dass ich manche Männer/Doms überfordere. Auf den Events haben mich enorm viele Leute angesprochen – so harmlos kann das Ganze nicht gewesen sein. Der Gedanke daran gab mir vermutlich einen Selbstvertrauens-Push.
Heute, im Nachhinein relativiere ich. Ich erkenne es. Ich lerne daraus.

Vor dem ersten Event, auf das wir schließlich doch nicht gegangen sind, bot er mir an, eine zweite Frau mitzunehmen. Ich hab ziemlich heftig meine Krallen ausgefahren.

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Ich wollte nicht eine von zwei Frauen an seiner Seite sein, zumindest nicht bei den ersten Abenden mit ihm in der Öffentlichkeit. Er fuhr mich an, machte mich runter und warf mir vor, undankbar zu sein. Er wollte diese Frau „mir schenken“. Mir eine Erfahrung schenken, sie wäre mir zur Verfügung gestanden.

Undankbarkeit.
Vorwürfe.
Schuld.
Schlechtes Gewissen.
Achillesferse.
…und ich strauchelte.

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Das sind nur Auszüge. Es gibt viele dieser Situationen. Ich schätze, es ist normal. Jeder hat seine Schwachstellen, jeder hat das Bedürfnis, gewisse Gefühle von einer anderen Person zu bekommen – aus den verschiedensten Gründen.

 

 


 

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Ich danke dir, meine Liebe – für alles. Du bist mir ein Vorbild.
Ich hoffe du dir selbst auch. 


 

Emotionale Erpressung

…ist eine in viel zu vielen Beziehungen jeglicher Art verwendete Kommunikationsstrategie. Der „Erpresser“ verlangt ein bestimmtes Verhalten seines Gegenübers. Sollte sich das Gegenüber gegen dieses Verhalten entscheiden, wird gedroht: entweder mit negativen Gefühlen oder mit Entzug von positiven.

Klassisches Beispiel: A will abends ausgehen – B sagt: „Wenn ich dir wichtig bin, bleibst du heute Abend bei mir.“

Ein entsprechendes BDSM-Beispiel: „Mach xy – oder willst du nicht, dass ich stolz auf dich bin?“

Klassische Gefühle, die getriggert werden, sind zum Beispiel Schuld – für schlechtes Gewissen sind viele Menschen empfänglich, ich auch (sein Versuch, mich mit den Bildern unter Druck zu setzen von seinem Schnitt am Handgelenk? „Schau, wie schlecht es mir geht – und dir ist es egal!“ ist die Message. Emotionale Erpressung aus dem Lehrbuch). Andere sind Versagen, Verlustangst oder Angst vor Liebesentzug, um nur ein paar zu nennen.

Ich habe viel darüber gelernt in meinem Leben. Solche Muster zu erkennen, ist die Basis, um gesunde Grenzen ziehen zu können. Wenn ein Meister dieser Kunst mir aber gegenüber steht, bin ich nicht gegen alles gefeit. Ich will euch eine Unterhaltung zeigen, in der ich es nicht erkannt habe und ihm deshalb gestattete, meine Grenzen gegen meinen Willen auszuweiten:

 

 

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Er sprach hier von mehr „Konsequenz“, die mir gut tun würde. Eine Sprachnachricht kam, er meinte, er müsse mich mehr zu meinem Glück zwingen. Öfters Dinge einfach „beschließen“.

 

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Zwischendurch Sprachnachrichten.

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Das ist es. Der Punkt – seht ihr? Er kannte meinen Ehrgeiz und er triggerte ihn. Ruderte zurück: akzeptiere dann eben, dass ich für vieles nicht bereit war. Solche Sätze. Und BAM – ich reagierte im Reflex, durchschaute es an dieser Stelle nicht. „Ich kann das“ – ich wollte es ihm beweisen. Der Witz ist: darum geht nicht.

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Hier seht ihr es – das „mach“ wurde erteilt. Ich war zumindest intuitiv so klar, ihm noch zu drohen. Ich wusste innerlich, dass es Dinge gab, die meine Grenze überschritten. Die zu viel wären. Ich sagte es noch dazu – wenigstens das. Es war präsent, auch wenn mein Ehrgeiz in diesem Augenblick stärker war und sich erpressen ließ. Die Vorstellung, nein zu sagen und dann mit dem Gefühl zurückgelassen zu werden, dass ich „versagt“ oder aufgegeben hatte, nicht mutig genug war, war für mich stellenweise unerträglich.

Ihr seht.

Meine letzte Grenze stand zum Glück, aber ich sah lange nicht alles davon. Ich lerne gerade sehr viel. Im Umgang damit. Im Schreiben. Es sind Dinge, die mir nicht mehr passieren werden.


 

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Es hat viele Jahre Therapie und noch längeres Selbststudium gebraucht, um zu begreifen (ich sage: begreifen. Umsetzen gelingt auch mir, wie ihr seht, nicht immer), dass man sich die meisten Gefühle, die man gern hätte, auch selbst geben kann.

Ich kann mich selbst lieben. Mich akzeptieren. Mich annehmen. Mich stützen.
Ich kann mich selbst trösten, auch wenn manchmal eine Schulter gut tut.
Ich kann mir selbst Mut zusprechen, auch wenn es stärkt, wenn andere das tun.
Ich kann mir sagen, dass ich großartig bin – ohne selbstverliebt zu sein.
Ich kann manchmal sogar vor dem Spiegel stehen und denken „shit, seh‘ ich geil aus“, ohne arrogant zu sein. 
Ich kann stolz auf mich selbst sein, auch wenn man diesen Satz so dringend von anderen hören will. 

Ich versuche mir selbst so viele dieser positiven Gefühle zu geben, dass mein Grundbedürfnis danach gestillt ist. Wenn DANN ein anderer kommt und diese Gefühle bestätigt, ist es umso schöner.
Wenn dieser andere aber droht, mir diese Gefühle nicht mehr zu geben, dann geht die Drohung ins Leere und ich erkenne mich selbst an unabhängig.

Man ist nicht erpressbar mit dem Verlust von Dingen,
die man nicht essentiell vermissen würde.

Solange mein mindestes Bedürfnis positiver Gefühle aus mir selbst kommt, kann sich mein Gegenüber von mir abwenden und mir seinen Teil dieser Gefühle entziehen, ohne, dass ich daran zerbreche.

Und glaubt mir, wenn ich sage:

Jene Menschen, die mit Druck, Erpressung und Manipulation arbeiten, geben ihrem Gegenüber nicht mehr als eine Illusion dieser Gefühle.

 

Die vermeintliche Liebe, der Stolz, die Anerkennung einer Person, die meine Grenzen nicht respektiert, ist nichts wert. 

 




 

„Submission träumt.
Dominanz ermöglicht.

Submission hofft.
Dominanz erfüllt.

Submission kniet.
Dominanz aber senkt in Ehrfurcht das Haupt.“

Ophelia (*1989)

 

 

Screenshot_20180411-122421.pngScreenshot_20180411-122430.png

SAFE.

 

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SANE.

 

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CONSENSUAL.

 

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BDSM ist eine wunderbare, befreiende, vielfältige Sache.
BDSM ist eine Art, die eigene Sexualität auszuleben.
BDSM ist ein Weg, sich selbst neu zu erfinden, eine Rolle einzunehmen oder sogar der Mensch zu sein, der man eigentlich immer schon war.

BDSM kann schmerzhaft sein, kann Überwindung kosten, kann anstrengend sein und einen an Grenzen führen.

BDSM bedeutet NICHT, sich gegen den eigenen Will Schmerz zufügen lassen zu müssen, zu Dingen gezwungen oder über Grenzen gestoßen zu werden.

Schmerz wird freiwillig zugefügt.
In dem Maß, das gewollt ist.
In der Art, die gefällt oder mit der man zumindest einverstanden ist.

Überwindung wird aus freien Stücken geleistet, ohne Druck, ohne Zwang.
Anstrengung fühlt sich gut an und lohnt sich am Ende.

Grenzen werden gezeigt, werden kommuniziert, werden ausgelotet und angetastet. Bisweilen werden sie erweitert und – ganz selten – wird ein Grenzgang gewagt, der schließlich einen Schritt hinter der ursprünglich gezogenen Linie landet.

Aber immer

SAFE. 
SANE. 

CONSENSUAL.

 

Wenn jemand Sätze beginnt mit…

„Bei BDSM sollte man…“
„BDSM bedeutet…“
„Wenn du BDSM praktizierst, musst du…“

…dann sollte man die Augen öffnen und sehr genau hinsehen. Im Zweifelsfall jene um Rat fragen, deren Wort man vertraut. Freunde, Kontakte, real oder virtuell. Plattformen besuchen, in Foren nachfragen, was auch immer.

An alle Frauen – vor allem jene, die unerfahren, vielleicht jung und neu sind hier im Wunderland, die noch am Anfang ihrer Reise stehen, sage ich eines jetzt sehr deutlich:

Seid so fair und kommuniziert eure Grenzen, eure Unsicherheiten und eure Bedenken so, dass eurer Gegenüber euch versteht. Wenn ihr nicht sicher seid, wo eure Grenzen liegen, dann sagt das genau so.
DAS ist eure Aufgabe.

Die Aufgabe, des dominanten, führenden Parts, besteht darin, diese Grenzen einzuhalten. 

Es ist egal, wie schön die Worte sind, die jemand verwendet. 
Es ist egal, wie gut es sich zeitweise anfühlt.
Es ist egal, welche Vorstellung ihr habt von „richtigem BDSM“.
Es ist egal, welche Versprechungen ein Mensch euch macht.

In dem Moment, in dem ihr auch nur subtil das Gefühl habt, zu etwas gedrängt zu werden, das ihr nicht möchtet.
In dem Moment, in dem eure Bauchgefühl euch warnt.
In dem Moment, in dem sich etwas in euch zu wehren beginnt.
In dem Moment, in dem ihr Formulierungen hört, wie „Du musst…“.

Steht ihr auf, öffnet eure Augen, sammelt euch und seht euch euer Gegenüber sehr, sehr aufmerksam und genau an. Untersucht, schätzt ab und beurteilt. Fragt andere, holt Ratschläge und zweite Meinungen ein, falls ihr doch zweifelt.

Ansonsten hebt ihr eurer Haupt.
Sagt nein.
Wendet euch ab.
Und lasst euch vom weißen Hasen weiter durch das Wunderland führen.

 

Egal, ob es Schmerz, Demütigung oder für Stinos noch so abartig perversen, unnormalen Scheiß beinhaltet – es ist in Ordnung. Unter einer Bedingung:

Nach dem Spiel müsst ihr euch besser fühlen als davor – nicht schlechter.
DAS und nichts anderes ist BDSM. 

 




 

Ich habe in der letzten Woche eine Sache dazu gelernt:

Austausch ist auch hier wichtiger als eine klare Ja-oder-Nein-Antwort. Kommunikation und Konversation können weiterbringen als ein Eintrag im Netz. Wenn ich Antworten möchte auf komplexe Fragen, die mich beschäftigen, suche ich Input, möglichst viele verschiedene Ansichten und im Idealfall Erfahrungswerte.

Für diese Mischung biete ich eine Plattform. Wer Fragen und Anliegen hat, soll sie stellen. Ich rede, gebe Input und eine Meinung, falls ich kann und leite weiter, biete eine Plattform für Erfahrungsaustausch und Diskussion. Schreibe darüber.
Die folgenden Beiträge werden sich wieder anderen Themen widmen, oder zumindest einen größeren thematischen Kreis ziehen. Ich möchte nicht verbittern – ich muss mir selbst wieder zeigen, dass das Wunderland auch bunte Landschaften hat, dass auch hier die Sonne nach einer langen Nacht wieder aufgeht und sogar die Herzkönigin sich hin und wieder schlafen legt. Und ich habe noch immer meine eigene Schlacht im Untergrund zu kämpfen. Vielleicht kann ich davon berichten, wenn alles vorbei ist.

Aber das Feuer wird weiter brennen und ich werde es weiter schüren.

Wer sich also bei mir melden möchte für Input oder eine Frage, für die er eine Plattform braucht: ich lade hiermit ein. Es hat mich erschüttert zu merken, wie viele Frauen da draußen mir dankbar waren, dass sie endlich das Gefühl hatten, nicht die Einzige zu sein.

Wenn ihr wüsstet…


 

Ein vermutlich polarisierendes Statement:

Ich halte die #metoo-Kampagne für sinnvoll und enorm wichtig. Ich möchte mich dennoch mit diesem Feuer nicht in ihre klassischen Reihen stellen. Aus folgendem Grund:

Diese Kampagne hat wirklichen Opfern eine Plattform, eine Stimme gegeben. Allerdings sehe ich eine bedenkliche Entwicklung, wenn auch Stimmen laut werden von Frauen, denen an den Arsch gefasst oder die in irgendeiner anderen Form „angemacht“ wurden. Selbstverständlich sind auch solche Handlungen ohne Zustimmung eine Form der sexuellen Belästigung – ich bin allerdings der Meinung (auch wenn ich weiß, dass sie nicht von allen geteilt wird), dass diese Form der Belästigung nicht in einem Atemzug erwähnt werden sollte mit Opfern von Vergewaltigungen.
Zudem habe ich die Angst, dass unsere Gesellschaft sich zu Prüderie hin entwickelt, wo wir doch offener werden sollten. Nein, damit halte ich nicht dazu an, dass Männer doch bitte wahllos Frauen anfassen sollen. Ich will sagen, ich halte es für eine Gratwanderung – eine in gewisser Weise natürliche, wie ich finde.

Noch wichtiger aber ist mir – und in erster Linie deshalb grenze ich mich zwar nicht ab, reihe mich aber auch nicht ein – die Tatsache, dass sich viele dieser Phänomene für BDSM als fatal herausstellen und ich mich als devote, BDSM praktizierende Frau nicht mit allem identifizieren kann, worin diese Kampagne sich einig ist. Ich las zu viel „Ich möchte ausnahmslos mit Respekt behandelt werden“ und „Wer die Hand gegen mich erhebt, gehört bestraft“.
Ich weiß, was gemeint ist – aber ich könnte es nicht unterschreiben.

Ich stehe hinter feministischen Werten – liebe es aber, mich von Männern demütigen zu lassen. 
Ich bin emanzipiert – liebe es aber, vor einem Mann zu knien und ins Gesicht geschlagen zu werden.
Ich bin eine moderne, selbstständige Frau – liebe es aber, wenn ein Mann mich nicht erst beim dritten Date küsst, sondern sich – wenn auch einvernehmlich – nimmt, was er will. 

Ich weiß, all das scheint widersprüchlich zu sein – aber das ist das Leben, meine Lieben. Es ist immer Licht und Schatten. Immer Schmerz und Freude. Immer ein Grenzgang, immer eine Gratwanderung.

Das hier ist also kein #metoo-Beitrag im eigentlichen Sinne. Genauso wenig kann ich behaupten, dass ich die Verfasser der eingangs zitierten Nachrichten, dass „Sadomaso“-Frauen kein Recht auf #metoo hätten, nicht am liebsten gleich mit auf den Scheiterhaufen werfen würde.
Das ist hier ist kein Kreuzzug von Frauen gegen Männer, von Feministinnen gegen das Patriarchat – im Gegenteil: ich liebe Männer und ich bin dankbar für jeden Einzelnen, der diese Werte ebenso vertritt und sich mir und uns anschließt. Ich durfte erst in den letzten Wochen neue, großartige Männer kennen lernen, die eben diese meine Werte mit mir teilen und sie verteidigen.

BDSM ist ein Grenzgang, der die Erlaubnis erteilt, Schmerz und Demütigung geschehen zu lassen. Der einen Rahmen bietet für Frauen, laut auszusprechen, dass es sie erregt, sich einem Mann zu unterwerfen. 
BDSM ist KEIN Synonym für „Hier lassen sich psychisch labile und kaputte Frauen von Männern schlagen, weil sie es nicht anders kennen.“

 

Die Erwähnung von BDSM in einem Verfahren darf nicht dazu führen, dass eine Vergewaltigung weniger ernst genommen wird.

 




 

Meine Lieben…
der Teufel hat meine Bestie von der Leine gelassen, um sie dann mit Füßen zu treten.
Er soll sich nicht wundern, wenn ihre Fänge sich nun gegen ihn richten.

Wer es jetzt also wagen möchte, sich gegen mich und diese Werte zu stellen, die ich vertrete, darf sich mir gern in den Weg stellen. Das gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.
Lasst mich vorher – mit Blick auf meine Worte von letzter Woche – die Situation aber noch klar stellen, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:

 

Ich bin nicht gebrochen.
Ich stehe – aufrechter als je zuvor. 

Und noch dazu nicht mehr allein. 

Ich habe andere um mich geschart, die ebenfalls Luft geholt haben und die meinen Scheiterhaufen zu einem Flächenbrand werden ließen.

 

Aus dieser Position richte ich mich an den Herrscher der Hölle persönlich und alle seine Dämonen, die er um sich schart, wenn ich sage: 

 

Ich warne dich. 

Ich bin nicht allein. 
Ich habe eine Stimme, die noch sehr viel lauter ist, als sie hier wirkt. 
Eine Stimme, die bereits ein Feuer entfacht, wenn ich sie einmal kurz erhebe.
Eine Stimme, der sich viele andere angeschlossen haben, nicht weniger bereit Feuer zu speien als ich.

Eine Stimme, die sich – gnädigerweise – NOCH zurückhält und nicht jeden Wind zur Verbreitung nutzt, der sich ihr bietet.

Eine Stimme, die die Welt und jeden von euch in Brand setzen wird, wenn man mich dazu bringt, sie wirklich zu nutzen. 

 

Und dazu eine befreite Bestie,
die sich an euren Überresten laben wird,

während ich weiter durch dieses strahlende
Wunderland spazieren werde,

in Gesellschaft jener Menschen, die es verdient haben
hier zu sein. 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


 

5 Kommentare

  1. Liebe Orphelia

    Ich bin mit 17 Jahren (die erste große Liebe) an so einen Manipulator geraten. Obwohl selber erst 17, hatte er eine enorme Anziehungskraft und sein fabelhaftes Aussehen tat ein Übriges. Ich ging ihm auf den Leim. Was folgte, war zuerst Liebesentzug, dann Vorschriften, Psychoterror und auch physische Gewalt (zwar seltener, aber es kam vor). Er schaffte es, dass ich ihm regelrecht hörig war. Ich ging einmal Hölle und zurück und es dauerte Jahre, um sich seinem hypnotischen Einfluss wirklich konsequent widersetzen zu können. Er hatte mein Urvertrauen zerstört und bis ich die Scherben wieder zusammen gesetzt hatte, verging eine lange Zeit. Aber das machte mich stark! Ich lernte Grenzen zu setzen – egal wie groß die Liebe zu einem Mann war. Wenn jemand begann, mich seinen Wünschen gemäß umformen zu wollen, beendete ich die Beziehung.
    Ich habe bei vielen Stellen genickt (wenn du mich liebst, dann/Du musst..), weil ich das so oft gehört hatte von ihm.

    Was meine devote Seite angeht, die habe ich erst relativ spät akzeptiert.
    Ich habe mir bzgl BDSM viel Zeit gelassen, mich selbst zu erforschen und auszuprobieren. Ich weiß, was ich will und was nicht. Und genau das kommuniziere ich auch. MEIN Weg ist das Ziel!

    Gefällt 1 Person

  2. Zu #metoo:
    Ich hab immer versucht, Frauen respektvoll zu behandeln. Meistens ist‘s mir gelungen, ich glaub, dass lässt sich auch daran festmachen, das meine beste und älteste Freundin lesbisch ist und wir alle (also ihre Frau, meine Frau und unsere Kinder) untereinander ein super Verhältnis haben.
    Aber auch ich überlegt mir inzwischen öfters, ob und was ich zu meinen Kolleginnen sagen kann. Für uns Männer,ist jede Bemerkung dünnes Eis. Oder um‘s mit der österreichisches Kabarettistin Lisa Eggert zu sagen „wenn mir ein Mann schöne Augen macht nehm ich ihn mit nach Hause oder zeig ihn an, je nach Laune.“
    Allgemein schäme ich mich für meine „Geschlechtsgenossen“für ihr Verhalten gegenüber Frauen, besonders wenn ich solche Geschichten lese.

    Gefällt mir

  3. Liebe Ophelia, prinzipiell kann ich bei jedem Satz nur bestätigend nicken und den Cheerleader machen. Bis auf die #metoo-Debatte, bis auf den Satz, in dem Du schreibst, dass Belästigungen nicht das gleiche sind wie eine Vergewaltigung. Prinzipiell: Ja, so ist es für Dich und so ist es garantiert für einige andere. Aber jeder Mensch hat andere Trigger, die eine lächelt nur müde bei einem Busen-Grapscher, die nächste knallt dem Mann, der ihr an den Arsch fasst, eine – und die nächste wird getriggert von einer Umarmung, die sie nicht wollte.
    Daher meine Bitte: Schmerz kann nicht verglichen werden, das ist immer abhängig vom Menschen, der ihn empfindet.

    Und das hast das mit dem Consens wunderbar beschrieben: Wir möchten erniedrigt werden, wir geben unser Einverständnis dazu. Und wenn jemand anderes meine Sexualität nicht versteht, ist mir das herzlich egal…

    Nochmal eine dicke Umarmung
    dilara

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Dilara,
      ich verstehe absolut, was du meinst. Ich sehe das Prinzip ähnlich. Unter anderem deshalb schreibe ich auch, dass ich aus eigener Erfahrung kenne, dass selbst die kleinen Dinge für jemanden große Herausforderungen sein können. Siehe die Deep Throat-Debatte: für andere toll, easy, erregend. Für mich ein Hard Limit.
      Probleme und Schwierigkeiten sind immer subjektiv und niemand sieht die Gründe, die ein Mensch für die Grenzen hat, die er zieht.

      Wenn also eine Frau sich über #metoo äußert und sagt, sie fühlt sich ernsthaft belästigt, getriggert, ihre Grenzen werden übergangen durch eine – in den Augen anderer – Kleinigkeit, so liegt mir nichts ferner, als das herabzustufen.
      Wenn ich hingegen lese, dass es „nervt“, wenn man oft angegraben wird oder ähnliche Formulierungen – dann, nun ja, bin ich der Meinung, dass solche Äußerungen nicht im Sinne des eigentlichen Ziels der Sache stehen und bezweifle, dass sie in diesen Topf gehören.

      Darüber hinaus glaube ich weiterhin, dass es auch zu Schwierigkeiten im täglichen Umgang zwischen Frau und Mann führen kann. Ich fürchte, es ist auch für Männer nicht immer einfach, auf diesem Grat zu tanzen. Die einen Frauen mögen es, wenn man direkt und dominant auf sie zugeht und nach einem erste Gespräch, wenn der Moment stimmt, einen kleinen Schritt weitergeht. Die anderen Frauen möchten drei Mal zu einem Date gebeten werden, um dann einen ersten Kuss zu genießen. Keines von beiden ist besser oder schlechter – es ist eine Typ-Frage.

      Für Männer stelle ich es mir schwierig vor, wenn ich ehrlich bin, das herauszufinden und dementsprechend zu handeln.

      Und wenn mir dann Vanilla-Frauen kommen mit „wenn du dich selbst als „devote Schlampe“ bezeichnest, musst du dich nicht wundern…“ ist das in meinen Augen nichts anderes, als wenn ihr jemand sagt: „wenn du im Mini-Rock rumläufst,…“. Du verstehst, was ich sagen will?
      Die Linie möchte ich ziehen, keine andere.

      Für die eine devote Frau sind Ohrfeigen Hard Limits, obwohl es für die andere selbstverständlich ist.
      Genauso ist für die eine Vanilla-Frau ein Arsch-Grapscher ein Hard Limit, obwohl sich die andere dadurch begehrt fühlt.

      Aber für alle davon sollten Grenzen Grenzen sein und eingehalten werden. Devote Frauen haben auf diese Grenzen dieselben Rechte wie Vanillas.

      Das will ich sagen.
      Ich gebe dir also vollkommen recht, mit allem, was du schreibst, meine Liebe. Schön, dass du hier bist und mitliest und kommentierst. Ich bin dankbar für jede Rückmeldung. 🙂

      Liebe Grüße und eine Umarmung zurück
      Ophelia

      Gefällt 1 Person

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