Das Land, in dem Milch und Honig fließen (1/2)

Oder: Von Gynstühlen, Swingerclubs und einer Nymphe

Meine Lieben,

hach! 

Stellt euch vor, ich habe es geschafft, das Minenfeld am Strand meiner neuen Welt unbeschadet zu überqueren und habe dahinter etwas gefunden, das fast zu schön ist, um wahr zu sein. Ein Teil von mir glaubt das übrigens tatsächlich: dass es zu schön ist, um wahr zu sein. Dass bei all den herrlichen Dingen, die ich hier gerade genießen darf und dem Leben, das ich endlich leben darf, früher oder später der Himmel über mir einbrechen wird. Wenn ich an mein Leben zurückdenken und die Wege, die es genommen hat, dann fällt es mir schwer, daran zu glauben, dass ich hier einfach sitzen darf und das annehmen, was mir zurzeit widerfährt, als würde es nichts kosten. Und dann meldet sich dieser wunderbare andere Teil in mir – ihr wisst schon, der mit den Hörnern – und sagt, dass dieses Leben durchaus etwas gekostet hat. Nämlich lange Jahre harter Arbeit an mir selbst. Das Durchqueren tiefer Täler, langer Dunkelheit und viel Kraft. Ein Jahr 2018, in welchem ich rund sechs Monate überhaupt keinen Sex hatte, nachts von Flashbacks wach wurde und am Ende in einem Tief hing, weil mir kurz die Luft ausging. Die Entscheidung und vor allem Überwindung, meinen Job hinter mir zu lassen, die wohlige, wärmende Sicherheit aufzugeben und mich leicht bekleidet in einen Sturm zu wagen, Segel zu setzen, ohne zu wissen, wo ich stranden werde. Risiken einzugehen, Ungewissheiten in Kauf zu nehmen und von Klippen zu springen.
Nein, dieses Leben wurde mir nicht geschenkt – ich habe einen hohen Preis dafür gezahlt und es mir genommen. Ich habe es mir verdient. Und wenn ich das formuliere, bekomme ich einen heftigen Erinnerungs-Flashback an mein junges Ich zwischen 14 und 22, in den schlimmsten Jahren meines Lebens, das in den sehr dunklen Zeiten beinahe täglich dachte: „das muss sich lohnen. Es muss so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit geben. Vielleicht bekommst du all das irgendwann zurück. Vielleicht erlebst du das Leid, das andere in 30 Jahren erleben, in nur wenigen – hast dafür aber später längere, intensivere Phasen des Glücks. Warte einfach nur ab.“

Und nun sitze ich hier und das Leben hat mich genug gelehrt, um mich wissen zu lassen, dass es keine Regel für ausgleichende Gerechtigkeit gibt. Dass nichts und niemand einfach dafür sorgt, dass Menschen, die es verdient haben, auch Glück widerfährt. Aber, und das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich meinem jungen Leben bisher gewann: vielleicht müssen wir genau das begreifen, um aufzuhören, auf diese Gerechtigkeit zu warten und sie sich uns stattdessen selbst holen.
Nach dem greifen, von dem wir glauben, dass es uns zusteht. Aktiv werden, statt passiv auf bessere Zeiten zu hoffen. Und vielleicht – ohne zu philosophisch werden zu wollen – ist das das ausschlaggebende Kriterium, das nötig ist, um diese ausgleichende Gerechtigkeit zu erfahren. Vielleicht gibt es Schicksal, Bestimmung, Wege, die für uns gemacht sind, Glück, das auf jene von uns wartet, die es verdient haben, weil sie durch die Dunkelheit gewandert sind. Aber was wir begreifen müssen, ist:

Wir müssen diese Wege auch gehen. Langsam vielleicht, Schritt für Schritt, mit zitternden, unsicheren Beinen. Aber aus eigener Kraft einen Fuß vor den anderen setzend, das Beste aus dem machend, was uns gegeben wird.

Hier sitze ich also, meine Lieben, und habe die Karte meiner neuen Welt um einen Teil des Wunderlands erweitern können. Ich möchte euch von einem Land erzählen, in dem es keine Zeit gibt. Von einem Land, in dem Genuss nichts Verwerfliches ist und in dem man mit sich selbst im Reinen sein darf, ohne dass man es verstecken muss. Von einem Land, in dem Strap-Ons an Bäumen wachsen, Kerzenwachs wie Nektar trieft und Menschen auf Gynstühlen entspannen, um Bücher zu lesen, während andere den aufregendsten Sex haben, den sie sich je vorstellen konnten. Natürlich sind hier alle nackt und ach ja: es riecht nach Sex.
Wisst ihr noch, wie Sex riecht? Wie sich ein schwitzender Körper unter euren Händen anfühlt? Wie eure Nackenhaare sich stellen, weil die ausgestoßene Luft eines lustvollen Stöhnens euch kitzelt?

Von diesem Geruch, diesen Gefühlen möchte ich euch heute erzählen. Von einem wunderbaren Ort, den ich irgendwann werde verlassen müssen, wie mir bewusst ist, aber an dem ich jede Sekunde umso mehr genieße, weil die Zeit still zu stehen scheint. Und natürlich von einer Nymphe, die ich hier gefunden habe und die ich euch unbedingt heute vorstellen muss.

Meine Lieben, lehnt euch zurück und genießt meine Erzählung. Denn es existiert wirklich – ich habe es gefunden:

Das Land, in dem Milch und Honig fließen. Und da es hier keine Zeit, keine Reihenfolge, keine Regeln gibt, gilt heute nicht „von vorn“, sondern:

Mitten hinein… 😉


Perfekt unperfekt

Die Wochen verfliegen, meine Lieben, und die Ereignisse überschlagen sich. Ja, ich bin in jeder Minute, in der mein Geist aufmerksam genug ist, am Schreibtisch und arbeite an dem Buch. Es wird in den nächsten Wochen fertig sein, aber ich gebe zu, dass es mehr Zeit in Anspruch nimmt als erwartet – zumal es bei Weitem nicht das Einzige ist, was ich zu tun habe. Und genau in dieser Zeit kommt nun die Gerichtsverhandlung auf mich zu sowie Omis 80. Geburtstag, für den einiges an Vorbereitung ansteht.

Allerdings möchte ich nicht, dass es klingt, als würde ich mich beschweren. Denn wenn ich ehrlich bin, konnte ich mich selten – vielleicht sogar noch nie – weniger beschweren als zurzeit. Es gibt durchaus ein, vielleicht zwei Dinge in meinem Leben, die mehr als schwierig sind, aber über die ich noch nie hier geschrieben habe, weil sie mir zu nahe gehen. Das erwähne ich nur deshalb, weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte, mein Leben sei perfekt. Perfekt ist es definitiv nicht und es ist auch nicht alles schön und leicht und spaßig, aber – und das ist es, was ich vermitteln möchte – darum geht es auch nicht.

Ein perfektes, leichtes Leben zu haben, wäre nie mein Wunsch. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass ich mich nur unter Druck und bisweilen auch nur vor dem Hintergrund der ein oder anderen Schwierigkeit weiterentwickle. Wer ein perfektes Leben hat, kann keine Ziele haben, keine Wünsche mehr übrig haben und keine Motivation zur Entwicklung.

Aber dafür, dass mein Leben eben nicht perfekt ist, ist es… perfekt.

Die Anmeldung im Fitness-Studio war einer Eingebung geschuldet und ich könnte nicht glücklicher darüber sein, dass ich ihr gefolgt bin. Zurzeit bin ich rund drei bis vier Mal die Woche dort, manchmal mittags nach dem Frühstück und manchmal abends um 11. Ich kann kommen und gehen wie ich möchte, was es mir deutlich leichter macht, konsequent dran zu bleiben. Seit ich das so regelmäßig betreibe, hat mich der Fitness-Trend ein wenig in seinem Bann, wie ich wohl zugeben muss.
Ich bin aber unschuldig – mein Mitbewohner hat angefangen, falls jemand fragt. Ich esse jedenfalls wieder ein wenig anders, achte auf andere Dinge, recherchiere ab und zu. Nicht übertrieben – keine Angst. Ich werde kein Fitness-Freak und regelmäßiges Workout mache ich bereits seit Jahren. Allerdings vermute ich, dass es unter anderem daran liegt, dass mein Tagesrhythmus sich so geändert hat.
Ich bin noch immer deutlich fitter, konzentrierter und besser gelaunt, seit ich (noch immer nicht länger als zuvor) zu anderen Zeiten schlafen kann. Ich stehe gegen 12 auf, bin motiviert und habe Lust auf ein gutes Frühstück und Sport. Oder ein Schreibtisch-Tag war produktiv und ich spüre abends meinen Rücken, mache einen Break und tobe mich noch zwei Stunden aus, nur um dann nochmal fünf Stunden zu schreiben.
Ich kann kaum glauben, wie viel Energie ich habe, wie… befreit ich bin, seit ich diesen goldenen Käfig der Sicherheit verlassen habe.

Ob mir dieser Käfig schmerzlich fehlen wird, sobald ich das erste Mal deutlich knapper bei Kasse sein werde, weiß ich nicht. Zurzeit lebe ich von Monat zu Monat, oder sagen wir besser: von Woche zu Woche. Und ich komme nicht nur damit zurecht – ich liebe es, denn ist ein Zeichen der Freiheit, die ich mir genommen habe und die mir so viel mehr gefehlt hat, als mir überhaupt bewusst war.

Manchmal wünsche ich mir, es gäbe eine Möglichkeit, meinem Vergangenheits-Ich von letztem Jahr einen kleinen Zettel zukommen zu lassen, eine Botschaft aus der Zukunft. Auf dem einfach nur stehen würde, dass diese quälenden, endlosen Zweifel und Überlegungen unnötig sind und dass es – wie immer! – das absolut einzig Richtige ist, auf die eigene Intuition zu hören.

Ich kann jetzt, nachdem einige Wochen vergangen sind, mit tiefster Überzeugung sagen:

Ich habe alles richtig gemacht. Ich bereue diese Entscheidung in keiner Weise. Im Gegenteil: ich bin froh, dass ich es getan habe und ich bin unglaublich stolz darauf, dass ich es geschafft habe, das umzusetzen. Dass ich Monate der inneren Qual, Zweifel und Überlegungen durchgehalten habe und all die Momente habe verstreichen lassen, in denen der vernünftige Teil in mir einen Rückzieher machen wollte. Dass ich nicht auf das „wieso willst du mehr? Sei doch zufrieden mit dem, was du hast!“ gehört habe – denn ja, ich wollte mehr. Ich war durchaus zufrieden mit dem, was ich die letzten Jahre hatte. Aber „zufrieden“ ist nicht mein Anspruch ans Leben. Nach all diesen Jahren der Depression, der Einsamkeit, der Angststörungen, die mich bisweilen über Tage zu Hause eingesperrt haben, will ich nicht „zufrieden“ sein.

Ich will glücklich sein und ich bin bereit, alles dafür zu tun, was nötig ist.

Und auch wenn ich noch nicht sagen kann, wie lange das gut gehen wird: den Versuch war es wert und diese Haltung dazu werde ich nicht ändern.

Und das, Leute, ist ein unfassbar gutes Gefühl.

Minthe

Selbstverständlich aber möchte ich euch heute nicht nur davon erzählen, wie sehr ich mein neues Leben liebe, sondern vielmehr von dem ganzen Kerzenwachs und Sperma… Verzeihung: der Milch und dem Honig, die hier fließen.

Ich möchte mit der wohl wichtigsten Veränderung beginnen, die sich kürzlich hier aufgetan hat: Minthe.

Wie ihr vielleicht schon durch meine Andeutungen auf Twitter geahnt habt, geht es um eine junge Frau. Der Name soll natürlich wohl gewählt sein, ihr kennt mich ja. Ohne überlegen zu müssen, war offensichtlich, dass es sich bei der jungen Dame um eine Nymphe handeln wird. Halbgöttlich, wunderschön, ewig jung und dabei Heiterkeiten, Frohmut und Flirt im Sinn. Allerdings gibt es in der griechischen Mythologie ausgesprochen viele Nymphen, von denen ich bei weitem nicht alle auswendig kenne. Zuerst stieß ich auf eine andere, die eine Gespielin der Aphrodite war. Ich mochte den Gedanken – einerseits weil es zu ihrer Rolle passen würde und andererseits, weil ich in dieser Metapher die Aphrodite wäre, was wohl jeder Frau schmeicheln würde. Ich suchte jedoch intuitiv weiter, weil ich mich sehr dunkel zu erinnern glaubte, dass Persephone hier der für mich bessere Ansatz wäre. Und siehe da:

Minthe ist in der griechischen Mythologie eine der Najaden – das sind Quell- und Flussnymphen. Hades, der Gott der Unterwelt, der für sein sexuelles Begehren bekannt ist, begegnet ihr eines Tages und möchte sie verführen (andere Nymphen hat er übrigens schon zu vergewaltigen versucht). Gerade als er dabei ist, kommt Persephone ihr zu Hilfe. Sie verwandelt die Nymphe zu ihrem Schutz in ein duftendes Kraut: die Minze.

Das, meine Lieben, ist eine Metapher, die mir noch deutlich besser gefällt und die vielleicht auch ihr ein wenig passender finden werdet, wenn ich euch von Minthe erzähle.

Minthe ist einige Jahre jünger als ich, ein Stück kleiner und auf den ersten Blick eher introvertiert. Sie ist zauberhaft unschuldig – anfangs zumindest, und ich komme nicht umhin, ihr eine gewisse Naivität zuzusprechen, die aber vielleicht auch ihrem Alter kombiniert mit noch fehlender Lebenserfahrung geschuldet ist. Gleichzeitig aber ist sie alles andere als dumm, studiert etwas in derselben Richtung wie ich es getan habe (was ich ausgesprochen sympathisch finde) und legt eine fesselnde, unschuldige Ehrlichkeit an den Tag, die mich absolut fasziniert. Egal, was sie gefragt wird: es ist, als könne sie nicht lügen und sich auch nicht verstellen. Nicht einmal zu ihrem eigenen Schutz. Sie sagt, was sie denkt und gibt offen und ehrlich alles zu, antwortet jedem auf jede Frage, ohne Hintergedanken und Konsequenzen zu fürchten.
Ich liebe diesen Wesenszug an ihr, aber zugleich fürchte ich ihn ein wenig. Fürchten für sie, nicht für mich. Ich habe die Befürchtung, dass er von den falschen Menschen sehr leicht ausgenutzt werden könnte – aber dazu gleich mehr.

Minthe ist jedenfalls zuckersüß, wunderschön, schlank, ohne dürr zu sein, liebenswert und sie triggert wie selten jemand zuvor zwei der gegensätzlichsten Seiten in mir:

Frau O mit aufgesetzten Hörnern und Gerte in der Hand – und im nächsten Augenblick die Ophelia, die ihr hier kennt und die sich für ganz genau diese Art von Frau einsetzt und gerade ein Buch schreibt, das nicht passender sein könnte. Dass Minthe in solch einem Ausmaß genau diese beiden Seiten in mir anspricht, wie ich es bei einem einzelnen Menschen noch nie vorher erlebt habe, weckt in mir Reiz, Faszination und ein sehr großes Maß an Vorsicht. Aber ich überspringe schon wieder ein paar Schritte…

Minthe und Pan haben sich durch Zufall kennengelernt. Wie ich häufig erlebe, dass Frauen sehr… offensichtlich auf Pan reagieren, so war auch Minthe sehr schnell sehr angetan und hat Pans ganz unverbindliche Einladung in den Club angenommen. Dort erschien sie dann, allerdings ganz allein. Keine Begleitungen dabei, keine Freundin um dort gemeinsam etwas zu trinken und Pan Hallo zu sagen. Nein, sie erschien allein dort und verbrachte ihre Zeit mit Bass, trinken und ein paar Gesprächen mit fremden Leuten. Mich persönlich beeindruckte das ungemein – noch vor einigen Jahren hätte meine eigene Sozialphobie mir bei derlei Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Pan hatte mir natürlich von ihr erzählt und sie mir als „potentielle Beute“ angekündigt. Ähnlich wie die andere junge Dame, die wir kürzlich gemeinsam ein wenig bespaßt haben und von der ich euch berichtete. Wie gesagt – es ist faszinierend, wie Frauen auf Pan reagieren. Jedenfalls habe ich sie kennengelernt und im ersten Augenblick lediglich als sehr jung empfunden. Bei einer weiteren Veranstaltung sah ich sie erneut, die Begegnung war wieder nur flüchtig. Im Grunde hatten wir noch nicht sonderlich viel Kontakt gehabt, auch wenn ich einen positiven Eindruck hatte, als Pan auch schon vorschlug, sie „einzupacken“.

Als er mir erzählte, wie sehr sie sich bei dem Gedanken daran freute, mit uns beiden unterwegs sein zu dürfen, musste ich lächeln. Nun, wir hatten ja alles nichts zu verlieren und da ich wusste, dass Pans „Überraschungen“ mir bislang immer gefallen hatten, stimmte ich zu. Und tatsächlich: als wir sie einsammelten, fühlte sie sich wohl. Sie plapperte, lachte und unterhielt sich angeregt mit uns beiden – zeigte dabei aber stets, dass sie sich an alles hielt, was wir beide vorgaben. Es gab zwischen Pan und mir keine Rangordnung – ihr gegenüber aber von Beginn an, ohne dass es einer von uns ausgesprochen hätte. Es war innerhalb der ersten Stunde an diesem Abend, als mir bewusst wurde, wie devot Minthe ist.
Der erste Abend, an dem wir zu dritt unterwegs waren, hat mich… nun, „überrascht“ wäre wohl deutlich zu wenig. Ich hatte erwartet, eine junge Dame bei mir zu haben, die zwar offen, sexuell aktiv und neugierig war, jedoch ohne einschlägige Erfahrungen – oder mit höchsten ein paar wenigen. Es stellte sich schnell heraus, dass Minthe inhaltlich deutlich krasser drauf ist als ich. Was meine ich mit inhaltlich? Nun, ich spreche dabei von einzelnen Praktiken und teilweise auch dem Maß.

In einigen Gespräche, die mir zu Beginn immer sehr wichtig sind und die ich für unbedingt nötig halte, wollte ich ein wenig herauskitzeln, worauf Minthe so steht. Was ihr gefällt, was sie sich wünscht oder wovon ihre Fantasien handeln. Ich merkte recht schnell, die die Gute bereits Dinge erlebt hatte, die noch nicht einmal auf meiner Liste stehen. Ich war… nun ja, fasziniert, positiv überrascht und zugleich wurde ich immer vorsichtiger. Sex mit random Männern, Dreier-Konstellationen, Gangbangs, Schmerz, Anal – alles schon da gewesen und für gut befunden.

Puh.

Sie strahlte, hatte Spaß und ihr Blick war der eines jungen Hündchens, das auf das nächste Leckerli wartet. Pan und ich sahen uns an – er hob seine Brauen, als wolle er sagen „Na, hab ich zu viel versprochen?“.

Ich habe viel darüber nachgedacht, weshalb ich am Anfang so skeptisch und vorsichtig war und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich aufpassen muss, dass ich nicht von mir auf andere schließe. Ich vergleiche mich und meinen Weg in verschiedenen Altersstufen mit dem von anderen Frauen und muss mich dann bewusst daran erinnern, dass andere Frauen andere Wege gehen und meine Jugend leider von anderen Dingen geprägt war als „sich ausprobieren“. Je mehr Minthe mir erzählte, desto glaubhafter war es, dass sie Spaß an alldem hatte und einfach sehr früh entdeckt hat, dass man sich ausleben kann und dass es noch andere Dinge gibt als monogame Beziehungen und Sex unter der Bettdecke.

Ich nahm mir vor, den Abend auf mich zukommen zu lassen und zu sehen, ob sie wirklich so viel Spaß dabei hatte wie es schien. Meine Skepsis war allerdings unbegründet und sicher darauf zurückzuführen, dass ich es mir für mich vor einigen Jahren einfach nicht hätte vorstellen können. Ich muss dringend aufhören zu vergleichen und annehmen, dass es Frauen gibt, die ihre Sexualität schon sehr, sehr früh entdecken und sich dahingehend in großen und sehr extrovertierten, unkonventionellen Schritten nach vorn bewegen. Eigentlich umso besser. Am Ende des Kapitels wird dennoch ein Aber folgen. Wartet mal ab.

Highlight im Swingerclub

An besagtem Abend befanden wir uns streng genommen auf einem Swinger-Event. Wie ihr wisst, sind Pan und keine Swinger und auch keine sonderlich großen Fans davon, dort auch nur zuzuschauen. Allerdings war der Club, den wir ausgesucht hatten, eine gute Location, die auch unterschiedliche Themenräume zu bieten hatte, die sich für ein erstes Beschnuppern zu dritt perfekt eigneten.

Pan ist entgegen dem Dresscode nicht in Badeschlappen und Shorts unterwegs – das macht er einfach nicht und ich beschwere mich nicht, im Gegenteil. Er war der einzige Mann, der anders gekleidet war und die Veranstalter sagen in einem solchen Fall nichts, wenn sie sehen, dass er zwei junge Frauen mitbringt, die entsprechend aussehen und von denen noch dazu mindestens eine aktiv ist. Das Publikum reagierte dementsprechend. Herrenüberschuss ist im Swingerclub an der Tagesordnung, der Altersdurchschnitt lag etwa bei 45, männlich wie weiblich. Minthe war freizügig angezogen und ich… nun, ich schmunzle gerade ein wenig. So wirklich verkneifen kann ich es mir einfach nicht. Ich trug die neuen Plateau-Heels und dazu ein freizügiges, aber in erster Linie kinky Outfit mit Leder und den richtigen Accessoires. Unüblich für einen Swingerclub, aber ich provoziere eben gern. Abgesehen davon bin ich in der Gegenwart von Frauen (selbst wenn Pan anwesend ist) immer eher dominant. Und Frau O kann eben nicht anders, ihr kennt sie ja ;).

Pan, Minthe und ich bewegten uns durch den Club wie selbstverständlich, während uns von Beginn an ein Rudel Herren überall hin folgte. Einerseits mag ich Zuschauer, andererseits ist die Swingerclub-Herren-Mentalität mir bisweilen eine zu verzweifelte. Es sind zu viele Männer dabei, die es mir zu nötig haben. Den Schwanz permanent ausgepackt, nur darauf wartend, einen live-Porno zu sehen oder vielleicht sogar einmal im Monat das Glück zu erleben, eine nackte Frau dabei anfassen zu dürfen, mit der einen freien Hand – oder vielleicht sogar wirklich zum Zuge zu kommen.

Pan weiß, wie ich ticke. Er weiß zum Beispiel, dass ich sehr konsequent switche und mich in Anwesenheit anderer, beteiligter Frauen nicht unterwerfe – nicht wirklich. Eine Ohrfeige zum Spaß ist okay, aber wenn wir zu dritt unterwegs sind, stehen Pan und ich in der Hierarchie auf gleicher Stufe und betreiben lediglich… Arbeitsteilung ;). An eben diesem Abend stand Minthe im Mittelpunkt, weil wir herausfinden wollten, was ihr Spaß macht und wir beide (ich schätze Pan dafür ungemein!) wollen, dass sie sich wohl fühlt.

Der Spaß begann sanft, ich übernahm die ersten Züge und tastete mich Stück für Stück heran. Als wir einen Raum gefunden hatten, der zur Verfügung stand, setzte ich mich auf eine optimale Erhöhung und ließ mich von meiner Nymphe mit der Zunge verwöhnen. Pan stand hinter ihr, unsere Blicke begegneten sich und zugleich überwachte er das Geschehen, sodass ich mich entspannen konnte.
Ein solches Szenario kann ich mir auf Fetisch-Events vorstellen – in Swingerclubs könnte ich mich ohne Pan nie so entspannen, weil ich ständig auf der Hut wäre. Bezeichnenderweise gab es zwei Situationen, die genau in diese Richtung gingen. Recht zu Beginn, als Pan sich gerade in die andere Richtung gedreht hatte, spürte ich eine Hand an meinem Bein. Ich schlug meine Augen auf und sah einen Mann, ü50, übergewichtig, klischeehaft anmutend neben mir stehen, die andere Hand am Schwanz. Ich bin wirklich tolerant und verurteile diese Praxis nicht an und für sich. Allerdings war es ausgesprochen offensichtlich, dass hier zwei Damen sogar ohne den eigentlich beteiligten Mann einen Augenblick für sich genießen wollten. Hier einfach ungefragt anzufassen, finde ich sogar für Swinger-Verhältnisse mehr als unangebracht und ich bin diesbezüglich ohnehin empfindlich. Hände an mir zu spüren, die ich nicht kenne und nicht sofort zuordnen kann, triggert mich. Früher heftiger – heute habe ich es unter Kontrolle, es bringt mich nicht mehr komplett raus. Aber ich reagiere dafür umso… nun ja. Nennen wir es „konsequenter“.
Da meine Position mir den Reflex nicht erlaubte, sein Handgelenk zu packen, beschränkte ich mich auf ein deutliches, lautes und scharfes „KSCHT!“ – als würde ich ein nerviges Tier verscheuchen. Als der Herr mich hörte und meinem Blick begegnete, zog er wortwörtlich den Schwanz ein (ein Wortspiel, das ich hier herrlich angebracht finde), trat einen Schritt zurück und senkte den Blick.
Pan allerdings hörte mein Geräusch ebenfalls. Er drehte sich um und sah wohl gerade noch, welcher Herr sich angesprochen fühlte. Meine Reaktion war deutlich und hätte gereicht, aber Pan lässt hier keine Missverständnisse zu. Er weiß, dass ich das wirklich nicht leiden kann und er fühlt sich in solchen Situationen verantwortlich. Etwas, das ich unglaublich schätze. Er stand erst einfach nur da und schaute ihn an, starrte den Mann geradezu an, ohne sich zu rühren oder etwas zu sagen. Der Typ hingegen wich seinem Blick immer wieder aus – es war ihm offensichtlich unangenehm. Noch mehr, als nach einigen Sekunden auch andere merkten, dass etwas nicht stimmte und Pans Blick (der ja auch meine Aufmerksamkeit ablenkte) verfolgten und den Mann ansahen. Es war übertrieben unangenehm und der Mann wand sich irgendwann, den Blick zu Boden gesenkt. Und dann, nach vielen Sekunden, als allein dieser Effekt Wirkung gezeigt hat, sagte Pan in absolut ruhigem, nicht aggressivem Ton:

„Wenn du sie noch einmal ungefragt anfasst, ist der Abend für dich hier gelaufen.“

Wirklich – absolut ruhig, fast schon nett. Aber die Wirkung war enorm. Und ich… hach. Ist ja nicht so, als könnte ich mich nicht selbst wehren, aber herrje, liebe ich das. Ich liebe es, von einem Mann verteidigt zu werden. Ganz besonders, wenn er mir nicht das Gefühl gibt, ich könnte es nicht allein, sondern gerade dann, wenn wir beide wissen, wie gut ich allein klarkomme und er dennoch das Bedürfnis danach hat, mich zu beschützen. Und ja, es ist tatsächlich eine Form von Schutz – eben weil es hier um Dinge geht, die in mir unangenehme Reaktionen hervorrufen können und Pan hier keine Kompromisse eingeht.

So muss das sein – und ich weiß es mehr als zu schätzen, dass ich das zurzeit genießen darf. Aber zurück zum Abend:
Ich und meine Nymphe genossen ein paar herrliche Minuten, bis ich Pan mit einem Blick zu verstehen gab, dass er sich jetzt ein wenig einmischen sollte. Während ich also weiter genoss, zückte er eines seiner Spielzeuge und während Minthe weitermachte, bearbeitete er ihre Kehrseite. Zu meiner absoluten Faszination spürte ich an ihren Geräuschen und ihrem Körper, dass sie es mehr als genoss. Als Pan das ebenfalls registrierte, wurde er nach einer geraumen Zeit des Warm-Ups weniger zimperlich und schließlich endete der Spaß in einer Session, die sogar mir zu heftig gewesen wäre. Nun, ich bin an bestimmten Körperstellen deutlich empfindlicher als anderen und merkwürdigerweise bin ich kein Fan von klassischem Arsch-Versohlen. Zumindest nicht mit härteren Instrumenten. Ich mag den Schmerz dort einfach nicht sonderlich – dafür halte ich an anderen Stellen mehr aus, an denen Frauen sonst schneller einlenken. Jedenfalls ist Minthe deutlich erfahrener als ich ihr zugetraut hätte, unglaublich masochistisch und über die Maßen devot.

Als Pan eine Pause einlegte und ich mich auf sanftere, subtilere, wenngleich nicht weniger gemeine Art mit ihr vergnügte, fragte ich sie, was sie sich für heute noch wünschen würde. Was ihre Fantasie ist, was sie erregt.

Ihr Antwort ließ mich hinter ihrem Rücken zu Pan blicken, der nicht minder überrascht war:

„Ich will gefickt werden. Blind. Ohne zu sehen, von wem. Und ihr dürft mir den Mann dazu aussuchen. Oder… die Männer.“

 


Verzeiht den Cliffhanger an dieser Stelle, meine Lieben. Ich hoffe doch sehr, er ist nicht allzu gemein – das läge nun gar nicht in meiner Absicht… 😉 

Ich muss mich für heute jedoch sputen. Der Rest folgt in Kürze. Ach ja, und: bildet euch noch keine Meinung zu meiner Nymphe. Wartet auf das ganze Bild, eher ihr euch ein eigenes zeichnet. Und für dieses fehlen euch noch ein paar wichtige Details. 

 

Passt auf euch auf, meine Lieben – 

..ihr lest von mir. 

Eure O.

3 Kommentare

  1. Das ist schon fast gemein von Dir mich so hängen zu lassen Ophelia 🙂
    Ich gebe Dir absolut Recht, das Leben ist nicht Gerecht. Was speziell die Kirche uns da weis machen will stimmt einfach nicht. Da freue ich mich das Du Dir das Leben jetzt selber so holst wie Du es haben möchtest.
    Ophelia, Du bist großartig.

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